Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Wir sprechen mit Innovationsbegeisterten und Visionären aus Schweinfurt und Mainfranken. Persönliche Geschichten über Erfolge, Rückschläge und neue Chancen – echte Einblicke in die Welt der Startups und Innovationen.
Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Folge #115 | S5 Wachstum wagen – Wachsen, aber wo?
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Wachsen in Mainfranken – oder für den nächsten Schritt nach München, Berlin oder Hamburg ziehen? Für Startups und Unternehmen hängt die Standortwahl nicht nur davon ab, wo sie sich wohlfühlen. Entscheidend ist auch, wie gut sie Kunden, Kapital und die richtigen Leute erreichen.
Dr. Lukas Kagerbauer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, erklärt, welche Stärken Mainfranken mitbringt und wo die Region an Grenzen stößt. Er beschreibt, warum kurze Wege helfen, welche Chancen vorhandenes Industrie-Know-how in neuen Märkten eröffnet und weshalb große Zukunftsprojekte allein noch kein Wachstum schaffen.
Darum geht’s:
- Warum Startups für Kapital oder Kundennähe ihren Standort wechseln
- Was Mainfranken bei Netzwerken, Talenten und Kosten bieten kann
- Wie Robotik neue Perspektiven für industrielle Kompetenzen eröffnet
- Warum regionale Entwicklung kleine Schritte und bessere Entscheidungsgrundlagen braucht
Für Gründende und Unternehmen liefert die Folge konkrete Ansatzpunkte, um den eigenen Standort am nächsten Wachstumsschritt zu messen: Was ist bereits erreichbar – und welcher Zugang fehlt noch?
Die zentrale Erkenntnis: Eine Region wird nicht allein durch Zukunftsversprechen attraktiv. Sie muss Unternehmen dabei helfen, heute die nächsten Schritte zu gehen.
Bildrechte:
Daniel Peter
Du interessierst dich für Startups, Unternehmertum und Innovation? Im Startbahn27 Podcast interviewt Nico Hildmann inspirierende Gründer, Unternehmer und Visionäre aus Mainfranken – mit Fokus auf Schweinfurt und der Region.
Ob Startup-Erfolg, persönliche Rückschläge oder frische Ideen – wir erzählen echte Geschichten aus der Gründerszene und liefern dir wertvolle Learnings und Insights für deinen eigenen Weg.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig mit spannenden Gästen, die zeigen, wie vielfältig und lebendig Unternehmertum in unserer Region ist.
Jetzt abonnieren, um keine Folge zu verpassen! Unterstütze uns mit einer Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts.
Mehr Infos & Kontakt:
Web: www.startbahn27.de
Mail: hallo@startbahn27.de
Instagram: startbahn27
Liebe Startups, herzlich willkommen. Wir freuen uns, dass ihr bei uns eingecheckt habt. Unser Team bereitet euch nun auf den perfekten Startform. Bitte schneidet euch an. Wir heben einen Köpfe von dem Startmann zu lieben.
Begrüßung und Gastvorstellung
Nico HildmannHallo und herzlich willkommen an Bord der Startbahn 27 Podcasts. Mein Name ist Nico Hildmann und diese Staffel wird präsentiert vom Mainfränkischen Cluster MIND. MIND bringt Macher aus Maschinenbau, IT und Digitalisierung zusammen. Voneinander lernen, Ideen sehen und gemeinsam in der Region Mainfranken wachsen. Vielen Dank an die Region Mainfranken GmbH für die Unterstützung dieser Staffel. Und damit Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Startbahn 27 Podcast. Ja, in den vergangenen Folgen dieser Staffel haben wir ja öfters jetzt schon drauf geguckt, was denn Unternehmen bzw. Unternehmer denn selbst tun müssen, um zu wachsen. Und heute möchte ich die Perspektive gern mal ändern und zwar drauf schauen, was denn eine Region eigentlich so bieten muss, damit Unternehmen überhaupt gut wachsen können und bestenfalls dann auch noch hierbleiben. Und genau darüber möchte ich mit meinem heutigen Gast sprechen, Dr. Lukas Kagerbauer. Der Lukas ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Er ist außerdem auch Dozent und selbst Podcaster und beschäftigt sich einfach schon seit vielen Jahren intensiv auch mit unserer regionalen Wirtschaft und eben auch der Frage, wie dies sich so verändert. Und ja, rund um Schweinfurt ist ja gerade super viel Dynamik drin, in ganz vielen Themen. Und ja, haben leider einfach auch den gleichen Nenner, nämlich viel Unsicherheit dazu, wie sich denn die regionale Wirtschaft so verändert über die nächsten Jahre oder ja, einfach was passieren wird. Und genau darüber freue ich mich sehr, jetzt heute mit dem Lukas zu sprechen und sage herzlich willkommen Lukas, schön, dass du da bist.
Dr. Lukas KagerbauerJa, Nico, danke für die Einladung. Ich freue mich auch. Die Themen sind genau die, die mich jetzt seit Jahren umtreiben und von daher bin ich gespannt, was du so wissen willst und was ich zu beitragen kann.
Nico HildmannJa, also bester Gast für dieses Thema freue ich mich sehr. Und ja, ich freue mich auch ehrlicherweise mal wieder einen Podcast-Kollegen dabei zu haben. Du hast ja selbst ein Arbeit, Bildung, Zukunft. Und da ist, ja, der Namensprogramm. Im Endeffekt genau um die Themen geht's. Und ich fand es so lustig. Wir haben uns ja vor einem Monat einfach mal, glaube ich, beim Essen getroffen, haben mal ein bisschen auch über die Podcast-Folge heute gequatscht, was könnte mir denn so angehen, ne? Und da ist mir tatsächlich erstmal aufgefallen, du machst ihn ja gar nicht im Rahmen der IHK, sondern wirklich komplett privat.
Zwischen Wirtschaft, Bildung und persönlichem Neustart
Nico HildmannDas stimmt, ja.
Dr. Lukas KagerbauerDas ist so mein privates Hobbyprojekt, wo ich aber, und das muss man ja ehrlich dazu sagen, die Themen, die mich in der Arbeit in der IHK interessieren, die mich an der Uni interessieren, die mich persönlich interessieren, in einem Podcast einfach zusammenbringen. Und du hast es schon angesprochen, Arbeit, Bildung und Zukunft. Ich bin jetzt selber ja Volkswirt und das sind die Themen, die ich einfach spannend finde. Und im Grunde sind es auch genau die Themen, die dazu relevant sind, um Wachstum zu erzeugen. Also passt auch wieder gut in den Podcast rein. Ich versuche immer so ein bisschen die Schnittstelle auch zu bilden zwischen dem Wissenschaftlichen und zwischen der Wirtschaft auf der anderen Seite, weil ich ja in beiden Welten so ein bisschen unterwegs bin. Natürlich hauptberuflich und mit ganz viel Herzblut und allem, was ich habe für die IHK und für die Region. Auf der anderen Seite auch ganz viel Herzblut für Bildung und deshalb ist es für mich auch immer noch so ein, ja, ich weiß es sehr, sehr zu schätzen, dass ich an der Uni noch unterrichten darf und deshalb mache ich da ganz viel in dem Bereich. Und deshalb, ja, Arbeitsmarkt, das sind auch die Themen, wo ich herkomme. Das sind die Themen, die mich beschäftigen als Volkswirt aus der Forschungsseite, aber natürlich jetzt auch hier Bildungsthemen. Ich habe hier auch sieben Jahre die Abteilung Berufsbildung und Ausbildung geleitet in der IHK. Ja, und Zukunft. Das ist im Grunde alles, wobei ich tatsächlich sagen muss, Zukunft ist ganz viel Technologie und auch im Podcast, wenn man mal so durch diese Historie durchgeht, auch ganz viel KI logischerweise, weil mich das einfach absolut fasziniert, wie so eine Technologie auch wirklich Märkte verändert, was das für Auswirkungen hat auf unseren Arbeitsmarkt, die Frage, wo gehen Jobs verloren, wo entstehen neue. Und eben aber auch auf Bildung. Was müssen wir lernen, um weiterhin relevant zu sein in dieser Welt? Was müssen unsere Kinder lernen, um fit zu sein? Und das sind natürlich die Fragen, die ich einfach spannend finde. Für mich ist es sowas wie eine berufsbegleitende Weiterbildung, würde ich jetzt mal sagen. Und macht mir unheimlich viel Spaß.
Nico HildmannJa, also finde ich richtig cool. Es ist sehr, sehr hörenswert. Also hört gerne mal rein, sieht mittlerweile auch schon über 80 Folgen. Also da habt ihr ordentlich was, was ihr auf die Ohren bekommen könnt.
Dr. Lukas KagerbauerKleine Ergänzung, also es sind 80 Folgen der zweiten Staffel. Ich habe nämlich jetzt beim Durchschauen meiner ganzen Historie mal gesehen, dass ich eigentlich vor sechs Jahren schon begonnen habe. Und es ist jetzt in zwei Wochen oder die übernächste Folge ist schon die 200.
Nico HildmannAch klar, okay, krass. Ja, Wahnsinn. Also, ich habe nur die aktuelle, also ich höre gerne rein. Also, wie gesagt, wirklich sehr hörenswert und ich finde es einfach klasse. Du kannst im Endeffekt deine beruflichen Erfahrungen ummünzen in ein privates Projekt, was ja auch echt cool ist. Also mir macht ja auch immer das Host sein sehr Spaß. Wir hatten es gerade schon ein bisschen gewitzelt, immer ein bisschen komisch mal auf der anderen Seite zu sein. Das stimmt. Aber ich freue mich wirklich sehr, dass du da bist. Und ich habe es ja schon in der Anmoderation gesagt, bist stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei der IAK. Das wird man ja jetzt nicht von heute auf morgen. Das heißt, du hast ja schon eine ordentliche Historie bei der IAK. Magst du uns mal so einfach ein bisschen mit auf deinen Weg innerhalb der IAK nehmen, wie du dich entwickelt hast, was machst du jetzt auch als Hauptgeschäftsführer, also als Stellvertretender und der Fokus auf Schweinfurt hat sich ja bei dir in den vergangenen Monaten doch nochmal verstärkt. Also nimm uns gerne mal mit. Absolut.
Dr. Lukas KagerbauerAlso vielleicht vor allem jetzt mal für die, die irgendwann auch mal mit dem Studium fertig waren und überlegen, wo fängst du denn mal an? Ich kann auf jeden Fall dazu sagen, mein Weg bisher war auch alles andere als direkt Gradlinik. Und ja, also manchmal braucht man auch ein bisschen Glück, man braucht gute Förderer auch irgendwo auf seinem Weg. Und als ich ursprünglich mal nach dem Studium begonnen habe mit meinem ersten Job, das war gar nicht bei der IHK, sondern ich habe nochmal bei einem anderen Dienstleister aus der Region begonnen und das hat überhaupt nicht gepasst. Und das war genau die Zeit Wirtschaftskrise, da sind wir wieder Krisenthemen, 2008, 2009 und ich habe dann von meiner Seite aus, nach einem Dreivierteljahr in meinem ersten Anstellungsverhältnis, gekündigt, weil ich gesagt habe, das passt einfach nicht, das geht nicht. Und bevor ich jetzt selber rausgeschmissen werde, muss ich echt selber kündigen und suche was Neues, weil ich habe ja echt Bock, was zu machen, aber das war es halt nicht. Und dann ist, so wie der Zufall manchmal kommt, das war genau Wirtschaftskrise, eigentlich eine ganz schlechte Zeit, wenn du deinen Job gekündigt hast. Aber dann war die Stelle als Referent für Konjunktur und Statistik bei der IHK vakant, weil der dortige Stelleninhaber in Ruhestand gegangen ist. Und das hat für mich natürlich bestens gepasst. Wir hatten es ja gerade, ich bin Volkswirt und das sind genau diese Konjunkturumfragen regional, die ich auch schon im Studium sehr, sehr im Fokus hatte. Und das konnte ich jetzt tatsächlich verbinden, die Theorie und die Praxis gemeinsam als Einstieg in der IHK, auch mit einem Fokus noch auf Statistik, was auch genau gut gepasst hat. So, dann bin ich da reingerutscht. Und auch mit ein bisschen Glück. Manchmal braucht man halt einfach so auch das Glück, ja. Und das habe ich gemacht fünf Jahre lang. Und ich habe aber auf der Strecke auch schon gemerkt, irgendwie mein akademischer Weg, der ist noch nicht zu Ende. Also ich habe irgendwie noch Bock, weiterzumachen. Und ich habe dann auch Kolleginnen und Kollegen gesehen, die berufsbegleitend ihre Doktorarbeit weitermachen konnten. Und dann hatte ich damals den Hauptgeschäftsführer, den Professor Jahn, gefragt, habe gesagt, Mensch, ich möchte da noch was machen, ich kann euch versichern, ihr werdet von mir immer 120 Prozent kriegen für die IHK, aber ich möchte berufsbegleitend meine Doktorarbeit noch machen. Da habe ich gesagt, naja, wenn du denkst, dass du es hinbekommst, zeitlich, dann kannst du es machen. Und dann habe ich das gemacht. Das hat gedauert, bis ich da jemanden gefunden hatte. Und dann habe ich drei Jahre lang die Doktorarbeit extern geschrieben und habe Vollzeit gearbeitet. Das war sehr arbeitsintensiv. Das hört sich es an. Ja, aber das hat auch in einem regionalwirtschaftlichen Thema eben auch so ein bisschen das, was wir heute besprechen wollen. Und dadurch, dass es mir Spaß gemacht hat und in der IHK auch gut gepasst hat, war es die perfekte Möglichkeit, sich zu entwickeln. Und dann war ich fertig und dann hat sich relativ gut ergeben, dass die Stelle in der Leitung für die berufliche Ausbildung die Bereichsleitung vakant wurde. Und dann habe ich erst überlegt, ist das ein Thema für mich? Aber wenn du überlegst, Arbeitsmarktthemen, Volkswirt, Bildungsthemen, das sind schon spannende Themen, die auch für mich gut gepasst haben. Und es war auch mein erster Step sozusagen auch mit echter Führungserfahrung. Es war gleich die größte Abteilung mit fast 20 Leuten, hoheitlichen Aufgaben in der IHK. Also das ist sowas wie das Rückgrat. Wenn man fragt, warum die IHK, dann die meisten werden sofort sagen, Ausbildung. Und dann durfte ich diese Abteilung leiten, habe da extrem viel gelernt, weil es sehr, sehr komplex ist, sehr, sehr viele Themen, habe von den ganzen Leuten extrem viel gelernt. Also da vielleicht das erste Learning, wenn du denkst, als Vorgesetzter irgendwo reinzugehen und weißt, alles besser, hast du schon verloren. Du musst wirklich mit den Leuten, musst dich drauf verlassen, du musst selber lernen, bereit sein zu lernen und dann eben auch deine Stärken mit einbringen. Und dann habe ich nach den sieben Jahren Berufsausbildung war dann wieder so ein Punkt, wo sich in der Kammer einiges verändert hat. Der Professor Jahn, den ich schon angesprochen habe, ist in Ruhestand gegangen. Der jetzige Hauptgeschäftsführer hat die Nachfolge angetreten und da war dann eine Stelle vakant. In der Nachfolge für die stellvertretende Hauptgeschäftsführung. Und da habe ich meinen Hut in den Ring geworfen und dann bin ich da zum Zug gekommen und habe dann sozusagen die letzten vier Jahre als stellvertretender Hauptgeschäftsführer aus Würzburg aber raus die Themen Unternehmen und Standort geleitet, also wirklich vieles. Da überschneiden wir uns in den Themen auch Startup, Unternehmensgründung, Internationales, wie erschließt man neue Märkte, sind da Themen, Innovation, Klima, Standortpolitik, Regionalentwicklung, ganz viele Themen, auch Unternehmensnachfolgethemen, also ganz breit. Und jetzt hier ganz vor kurzem, und weil du gesagt hast, Fokus Schweinfurt, das stimmt, hat sich eben auch jetzt nochmal einiges verschoben. Seit dem 01.07. ist der Jürgen Bode, der ehemalige stellvertretende Hauptgeschäftsführer, auch Schweinfurter, Urschweinfurter, mit ganz viel Herzblut in Ruhestand gegangen und ich bin sozusagen jetzt hier nach Schweinfurt gerutscht. Wir sind im Vorstand noch zu zweit und darf jetzt die Geschäftsstelle in Schweinfurt zusammen mit dem Simon zu verleiten. Bin hier Vorstand und stellvertretender Hauptgeschäftsführer für Schweinfurt, auch das direkt für die Region und die Unternehmen auch zuständig. Und habe zusätzlich die Bildungsthemen wieder in meinem Ressort zusätzlich mit dabei, die ich ja vorher eben, wie ich ja auch schon ausgeführt habe, sehr gerne gemacht habe, die mir auch sehr viel Spaß gemacht haben. Kommt jetzt noch unser Weiterbildungsbereich mit dazu, was ja auch ein sehr, sehr spannender und wichtiger Bereich ist. Ja, und so haben sich die letzten 15 Jahre fast wie im Flug so entwickelt, aber immer in Wellen. Also es klingt jetzt sehr geradlinig, es waren aber auch immer mal Abzweigungen dabei, wo man sich gedacht hat, Mensch, wie kann das sein? Das habe ich mir doch ganz anders vorgestellt. Aber am Ende des Tages muss ich echt sagen, bin ich froh, auch hier zu sein, bin ich super happy an der Stelle zu sein, wo man jetzt auch was gestalten kann und weiß ja auch, wo wir jetzt wirklich was gestalten müssen. Weil der Weg nach vorne, der ist wirklich jetzt vorzuzeihen, also der ist jetzt zu gehen. Das sind ganz viele Weichenstellungen, die jetzt gestellt werden müssen, um dann ja in der Zukunft diesen Wirtschaftsraum auch stark zu halten und auch in die Zukunftsfähig zu machen.
Nico HildmannAlso echt spannend zu hören, wie sich das ja letzten Endes dann doch alles wunderbar gefügt hat, einfach von den Themen, auch die Optionen, die vielleicht zur richtigen Zeit dann auch gekommen sind. Auch wenn du sagst, so die letzten vier Jahre, ich bin ja jetzt auch seit vier Jahren hier in Schweinfurt, ne? Also wir kennen uns auch relativ lange schon, also haben immer schon diese Berührungspunkte. Sehr cool. Und jetzt auch ja gebäudetechnisch Nachbarn, ne, bist du öfters da. Da vielleicht mal kurz so die Frage, wenn du jetzt seit Juli einfach, ich sag mal, öfters da bist. Ich meine, du hast mal gesagt, du teilst du die Woche, glaube ich, bis zwei, dreimal in Schweinfurt, ne? Oder Homeoffice, wie auch immer, kannst ja gleich nochmal erzählen. Ändert sich so ein bisschen oder hat sich dein Blick schon ein bisschen mehr auf Schweinfurt geändert, weil du jetzt mehr Bezug dazu hast?
Schweinfurt: Gemeinsam durch die Transformation
Dr. Lukas KagerbauerJa, schon. Also das verändert sich natürlich, je tiefer auch du da reinblicken kannst, je näher du dran bist. Und also ich kann nur sagen, Homeoffice ist so gut wie kein Thema. Das ist tatsächlich mal, wenn ich nach Terminen vielleicht mal ein bisschen früher fertig bin und habe noch eine Stunde oder so oder zwei Stunden, drei Stunden und sage, bevor ich jetzt dann noch die auf der Strecke lege, setze ich mich lieber bei mir in mein Büro und mache da noch ein bisschen was zu Hause. Aber eigentlich ist auch in der Funktion für uns das, glaube ich, oder für mich, so ich sie versuche auszugestalten, ganz wichtig, dass du da bist, dass du mit den Leuten sprichst. Weil auch gerade die Zeit, ich versuche schon so viel wie möglich in Schweinfurt zu sein, weil mir die Rolle durchaus bewusst ist und dass es auch ganz wichtig ist, jetzt mit den Leuten zu sprechen, zu überlegen, was kann man gemeinsam machen, was kann man voranbringen. Das kannst du nur machen, wenn wir so wie jetzt, wir zusammen am Tisch sitzen. Und auf der anderen Seite müsste ich aber genauso in Würzburg sein, weil von der Struktur her allein meine ganzen Bereiche in Würzburg sitzen. Aber da habe ich schon festgestellt, dass es eigentlich sehr, sehr gut über Distanz geht. Wenn du Bereiche hast, die auch durch Bereichsleiter gut geführt sind, mit guten Leuten, sowohl in der ersten als auch in der zweiten Führungsebene, dann funktioniert das. Das ist schon mal das Erste, was ich sehe. Ich kann wirklich diese Zeit in Schweinfurt sein, die ich auch gerne hier sein will und sein muss. Und ja, der Blick hat sich schon verändert, weil das ist so, was ich mir auf die Agenda am Anfang gleich geschrieben habe. Natürlich kenne ich auch die Leute, wir kennen uns schon lange, ich kenne den Landrat hier schon lang, ich kenne auch den Oberbürgermeister und viele andere hier aus der Region, aber in der neuen Rolle ist es schon nochmal was anderes, ob du wirklich jetzt Mitgestalter bist, ob du jetzt derjenige bist, der mit am Tisch sitzt oder ob du vorher derjenige warst, der die Themen gemacht hat, der aber eigentlich für Würzburg zuständig war. Und aus den vielen Gesprächen bekommt man schon mit, dass jetzt wirklich sich klar ist, wo man steht und dass man auch gemeinsam, wirklich nur gemeinsam die Themen voranbekommt. Und jeder kennt ja die Konstellationen, auch was die politischen Ämter angeht, in unterschiedlichen politischen Farben. Aber was mir schon jetzt wirklich, was mich beeindruckt, ist, dass man über die Farben hinweg sich klar ist, es geht nur zusammen. Also du wirst immer mal Themen haben, wo man unterschiedlicher Meinung ist. Das soll man auch sein, der Diskurs ist auch wichtig. Aber gerade wenn ich jetzt auf so große Projekte blicke, wie jetzt dieses große, die KI Giga Factory zum Beispiel als Riesenprojekt, was für die Region auch ein wirklich signifikanter Meilenstein für die Zukunft sein kann, dann merkt man da, wenn du von außen drauf schaust, eigentlich keinen unterschiedlichen Farben. Alle sind sich einig, wir brauchen das, wir wollen das und wir müssen alles tun gemeinsam, um sowas hierher zu bekommen. Und vielleicht ist das sogar eine Chance, wenn du eine Region hast, die weiß, jetzt ist unsere Stunde, wir müssen jetzt, weil hier einfach die Transformation unter dem Brennglas stattfindet. Und sowas ist vielleicht auch wieder eine Chance, dass es beflügeln kann, um auch genau das in Gang zu setzen, was es braucht, eben wirklich ins Machen zu kommen. Nicht lange zu planen und noch eine Machbarkeitsstudie und noch irgendwas, sondern eigentlich wirklich zu gucken, ey, wo können wir anpacken, dass wir jetzt nach vorne marschieren, weil es einfach schon, es ist einfach nicht mehr 5 vor 12, wir müssen jetzt tun, das ist zwölf.
Nico HildmannJa, also bin ich völlig bei dir, es ist ein super Miteinander, auch über die Farben im Beg, wie du schon so gesagt hast. Und auch einige Themen, wie die KI Giga Factory beispielsweise, da kommen wir gleich natürlich noch zu sprechen. Ich würde davor nochmal ganz kurz gern aufgreifen, was du gerade schon ein bisschen skizziert hast. Du bist ja, also mal ganz erlaubt gesagt, du schruppst ja ganz schön Kilometer tatsächlich. Du bist ja wirklich viel unterwegs. Wir waren vor ein paar Wochen selbst bei einem Firmen-Event tatsächlich, die Sache wieder ein Abendevent, was sich natürlich auch zieht letzten Endes. Auch in Presse oder Social Media sieht man dich häufig auch mal Unternehmen eben besuchen, Projekte irgendwo vorstellen. Also sprich, du kommunizierst einfach viel mit Unternehmen, Unternehmern, Unternehmerinnen letzten Endes. Vielleicht mal von dir aus deiner Wahrnehmung. Welches
Warum Unsicherheit Investitionen bremst
Nico HildmannStimmungsbild nimmst du aktuell aus der Region wahr? Du sagst schon, wir müssen machen, das ist eigentlich ganz gut, aber ist es wie nimmst du es wahr, mal offen gefragt, ja.
Dr. Lukas KagerbauerAlso wenn es um das Stimmungsbild geht, dann ist es sehr differenziert zu betrachten. Und ich glaube, wichtig ist, vornewegzustellen, dass es nicht überall katastrophal läuft und alles schlecht ist. Also wichtig ist auch wirklich, dass wir viele positive Beispiele zeigen, die auch zeigen, es geht und es geht auch voran. Weil Konjunktur und Wirtschaft ist auch echt viel Psychologie. Jetzt hilft uns die Psychologie alleine natürlich auch nicht. Es braucht auch die realen Daten und die wirtschaftlichen Indikatoren und Zeichen und Impulse. Und da ist es leider so, und ich meine, da kennen wir ja leider, die Zahlen, sag bewusst leider, weil wenn du mal die letzten zwei, drei Jahre drauf guckst, dann sind wir sukzessive nach unten gegangen. Wir haben ja diese Konjunkturumfragen, die ich ja ursprünglich mal, so wie ich in die IHK reingekommen bin. Und die haben die letzten Jahre immer gezeigt, die Lage ist tatsächlich schlechter und auch die Erwartungen waren wirklich alles andere als rosig. Das heißt, wir sind auch im Niveau und das zeigt sich ja dann auch im BIP. Und regionale BIP-Zahlen kommen immer erst, also Bruttoinlandsprodukt kommen immer erst nachgelagert, aber die werden zeigen, dass wir auch regional sicherlich nicht gewachsen sind, sondern dass es schon eine rezessive Phase war, die wir die letzten Jahre zu beobachten hatten. Und da stehen wir heute leider auch. Und das ist, wenn man sich die ganz aktuellen Zahlen anguckt, dann sieht man zwar wieder ein paar Lichtblicke, man sieht, es geht von den Erwartungen wieder leicht bergauf und auch die Stimmung wird, die Lage wird auch ein bisschen besser. Aber wir sind natürlich, wenn du über drei Jahre nach unten gegangen bist, auf einem niedrigeren Niveau. Das heißt, du bist schon mal tiefer. Und um echtes Wachstum zu entfalten, brauchst du wieder Investitionen. Und du brauchst auch ein gutes Konsumklima, weil das auch ein relevanter Faktor für unsere regionale Wirtschaft ist. Und jetzt ist es natürlich schwierig in einer Situation, die extrem von Unsicherheit geprägt ist. Du hast das ganz am Anfang gesagt. Und das ist natürlich ein ganz wesentlicher Faktor, wenn du jetzt ein Unternehmer bist, eine Unternehmerin, Unternehmer und du überlegst dir, eine signifikante Summe müsste investiert werden, dann brauchst du Rahmenbedingungen, die relative Sicherheit bieten. Also zumindest mal für den Standort. Und leider, und da gibt es Indikatoren, die zeigen, dass wir eigentlich, was dieses Unsicherheitsthema angeht, wir wollen ja immer Spitze sein, aber in dem Ranking nicht, also was die Unsicherheit angeht im europäischen Raum, hatten wir die letzten Jahre so einen Spitzenplatz immer erreicht. Also wirklich gibt es richtige Peaks. Und es ist natürlich klar, dass du dann als Unternehmer sagst, boah, also das ist schwierig unter den Bedingungen. Das beginnt ja wirklich bei den Energiepreisen, dann mit den ganzen Kosten rund um Arbeitskosten und an alles, was du an Rahmenbedingungen hast, bis hin zur Bürokratie, die echt überbordend ist, aber natürlich nicht das einzige Problem, hast du Rahmenbedingungen, die es total schwer machen, für einen Unternehmer zu sagen, jetzt investieren wir mal wieder nach vorne. Und das macht es natürlich schwierig. Und deshalb, das Stimmungsbild ist echt unterschiedlich. Es gibt im Handel natürlich ein paar, die auf bestimmte Segmente setzen, die auch gut, das gut funktioniert. Es gibt in den Dienstleistungsbereichen sicherlich Bereiche, die wirklich gut funktionieren. Stichwort Energiewende, also wenn du da ein Unternehmen bist, das in diesen Ketten mit drin ist, wo jetzt gerade die Transformation ja wirklich in eiles Tempo funktionieren muss, von Land auf, Land ab, dann hast du natürlich da auch einen Rückenwind, der mitläuft. Auf der anderen Seite, wenn du jetzt im Maschinenbau bist oder wenn du, und das war ja das, wo wir jetzt die letzten Jahrzehnte eigentlich hergekommen sind, der Automobilbereich, wenn du da deinen Kern und deinen Fokus draufgesetzt hast, dann ist es natürlich jetzt ein unfassbar schweres Feld. Und du musst dir eher überlegen, das sind wir bei dem Thema der Folge und auch bei dem großen Kontext, den ihr versucht, in der Staffel zu decken, Mut und vor allem Wachstum. Wie kriegst du wieder neues Wachstum hin? Weil, und was werden wir brauchen, weil in ganz vielen Bereichen, die eigentlich unsere Stärken in den letzten Jahrzehnten ausgebildet haben, wir starke Transformationsprozesse sehen. Deshalb ist das wirtschaftliche Bild sehr differenziert. Aber ich glaube, es gibt in vielen Bereichen auch echte Chancen.
Nico HildmannGenau, also es ist wirklich all die Ausführung, die du gerade machst, das ist für mich so dynamisch einfach, in welche Richtung man denkt, welche Gefühlswelt man insgesamt auch durchgeht. Allein auch, ja, jetzt vielleicht die Babyboomer hören jetzt bald auf in Teilen, ne? Das muss ja nicht nur als Selbstständiger sein und das ist die Nachfolgeproblematik, sondern auch irgendwo in Unternehmen geht das Wissen weg, ne, letzten Endes. Kommt das so überhaupt wieder nach? Kann das aufgefangen werden? Also das sind einfach viele Fragezeichen, die sich hoffentlich natürlich dann in positive Ausrufezeichen irgendwann mal umwandeln werden. Du hast schon gesagt, es sind natürlich einige Themen, die trotz der doch, ja, das kann man ja sagen, bedenklichen Lage oder einfach der vielen Fragezeichen positive Signale senden.
Neue Märkte: KI, Robotik und Industriekompetenz
Nico HildmannDu hast schon ein Schlagwort mit der KI Giga Factory genannt, ne? Gibt es noch andere Themen oder auch darum, ne, für dich Themen, wo wir sagen, trotzdem, dass wir da jetzt immer Peak waren in dieser Statistik zum Beispiel, gibt es einfach auch, blickst du optimistisch in die Zukunft oder was gibt dir noch weitere positive Signale für ein Wachstum ein mögliches?
Dr. Lukas KagerbauerUm nochmal die letzten Ausführungen ganz kurz nochmal zu Ende zu bringen, dass du hast es gerade richtig ausgeführt. Diese Transformation findet ja gerade unter dem Brennglas statt. Also das kommt ja alles gerade zusammen, diese enorme Unsicherheit, diese globale Unsicherheit, auch geopolitische Unsicherheiten, Demografie, die ist vorgezeichnet. Wir wissen einfach, die Leute gehen jetzt in Ruhestand. Wir haben weniger Leute auf dem Arbeitsmarkt, wir haben die komplette digitale Transformation. Technologiesprünge. Technologiesprünge, KI, wir hatten vorhin darüber gesprochen. Also wenn ich im Moment selber so ein bisschen mit KI teste, ich habe immer das Gefühl, von Tag zu Tag sind da Sprünge drin. Und in diesem ganzen Umfeld findet jetzt die Transformation statt. Aber es kann auch eine Chance sein. Wir hatten ja vorhin Bereiche angesprochen, die aktuell nicht mehr wachsen. Also gerade der Automotive-Bereich. Aber es gibt doch andere Bereiche, die durchaus Wachstumspotenziale bieten. Und ja, diese KI Giga Factory, beispielsweise, wenn wir die nochmal vielleicht aufkreisen wollen, das wird ja auch was zum Beispiel sein, wo man sagen muss, in der ersten Stufe, wenn jetzt jemand das nicht, Negativ betrachten will, da kommt jetzt so ein großer Klotz daher mit vielleicht 100 Arbeitsplätzen drin. Das hilft uns doch auch nichts, wenn da die Wertschöpfung wegfällt. Ja, richtig, aber das ist ja auch nicht das Konzept, sondern wir sehen das ja als großes Thema, sondern auch ein Ökosystem um so eine Gigafactory kann da entstehen und kann sich da entwickeln. Und da können tatsächlich neue Jobs entstehen, die dann hochspannend und innovativ auch sein können, für die Zukunft ausgerichtet. Und so eine Gigafactory, was wollen wir denn damit eigentlich? Und zwar warum macht man das eigentlich im Euro? Das ist ja ein EU-Call, der da läuft. Sieben solche Gigafactories in ganz Europa. Wir könnten hier ein Standort sein von sieben in Europa, weil man damit auch diese digitale Souveränität, die wir brauchen, hierzulande, für die Verteidigung, für die Wirtschaft, für die Gesellschaft, für die Wissenschaft, für alles. Wir müssen uns da unabhängig machen. Und deshalb brauchen wir diese Gigaset-Factories, um eben KI auf lokalen Systemen und auf nationalen Clouds souverän laufen lassen zu können. Wir können uns doch nicht darauf verlassen, dass wir das immer über Hyperscaler machen, die aus den USA kommen oder dass wir das zum Beispiel mit Modellen machen, die aus China kommen. Das muss hier laufen, das müssen wir hier machen. Und deshalb ist das enorm wichtig. Und jetzt kann in der nächsten Stufe, wenn sowas hier entsteht, das für uns spannend sein, weil nämlich auch für Unternehmen das interessant sein kann, sich direkt nebendran anzusiedeln, weil ich die direkte Nähe zu diesen Servern und zu diesen Rechenkapazitäten brauche. Und dann ist es doch vielleicht eine coole Story, wenn da neue Industriebetriebe oder auch Industriebetriebe, die schon hier sind oder Mittelständler direkt sich darum ansiedeln, um dann so eine Art neues Ökosystem mit neuen Arbeitsplätzen aufzubauen. Und genau in die Richtung denken wir, weil, und jetzt komme ich so ein bisschen da, was läuft denn gut oder wo könnten die Reise hingehen? Weil wir viele Stärken haben, glaube ich, und viele Sachen, die uns in der Vergangenheit stark gemacht haben, mit diesen neuen Ansätzen auch in der Zukunft unsere Stärke sein kann. Wir waren eigentlich immer stark in der Verbindung zwischen dieser Hardware- und der Software-Komponente. Halt hier sehr stark auf Automotive in vielen Bereichen oder Maschinenbar ausgerichtet. Aber warum können wir das nicht in anderen Bereichen auch machen? Also wenn ich jetzt Richtung Robotik beispielsweise gucke, wir haben hier die Technische Hochschule, da kommt hier ein Robotik Campus her, da werden große Investitionen aus Bayern hier reinfließen. Wir haben jetzt schon den Robotik-Bereich hier der THWS. Und gleichzeitig haben wir auch Unternehmen, die auch schon so in diesem Robotikbereich mit involviert sind. Und wenn man jetzt mal das Thema humanoide Roboter anschaut, dann sind wir in Süddeutschland, was Europa angeht, spitze. Das heißt also, wir haben hier wirklich signifikant starke Player, die eine Art neue Industrie aufbauen können, die wiederum eine Lieferkette nach sich zieht. Und genau das sehe ich da. Also warum kann der Mittelständler, der hier im Moment sehr, sehr stark am Automotive-Bereich war und Präzision in höchster Qualitätsstufe geleistet hat, der kann das doch auch sicherlich für solche Robotikkomponenten machen. Also da sehe ich Riesenchancen, die für die Region da sind, gerade auch jetzt für Schweinfurt, weil wir eben hier genauso aufgestellt sind. Wir haben hier die Industrie, wir haben hier die Technische Hochschule, wir haben hier die Talente, wir haben hier den Mittelstand. Ja, also ich glaube, und auch das Commitment der Politik hier wirklich mit zu unterstützen. Also das ist eigentlich der beste Nährboden dafür, dass Zukunft entstehen kann. Das ist der eine Bereich und ein anderer Bereich, den ich tatsächlich sehe, ist auch, das ist aber nicht ganz so einfach und wird sicherlich von heute auf morgen alles ersetzen, ist der Verteidigungsbereich. Auch da werden bestimmte Dienstleistungen und ja auch Komponenten gebraucht, die heute in industriellen Anwendungen stärker eingesetzt werden. Und das kann man dann noch weiter vorziehen. Das ist dann auch der Space-Bereich, wo wir jetzt, da sind wir auch in Würzburg sehr, sehr stark mit der Uni und mit dem Zentrum für Telematikrobotik, aber eben auch hier mit Playern aus der Region oder auch aus Bad Neustadt, die da in den Bereichen ganz, ganz signifikant in die Lieferkette reingehen können. Also das ist ein Transformationsprozess, das ist auch ein Prozess, der nicht von heute auf morgen geht. Aber wir haben hier ganz, ganz viel da. Also wirklich die Unternehmen, die klugen Köpfe, den Bildungsbereich, das Commitment aus der Politik. Und deshalb sollten wir auf keinen Fall jetzt hier uns den Kopf ins Sand stecken, sondern wirklich eher zu gucken, was können wir jetzt anpacken, um uns nach vorne zu entwickeln und auch wieder da Spitze zu sein, wo wir schon spitze waren.
Nico HildmannJa, weißt du, also das, was du genau gerade erzählst, wir haben ja wirklich schon viele, ich nenne es jetzt mal, Zugthemen, die einfach da sind. Und ja, wie du schon sagst, vielleicht natürlich in Teilen noch in den Kinderschuhen auch zum Beispiel Robotik tatsächlich Spitze, aber was macht man genau noch damit? Also diese krasse Wertschöpfung ist halt noch nicht da, ne? Wo man dann aber sagt, ey, da könnten sich wahrscheinlich dann wirklich andere Unternehmen ansiedeln, ob das irgendwie Teilehersteller oder was auch ich ist, immer ist, ne? Oder einfach Talents letzten Endes. Also ich sehe auch, thematisch sind wir gut aufgestellt für die Zukunft eigentlich, was schon angegangen wird. Jetzt ist aber ein ganz wichtiger Punkt, und den hast du vorhin schon in einem Nebensatz gesagt, so viel Umsetzungswille wir auch immer haben. Bestes Beispiel KI Gigafactory. Oder was für uns natürlich auch relevant ist hier in Schweinfurt, jetzt speziell für Scrips oder für die Startbahn, die Founderbarracks, die ja in Zukunft auch kommen sollen, wo wir auch drin sein sollen, ne, mitwirken sollen. Das sind halt alles Themen, die erst noch nicht in absehbarer Zeit umgesetzt werden. Also keiner kann nicht sagen, da kommt's sicher. Also ich habe auch schon in Teilen, wenn man, wir hatten dem letzten wieder einen Workshop, wo man hieß, Founderbarracks wahrscheinlich frühestens 2030, haben Leute im Publikum schon wieder den Kopf geschüttelt. Das kann ja nicht sein, warum so lang. Und du sagst schon, wir dürfen nicht immer nur Machbarkeitsstudie, Machbarkeitsstudie. An der Stelle liebe Grüße an Volker Bräudegam, der ja bei uns auch in der letzten Staffel dabei war, der hat auch gesagt, wir könnten das eigentlich abkürzen. Es ist machbar. Aber das sind halt so Dinge, wo auch wieder Leute sagen, oder wo gemacht werden müssen, warum auch immer, es versteht keiner, aber es muss irgendwie gemacht werden, das kostet auch wieder Geld. Und es kommt wirklich das raus, was jeder schon wusste. Ja, es ist machbar. Wir müssen das jetzt halt wirklich mal ins Doing kommen. Und das ist, glaube ich, dieses leider Ja, aber Thema. Wir haben Bock umzusetzen, jeder weiß auch, wir gehen Hand in Hand, aber die Geschwindigkeit wird rausgenommen. Ich glaube tatsächlich, KI Gigafaction wird schon wieder nach hinten verschoben, irgendeine Frist, oder?
Dr. Lukas KagerbauerZum Glück nur ein paar Wochen, was die Einreich angeht, genau, was die Einreichung angeht des Antrags. Aber bevor ich darauf noch ganz kurz Antwort, ein wichtiger Bereich, wir haben jetzt ganz viel über Schweinfurt gesprochen, aber du kennst auch die Szene aus Würzburg beispielsweise. Ich möchte nur mal den Blick auch, weil wir sollten vielleicht nicht zu klein denken, sondern auch immer ein bisschen größer. Wenn du gerade mal nach Würzburg guckst und guckst auch den Medizinbereich an und schaust ja auf die Uniklinik und schaust, was da auch für Startups rauskommen. Das sind ja wirklich Dotenzirk. Das können ja wirklich Unternehmen werden, die auch hier wirklich, ich würde mal sagen, mindestens mal vierstellige, höhere vierstellige Beschäftigtenzahlen entwickeln. Also da haben wir schon echt ein wahnsinniges Innovationspotenzial als Region, wo wir später nochmal drauf kommen, warum man vielleicht auch außerhalb von Berlin, München oder Hamburg eine ganz innovative Region abbilden kann. Aber das ist noch ein wichtiger Bereich. Ja, ich sehe das auch wirklich oft mit Bedenken und kritisch, dass Sachen vom Zeithorizont so lang dauern und ich würde mir alles viel schneller vorstellen. In vielen Bereichen ist es halt auch schon so, dass da Förderungen mit verbunden sind. Und gerade wenn es dann größere Fördersummen sind, die auch gerade eine Stadt sind, und jeder weiß in Schweinfurt, wie schwer auch die haushaltliche Lage ist, die einfach notwendig sind, dann brauchst du eben solche Sachen, solche Gutachten. Das ist leider so und dann müssen wir drauf warten. Aber ich glaube, trotzdem kannst du, und am Ende des Tages geht es ja auch so ein bisschen darum, am Ende sind natürlich auch unsere Steuerabgaben da drin und da muss das alles schon immer sinnvoll sein, auch wenn ich auch sagen würde, es ist machbar, wir könnten schon anfangen. Aber trotzdem, wenn man es sich dann im Retrospektiv anschaut, dann sieht man, sowas dauert ohnehin, das ist ein Prozess und deshalb sage ich ja, wir müssen, und das darf man halt immer denken, wir machen jetzt einmal und dann machen wir einmal den großen Wurf und dann ist alles erledigt, sondern das sind eben die vielen kleinen Schritte in die richtige Richtung, die dann auch mal größere Schritte mit sich bringen, die es einfach zu gehen gilt. Und wenn du jetzt nicht anfängst, zumindest die kleinen Schritte zu gehen und vor allem das, was man sofort beeinflussen kann, und man hat immer Sachen, die man sofort beeinflussen kann, dann wird eben der lange Weg auch nichts. Und das meine ich einfach und deshalb, ich verstehe und sehe das genauso oft kritisch, diesen langen Zeithorizont, man fragt sich, warum, denn das gibt es doch gar nicht. Aber vielleicht sind es eben die vielen Schritte, die man gehen muss, in die richtige Richtung.
Nico HildmannKlar, du lernst ja immer dann auf dem Weg noch, ne? Und vielleicht ist dann wirklich eine andere Abzweigung, doch nochmal ein Prozentsatz, besser gefühlt. Aber du, wie du schon sagst, eigentlich der Tatendrang ist ja da oder auch die Lage, wir wollen jetzt tun und da wird so ein bisschen der Wind aus den Segen genommen, aufgrund dieser Zyklen letzten Endes. Und ja, es ist aber natürlich wiederum sehr positiv, dass diese Themen hier überhaupt gerade Fokus haben und sich entwickeln dürfen. Und das ist natürlich sehr, sehr schön. Und
Bleiben oder gehen? Kapital, Kunden und kurze Wege
Nico Hildmannich glaube, das ist auch so ein Punkt, was du schon sagst, Thema Standort, und so ein bisschen das übergeordnete Thema unserer Folge, was muss denn eine Region eigentlich bieten, damit es attraktiv für Unternehmen bleibt und die auch dort oder ist und die auch dort bleiben. Und sagst schon, was wir hier in Mainfranken vielleicht auch schon haben oder besser können als Metropolen, wie München und Berlin, hast du eine Antwort schon für dich darauf?
Dr. Lukas KagerbauerIch würde mal sagen, es sind viele Puzzleteile, die da, glaube ich, zusammenkommen, die die Regionen auf jeden Fall hochattraktiv machen, auch für Unternehmen, die schon hier sind oder aber auch, die vielleicht potenziell hierher kommen könnten. Du hast auf der anderen Seite natürlich, wie im Vergleich zu großen Ballungsregionen, nicht diese enorme Dichte an großen Unternehmen, wirklich enormen Ketten, die da dran hängt. Das sind wir kleiner, das ist klar, ja. Aber auf der anderen Seite haben wir nicht zu unterschätzende weiche Standortfaktoren. Es ist also wirklich spannend, es ist günstiger, hier auch vielleicht sogar zu bauen, zu leben, zu entwickeln. Du hast auch im Kampf um die Talente, es wahrscheinlich einfacher, es sind zwar etwas weniger da, aber dafür bist du auch nicht, gerade wenn es in ganz hoch umkämpften Bereichen angeht, bist du nicht in dem gleichen Konkurrenzpool wie die ganz großen, sondern du hast doch noch größere Chancen, auch echt gute Leute zu bekommen. Und ich glaube, was wirklich ganz, ganz wichtig ist, und wir haben dieses Netzwerk und diese kurzen Wege angesprochen, wenn du in einer großen Ballungsregion bist, dann bist du doch irgendwo sehr anonym und für dich allein unterwegs und hast wenig diese Direktkontakte. Hier ist es schon so, dass du ein Netzwerk hast von den Wirtschaftsförderungen über die, ja, ob das die Oberbürgermeister, die Personal, die Landräte sind, ob das die Wirtschaft ist, die Gründerzentren. Also du hast hier unfassbar enge Verbindungen, Dräte und kommst auch, glaube ich, da recht schnell an Stellen ran, die dich sofort weiterbringen. Wir sind auch zum Kapital. Also wir sind ja auch, wir haben zwar jetzt nicht, dieses Thema, in bestimmten Bereichen gibt es eine Lücke, da bräuchten wir wirklich mehr. Da bräuchten wir aber als ganzer Standort in Deutschland wahrscheinlich mehr in diesem mittleren Bereich. Aber Fakt ist, auch hier, du hast doch eine Möglichkeit, über unsere guten Drähte jemanden relativ schnell mit einem guten Geschäftspartner, mit einem anderen Unternehmer, mit einem jemandem aus dem Bankenbereich zusammenzubringen. Oder einen innovativen Kopf mit jemandem zusammenzubringen, zu sagen, Mensch, da ist jemand, der hat so eine ähnliche Idee, das wird super gut zusammenpassen. Ihr solltet euch unbedingt mal zusammen an den Tisch setzen und mal eine Tasse Kaffee trinken. Und so funktioniert das ganz gut. Deshalb, ich glaube, wir haben schon enorme Stärken hier in der Region, die es nicht zu unterschätzen gilt. Und ja, deshalb glaube ich, braucht man das Standort auch nicht verstecken.
Nico HildmannBin ich bei dir. Also das unterschreibe ich gern. Ich habe es, glaube ich, auch schon oft hier in dem Podcast gesagt. Und insgesamt der Podcast zeigt es ja auch, wie viele coole Menschen wir einfach hier haben.
Dr. Lukas KagerbauerUnd die sich auch noch kennen und auch wirklich da unkompliziert miteinander vernetzen, ja.
Nico HildmannRichtig, also genau das ist es ja, wie schon gesagt, wir begleiten uns zwei eigentlich jetzt schon seit vier Jahren so, ne, und haben immer Berührungspunkte und dann gibt es auch mal den Tipp, den Tipp. Also das ist ja echt super, was da auch dann, sag ich mal, für eine Beziehung dann wächst, die halt doch eng ist. Und einfach vielleicht näher ist als in Metropolen letzten Endes. Aber vielleicht trotzdem mal aus deiner Erfahrung, jetzt, du hast ja natürlich jetzt über die Zeit viele Unternehmen auch gesehen oder halt auch vielleicht, ja, irgendwie bei manchen näher dran gewesen oder ach nicht, ne? Die Leute oder die Unternehmen, die weggegangen sind aus der Region, haben die sich aus deiner Sicht bewusst gegen Mainfranken entschieden oder waren es andere Gründe zu gehen?
Dr. Lukas KagerbauerAlso ich würde sagen, es war nicht bewusst gegen den Standort hier, dass jemand, also mir ist kein einziger Fall bekannt, der jetzt irgendwo, wo jemand gesagt hat, ich bin hier weg, weil ich es hier doof fand, oder weil ich irgendwie die Leute doof fand oder weil hier irgendwie. Sondern das sind halt genauso so Themen, wenn du zum Beispiel jetzt mit Startups sprichst, die vielleicht auch auf dem Sprung sind, die wirklich skalieren wollen, die suchen dann den direkten Zugang zu Kapital, zu Venture Capital, zu Business Angels und so. Und wenn du halt natürlich dann nach Berlin gehst oder nach München oder nach Hamburg, dann hast du halt da auf den Schlag eine höhere Dichte, ja. Und das ist oftmals die Intention gewesen. Oder wenn halt welche weggehen, die dann direkt auch hingehen, wo vielleicht potenzielle Kunden gleich direkt sitzen. Und das können wir halt nicht liefern. Also hier ist halt kein Airbus in der Region oder sowas, ja. Aber ich denke, man merkt auch ganz oft, dass diejenigen, die hier wirklich sind und die bleiben, und manchmal kommen auch wieder welche, die sich hier sogar stärker sich wieder hier so ansiedeln, dass die auch bewusst sich für den Standort entscheiden, weil eben hier ganz viele positive Faktoren zusammenspielen, die es einem auch wirklich in vielen Bereichen doch auch leicht machen, wieder nächste Schritte zu gehen und vielleicht auch leichter als in so einer ganz anonymen Umgebung.
Nico HildmannGenau, also tatsächlich einige Beispiele jetzt in, ob das jetzt in Gründungsberatungsgesprächen oder so auch ist, viele entscheiden, kommen wieder zurück letzten Endes, aber was man auch ehrlicherweise ganz häufig sieht, ist der ganz banale Fall, man ist der Liebe hinterher einfach gezogen, ob das jetzt weg ist oder wieder her oder überhaupt her. Und dann hat man es hier auch, ja, sehr, also schätzen gelernt, Lieben ist vielleicht ein bisschen zu viel gesagt, aber sehr schätzen gelernt, wo man sagt, das ist ja auch oft mal ein Grund, warum man irgendwie einen anderen Standort wählt, unabhängig von wirtschaftlichen Gegebenheiten. Aber ich sehe es genauso, ne? Also es gibt viele Gründe, warum es hier auch sehr wertvoll ist zu sein? Damit aber verbunden die Frage, wie jetzt mal auf Startups oder Wachstumsunternehmen geguckt, ne, glaubst du, dass der Faktor Standort überhaupt noch hochgewichtet ist für ein Startup in Zeiten von Remote Work und wo auch immer ich sitzen kann und arbeiten kann? Oder hat es abgenommen, wie ist da deine Meinung dazu?
Warum der Standort trotz Remote Work zählt
Dr. Lukas KagerbauerAlso ich glaube, dass der Standort schon immer einen signifikant wichtigen Baustein abbilden wird. Auch wenn du remote arbeiten kannst, du kannst Remote-Strukturen aufbauen. Ich glaube, es ist aber doch sehr, sehr wichtig, dass du immer wieder zusammenkommst, dass du auch eine gewisse Nähe hast zu deinen Kunden, dass du eine Nähe hast zu dem Bereich und an der Kette, wo du aktiv bist. Weil ich glaube, am Ende des Tages ist doch immer ganz viel auch People-Business und viel Vertrauen, wenn ich auch Geschäfte mache. Und deshalb, ich habe immer so, also das ist aber jetzt ein bisschen ein Bauchgefühl, ja. Immer die Bedenken, so eine richtig voll remote Company, vielleicht wäre es auch nur nichts für mich, ja, aber ich glaube, dass das in vielen Bereichen schon auch nicht so einfach ist. Das soll nicht heißen, dass alles ins Office zurück muss, aber ich glaube, das meine ich nur, dass der Standort schon nicht unwichtig ist. Und jetzt können wir natürlich an dem Standort auch einiges beeinflussen, weil man sagt ja immer so schön, ja, und da gibt es Regeln, die kommen aus Brüssel, dann gibt es was aus Berlin und aus München. Auf der anderen Seite haben wir oft doch Hebel, wo wir auch regional einfach ermöglichen können, ob das jetzt wirklich in Kammern ist, ob das in einer Behörde ist oder in Landratsämtern oder in den Rathhäusern, da die Sachen zu ermöglichen, um die Rahmenbedingungen fürs Arbeiten oder auch wenn es um Fachkräfte aus dem Ausland geht, unterschiedlichste Sachen. Standortentscheidungen, Baugenehmigungen, was auch immer, da haben wir schon Hebel regional und deshalb kann man da schon unterstützen. Aber deshalb, ja, ich glaube schon, es ist grundsätzlich unabhängiger geworden, weil du kannst jetzt deinen Entwickler auch irgendwie Remote einstellen und der muss nicht in Schweinfurt sitzen, da bin ich voll dabei. Wenn es aber um wirklich um strategische Themen geht, dann spielt der Standort aus meiner Sicht schon eine Rolle. Also es hat sich verändert, ja. Aber deshalb ist die Arbeit, die wir auch leisten, glaube ich, echt wichtig, weil es wichtig ist, schon, wo du sitzt.
Nico HildmannJa, glaube ich auch. Also es gibt natürlich genug Beispiele, dass es funktioniert, auch komplett remote. Für mich persönlich wäre es nichts, wo ich auch, oder das kriege ich auch widergespiegelt von Teams, die jetzt bei Flight sind oder wenn man so mal ein bisschen drüber spricht, ne, die sind schon stolz, auch homegrown zu sein oder hier zu sein, ne? Und zu sagen, ey, so eine Basis zu haben. Und das ist natürlich auch schön. Diesen, ich nenne es immer gerne jetzt so ein bisschen Patriotismus, einfach zu versprühen, auch ein bisschen stolz auf die Region zu sein, auch wenn es gerade einfach ein paar Themen gibt, wo man sagt, ist gerade ein bisschen negative, aber es ist ja, glaube ich, allgemein so ein bisschen die Stimmung, wenn man Deutschland so betrachtet aktuell.
Dr. Lukas KagerbauerAuch die Nähe zu den Hochschulen finde ich total wichtig. Absolut. Weil wenn wir über Talents zum Beispiel sprechen und du bist jetzt hier vor Ort und du weißt, du hast jetzt einen guten Kontakt hier zum Volker und seiner Gruppe oder zu anderen Professoren aus dem Robotikbereich oder aus der KI in Würzburg, an den KI-Zentren, sowohl der THWS oder der Uni, dann ist es doch signifikant, ob du da in der Nähe bist, ob du da mal rumschauen kannst, ob du mal irgendwie, keine Ahnung, bei so einem Hackathon mit dabei bist, ob du die Leute kennst und damit ein Netzwerk aufbaust, um die Leute vielleicht dann für dich zu gewinnen, ja, die dann sagen, ja Mensch, finde ich cool und ich bleibe aus bestimmten Gründen her, ob es jetzt der gute Wein ist, die Liebe oder der gute Job. Aber dann bleiben die wirklich hier und deshalb ist es schon super wichtig, der Standort, und darf nicht unterschätzt werden. Auf der anderen Seite bieten die neuen Rahmenbedingungen auch viele Chancen, glaube ich, im Vergleich zu früher, dass man halt vielleicht doch manche Talents dann remote mit dazu bekommt. Aber es wird schon immer eine Aufgabe auch sein, glaube ich, die einzubinden und lange auch am Unternehmen zu halten. Und da spielt der Standort dann auch schon wieder eine Rolle, dass du ein Office und eine Kultur vor Ort hast.
Nico HildmannGenau, und dass insgesamt Wertschöpfung passieren kann. Also sehe ich auch so und ja, also ich glaube, wir haben da jetzt eine gute Sammlung eigentlich an sehr vielen Gründen, was eine Region bieten muss, was hier auch schon geboten wird, was einfach, sag ich mal, als Faktor mit einbezogen wird, warum man hier auch dann wachsen kann. Nichtsdestotrotz muss man natürlich sagen, es könnten noch schnellere, also mehr Geschwindigkeit einfach erzeugt werden, weil das trübt, glaube ich, gerade einfach diesen Aktionismus, den man hat, so, ja, voll cool, da wird was kommen, wir haben eigentlich Aussichten oder positive Zukunftsaufsichten, nur wann kommen die in diesem Wust an auch Information letzten Endes. Du sagst so, also für mich ist immer diese Technologiesprünge auch. Es ist schwierig, als Mensch zu bewältigen. Sozusagen, was ist, was, du sagst schon, es ist eigentlich täglich ein Sprung drin, wo man sagt, gestern ist schon wieder komplett alt, was ich mir da angeeignet habe, welche KI nutze ich denn und so weiter. Also viele Themen, die einfach dazu, ja, oder darauf einzahlen, aber auch da, wir haben ja ganz tolle Netzwerke, ob das auch ein IT-Verband ist in Mainfranken. Wir als Gründer in Mainfranken alle gehen da Hand in Hand, wo auch wirklich sehr positiv in ganz Bayern wahrgenommen werden, wie das in Mainfranken wunderbar funktioniert.
Dr. Lukas KagerbauerEs sind doch, aber eigentlich sind es auch coole Zeiten, die wiederum, in der Vergangenheit war es immer so, dass schwere Zeiten auch wiederum optimal waren für Unternehmen, die dann wirklich Durchbruch geschafft haben. Das heißt, ich glaube, man darf nicht vergessen, dass egal wie schwer es aktuell ist, und es war ja immer irgendwie mal auch ein bisschen schwer, aber jetzt aktuell hast du halt wieder andere Rahmenbedingungen, dass es trotzdem gute Zeiten sind, um mit guten Ideen gute Sachen zu entwickeln, ob das jetzt Dienstleistungen sind, Produkte sind, die man bauen kann. Also es zeigen ja diese tollen Erfolgsstorys von Startups, von Gründerinnen und Gründern, die da wirklich echt coole Sachen auf die Beine stellen. Und deshalb, das darf man, glaube ich, nicht vergessen, dass das auch immer Zeiten waren, für Unternehmerinnen und Unternehmer anzupacken und mutig nach vorne zu entscheiden. Klar ist das nicht einfach. Und auch so ein Transformationsprozess in einem mittelständischen Unternehmen, größeren mittelständischen Unternehmen ist nicht einfach. Wenn ich vorher sehr stark auf Automotive fokussiert war und transformiere mich jetzt und gehe jetzt mit manchen Bereichen rein und gehe in Richtung Drohnenbau, Robotics rein, ja, dann sind das wahnsinnige Anpassungsprozesse und jeder von uns weiß, wie schwierig das oftmals ist mit Veränderungen und dass das die Menschen gar nicht so gern möchten, sondern dass du es lieber sehr klar geregelt hättest und es geht immer so schön weiter und natürlich nach oben, wie man es sich vorgestellt hat. Aber das ist halt einfach jetzt nicht die Zeit. Und wenn ich da so mal durch unsere Unternehmenslandschaft blicke, da sind da tolle Beispiele dabei, die auch heute sagen, wir kämpfen immer noch, aber genau die gehen diesen transformativen Weg. Ich war zum Beispiel vor zwei Wochen bei der Firma Job in Bad Neustadt. Und da sieht man, dass die wirklich wahnsinnige Veränderungen, die haben ja vorher im Schaltungsbereich für das Automobil ihren extremsten Schwerpunkt gesetzt. So jetzt weiß man klar, wie sich das alles im Automobilbereich verändert hat. Das heißt auch, das Unternehmen muss sich verändern und transformieren. Und die gehen genau diesen Weg. Der ist hart und die gehen aber wirklich konsequent und aus meiner Sicht auch richtig gut. Und das sind tolle Beispiele, die auch dann echt Mut machen, weil man sieht, das sind Unternehmer, da sind Entscheidungen da, klar sind die jetzt nicht einfach und sind auch nicht sicher, ja. Aber genau das ist es. Und so kommt man auch voran, indem du wirklich jetzt Entscheidungen für die Zukunft stellst. Weil was ist die Alternative? Wir haben ja keine Alternativen. Alternativ kannst du sagen, boah, dann lassen wir es halt so oder dann tröpfelt es halt so vor sich hin. Aber das ist ja nicht unser Anspruch.
Nico HildmannAbsolut nicht. Ne, aber ey, ach, wie gesagt, also mich hat es gerade natürlich krass bestätigt, dich hier als Gast genau für das Thema zu nehmen. Ich bin schon wieder fast euphorisiert, zu sagen, ey, es wird alles gut. Wir haben wirklich ein geiles Setting hier und können wirklich positiv auch in die Zukunft blicken. Und ich glaube, das machen wir auch, weil wie du schon sagst, alles andere macht doch überhaupt keinen Sinn. Und genau das ist auch nochmal eine coole Überleitung zu einem noch kleinen Thema, das ich gern noch bei dir ansprechen möchte, weil Fakt ist eins, wir können nicht in die Zukunft blicken, das ist klar. Aber wir können schon ein bisschen versuchen, die vielleicht ein bisschen abzuschätzen, was so kommen
Progno-SW: Entwicklungen früher einschätzen
Nico Hildmannwird. Und da will ich als Überleitung nochmal drauf gehen auf eine, ja, wie kann man sie nennen, eine Prognoseplattform, die du mir vorgestellt hast. Also ich weiß gar nicht, ob du sie initiiert hast, du wirst ja gleich noch was dazu sagen. Ich glaube, Progno-SW, ne?
Dr. Lukas KagerbauerJa, das ist unser Arbeitstitel bzw. jetzt unser Label drauf.
Nico HildmannJa, perfekt. Ja, Prognoseplattform letzten Endes, da bin ich auch Teil von. Vielleicht magst du mal ganz kurz erzählen, um was geht es denn da? Wer ist dabei? Was ist da so das Ziel?
Dr. Lukas KagerbauerJa, also im Grunde geht es darum, das Wissen der Crowd, also der Menge zu nutzen, weil es gibt da ganz schöne Studien zu und auch wirklich wissenschaftlich belegt, dass dieses Wisdom of the Crowds in der Regel jeden einzelnen Prognostiker schlägt. Weil diese Prognosen oftmals wirklich einfach verzerrt sind. Wir haben unterschiedlich einzelne Vorstellungen, aber in der Summe zusammen schlägt die Masse in der Regel immer den Einzelnen. Okay. Und das ist schon spannend, weil das jetzt auch nichts irgendwie ist, was man so da jetzt daher mal einfach so sagt, sondern das ist auch Ansätze, die laufen in Großunternehmen, ob das jetzt bei Google zum Beispiel ist, wo du dann irgendwie mit OKRs oder sowas arbeitest. Und wenn du in so ein Team beispielsweise mal reinfragst und sagst, wie schätzt denn ihr das ein, glaubt ihr, dass euer Projekt sich in den Kennzahlen im Rahmen realisiert oder gibt es Abweichungen? Und dann ist es total spannend, weil da kann man sehr schön sehen, wenn du die Crowd fragst, dass du dann sehr schnell Erkenntnisse bekommst, ob dein Projekt im Plan ist oder ob es sich verzögert. Und das ist ja, und jetzt geht es genau darum, geht es ja, wir wollen eigentlich mit solchen, mit so einem Ansatz, und ich komme gleich drauf, für was wir es ja verwenden, die Information früher haben, als sie eigentlich sonst eintreten würde, wenn wir bis zur Realisierung warten. Und warum? Ja, weil je eher du die Informationen hast, desto eher kannst du gegensteuern. Wenn ich jetzt zum Beispiel weiß, dass sich so ein Projekt nicht realisiert, dann kann ich ja sagen, ja, was kann ich denn dagegen tun? Wie kann man gegensteuern? Welche Maßnahmen kann ich ergreifen? Muss ich anpassen? Und das ist ja total spannend. Und wir arbeiten da mit einem Startup zusammen, das aus Hamburg kommt, heißt ARK Decisions. Genau, ja, stimmt. Und zwar ARK steht für Asking Right Questions. So was magisch immer. Ich auch, also ich habe ja gesagt, ich bin Volkswirt und auch mit einem Statistikbereich und auch ökonometrisch da sehr interessiert. Aber genau darum geht es. Du musst Fragen identifizieren und dann ein entsprechendes Prognosepanel zusammenstellen, die diese Fragen gestellt bekommen, die alle die gleichen Fragen bekommen und die dann ihre Einschätzungen dazu abgeben können. Und wenn man die Fragen richtig stellt, das ist auch schon wichtig, also man muss schon die Kunst, die richtigen Fragen zu stellen, ist wirklich entscheidend. Dann ist es aber tatsächlich möglich, für manche Sachen Indikatoren abzuleiten, in welche Richtung geht sowas. Und das ist dann spannend, weil das für uns standortrelevant sein kann. Wir wollen es wirklich hier für den Standort mit einsetzen, weil wir gucken wollen, in welche Richtung entwickeln sich manche Bereiche. Ein Prognosepanel, das sehr heterogen zusammengesetzt ist. Wir hatten letztes Jahr das mit einem Pilot gestartet und da war der Volker Wette vom Handelsverband, unser Superprognostiker, als Einzelner aus diesem Panel raus, der immer, also im Durchschnitt besser war als die Crowd. Ansonsten waren alle eigentlich, haben durch die der zweite Platz war gleich die Crowd-Prognose. Ja, okay. Und wir können dann eben Sachen einschätzen und vielleicht, vielleicht früher sehen, als es tatsächlich realisiert wird. Und gerade in so innovativen Bereichen versuchen wir die Fragen dahin zu stellen, dass es den Transformationsprozess so ein bisschen mit abbildet und dass wir sehen können, wie entwickelt sich denn hier das eine oder andere? Wir haben beispielsweise auch jetzt mal den Blick drauf geworfen, die Industrie verändert sich hier sehr, sehr stark. Entstehen hier vielleicht neue Spin-offs aus der Industrie, entstehen Inkubatoren? Glauben wir, dass vielleicht da Investitionen gibt in Joint Ventures mit Startups oder mit anderen Unternehmen. Investmentpotenzial. Investmentpotenzial, genau. Und spannend ist tatsächlich, dass man da schon ein Gefühl bekommt, auf der kurzen Frist und in die mittlere Frist, wohin sich manche Sachen entwickeln. Und wir sind uns tatsächlich in vielen Sachen sehr einig. Und spannend ist jetzt, jetzt haben wir sogar noch einen weiteren Mitspieler. Ein Kollege kam dazu. Seit diesem Jahr haben wir noch den Kollegen, die KI nämlich mit dabei, die auch noch mit in das Panel reinfließt. Es ist total spannend, dass wir da, wir sind eine der ersten, also wir sind die erste Kammer, glaube ich, die in diesem Umfang auch das jetzt zusammen macht mit dem Startup, mit Arc Decisions, die auch jetzt für uns sogar noch diese KI mit integriert haben. Und zwar diese KI auch nicht irgendwie was, was, keine Ahnung, dahin läuft einfach mal so ein bisschen Google Gemini im Hintergrund mit oder Claude, sondern das ist wirklich eine KI, die von einem, der bei Google sehr, sehr stark involviert war in den Forschungsbereich, ab mitentwickelt wurde. Und jetzt hast du sozusagen wie einen KI-Agenten, der ganz viele unterschiedliche Facetten gleichzeitig mit in den Blick nimmt, der versucht ganz umfassend und umspannend den ganzen Kontext zu erfassen und einzuschätzen. Und spannend ist tatsächlich, dass wir uns eigentlich immer in die richtige Richtung orientieren. Wir liegen eigentlich mit den Aussagen relativ richtig in der Tendenz. Wir sind aber oftmals zu positiv gewesen, was die angeht, die direkte Einschätzung. Und die KI relativiert es ein bisschen. Die sagt dann, ja, ihr habt schon recht, wir glauben auch, dass da sich vielleicht so Innovationsabteilungen ausgründen, dass da neue Transformationsbereiche entwickelt werden, neue Technologien mit in den Fokus geraten. Aber es geht, glaube ich, nicht so schnell, wie ihr es glaubt. Es wird ein bisschen länger dauern. Und das ist schon spannend, wenn du so manche Sachen mit einer KI gespiegelt bekommst, wo sich hier so eine Region hinentwickelt. Und genau, und wir machen es eben nicht irgendwie, um die Glaskugel jetzt komplett auszulesen, sondern wir wollen wirklich einfach früher Indikatoren ableiten, um dann Entscheidungen vielleicht vorzubereiten.
Nico HildmannJa, es ist super erklärt erstmal. Vielleicht für euch ist es so, man hat eben Aussagen und man gibt sozusagen über einen Regler eine Eintrittswahrscheinlichkeit, so wie man das denkt, ein. Man kann noch Kommentare dazu geben und so ergibt sich dann, sag ich mal, dieses Panel. Und super, wie du es gerade gesagt hast, weil genauso ist es tatsächlich. Weil wenn ich wenn ich abstimme, schwingt bei mir, weil ich bin ein Optimist, immer so ein paar Prozentpunkte sind Optimismus natürlich. Und das hat eine KI nicht. Die ist faktenbasiert. Das wird halt, ja, ich finde es auch spannend zu sehen, ey, die Tendenz ist da, nur halt nicht in dem Ausschlag wahrscheinlich auch. Vielleicht da kurz noch dazu gefragt, du sagst ja so Wisdom of the Crowd, ne? Wie viele sind aktuell dabei? Ist das überhaupt repräsentativ genug?
Dr. Lukas KagerbauerJa, also wir müssten noch ein bisschen mehr draufkriegen. Wir haben ja mit einem kleinen Pilot gestartet, da haben wir noch nicht. Aber ich glaube so 40 oder 30, oder? Ja, aber ich glaube so perfekt, wenn man mit den Leuten da spricht, wären, wenn wir wahrscheinlich so 60 wären. Wir sind aber auch gerade dabei, noch das ein bisschen auszuweiten, noch mehr Leute draufzukriegen, die auch wirklich aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen. Das ist ja eben ganz wichtig. Es sollen nicht alles die Superprognostiker sein, sondern oftmals ist es ja genauso, dass die einzelnen Meinungen ganz wichtig sind und dass zusammen dann das Gesamtbild ergibt. Und deshalb ist es schon, aber es ist sehr, sehr stark, diese Indikatoren, die wir schon ableiten können, kann man schon sehen, dass wir da wirklich sehr, sehr gut liegen. Und nochmal, ich tue mir mal schwer, weil das ist doch schon etwas komplexer zu erklären. Du wirst dann gefragt, mit wie viel Prozent beispielsweise würdest du das einschätzen, dass folgendes Ereignis tatsächlich eintritt. Dass zum Beispiel bis Ende, wir hatten auch mal schon mal ein Startup, glaube ich, eine Start-up-Frage mit drin, irgendwie, dass zum Beispiel irgendwie ein Unicorn bis Ende 26 aus der Region kommt oder sowas. Und dann musst du mit Prozent einschätzen. Und das Interessante ist, dass ja alle machen ihre Einschätzung und du siehst, wie die anderen abgestimmt haben. Und dadurch kannst du dann bist ein bisschen mit beeinflusst, könnte man meinen, dass das wird, diese Beeinflussung ist negativ, aber die ist genau da eingepreist. Und am Ende des Tages sind die Tendenzen schon immer ganz gut gewesen. Und man kann es auch dann auflösen, manche Sachen kann man sofort auflösen, manche Fragen muss man eben so stellen, dass wenn sie einen längeren Horizont haben, dass man immer zwischendrin so einen Anker hat, an dem man sich orientieren kann. Aber dafür haben wir dann die Profis von Arc, die da auch mit uns diesen Weg da gehen.
Nico HildmannAlso finde ich echt cool, auch wie du sagst, wenn man dann die anderen Abstimmungen sieht, also bei manchen Fragen Richtung Unicorn, ne? Ich weiß gar nicht, ich glaube, ich habe 1% oder so halt, also wirklich wenig, ne? Und manche haben da 20 gesagt, auf gar keinen Fall. Also wo man dann sagen, klar, natürlich nicht, ne? Ich würde es mir natürlich wünschen oder hätte es mir gewünscht, aber das war dann so, nee, also das ist dann zu optimistisch wahrscheinlich, ne? Aber ja, macht Spaß und es sind einfach, selbst ich als Fragenbeantworter, sage ich jetzt mal, oder Aussagenbeantworter, Einschätzer, mit was wird sich denn gerade so auseinandergesetzt? Wo man selber da nochmal zum Gedenken angeregt wird, so, ach ja, okay, ne, das wäre cooler Antrieb, ne, und so weiter. Vielleicht da letzte Frage insgesamt dazu auch, was macht ihr denn dann mit den Ergebnissen? Wird das auch an der Politik weitergespiegelt oder ist das jetzt erstmal für euch, also genau, wie arbeitet man der jetzt weiter?
Dr. Lukas KagerbauerJa, also es gibt ja immer regelmäßig Reportings, die gehen dann auch raus an alle, die mitmachen und wir wollen diese Information noch stärker dann auch an die Akteure bringen, die wirklich da mitgemacht haben, die auch Entscheidungen hier treffen, die Entscheidungen vor Ort auch regional treffen. Weil wir stellen diese Fragen ja ganz bewusst zum Beispiel jetzt in der Frage, wo entstehen neue Geschäftsfelder, wo kann Neues entstehen. Und wenn man da solche Indikatoren hat, wo man sehen könnte, okay, da könnte sich stärker was hinentwickeln, dann ist das ja hochrelevant zu sehen und bestätigt vielleicht auch in der einen oder anderen Entwicklung, ich sage jetzt mal Stichwort KI Gigafactory oder Founder Barracks, dass wir sagen, okay, in vielen Bereichen sind wir auf dem richtigen Weg, bei manchen Sachen, okay, haben wir noch gar nicht so richtig darüber nachgedacht. Wir hatten ja in der letzten Krise, hatte ich 1992, 93, dieses Thema auch der Spin-offs aus der Industrie raus. Das haben wir hier wieder mit aufgegriffen, was aus meiner Sicht wieder hier hochrelevant werden könnte, auch für die Zukunft, weil bestimmte Bereiche immer noch eine spannende Marge in bestimmten Industriebetrieben haben, die aber sagen, darauf können wir uns nicht mehr fokussieren. Ja, why not? Warum dann nicht da wieder eine Art Spin-Off-Weg gehen, wenn man hier durch Schweinfurt und durchs Maintal fährt, siehst du ganz viele Firmen, die aus solchen Spin-offs raus entstanden sind, die tolle Mittelständler mittlerweile geworden sind, die des Rückgrat der Region sind. Und genau da wollen wir auch eben diese Information dann verteilen und die Informationen auch spielen. Und auch für uns, ja, wo setzen wir Prioritäten in der IHK-Arbeit, wo bauen wir neue Netzwerke auf, wo unterstützen wir Betriebe, in welchen Bereichen? Da spielt das maßgeblich mit rein. Also wir haben New Space-Netzwerke aufgebaut, Defense-Netzwerke, nicht weil wir glauben, dass es spannend ist, sondern weil wir tatsächlich da was sehen und auch was fühlen und vielleicht auch, dass sich noch bestätigt sogar mit Zahlen. Und deshalb, dafür ist es eigentlich gedacht.
Nico HildmannAlso ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fragenkatalog, was da wieder sozusagen wartet. Aber ich finde insgesamt schon, dass man jetzt auch sehr gut sieht und ich hoffe, dass bei euch, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, auch irgendwo rauskommen. Es sind schon wirklich viele Themen, die angegangen werden. Und ey, wer weiß, was sich da aus diesem Prognose-Panel heraus ergibt als eine Sat für irgendein zukünftiges Wachstum letzten Endes. Oder nochmal einen Push gegeben hat, damit irgendwie was noch mehr Fahrt aufnimmt. Also insgesamt vielen Dank für die ganzen Ausführungen. Ich könnte auch da jetzt echt noch vier Stunden weiterreden. Es gibt so viel ja, glaube ich, zu erzählen. Also, aber ich hoffe, es hat dir Spaß gemacht, Lukas, mal wieder Gast zu sein in einem Podcast.
Dr. Lukas KagerbauerAlso mir hat es mega Spaß gemacht. Ich muss ja sagen, ich war ja fast ein bisschen aufgeregt, weil ich mir gedacht habe, wenn du zu Gast bist, ist es nochmal eine ganz andere Nummer. Aber du merkst, glaube ich, wir könnten noch ewig sprechen. Deshalb, also ja, hat echt mega Bock gemacht.
Nico HildmannDas freut mich. Das ist immer das Schönste, das dann zu hören. Also vielen, vielen Dank. Auch bei dir weiterhin gutes Gelingen bei allem. Wir werden uns, denke ich, eh das Öfteren noch weiterhin klar sehen. Vor allem, wie gesagt, wir sind Gebäudenachbarn jetzt. Und genau, also nochmal vielen, vielen Dank für deine Ausführung, für die Infos, für deine Meinung. Ich freue mich schon auf die Ausstrahlung und sag nochmal vielen, vielen Dank, Lukas.
Dr. Lukas KagerbauerIch danke euch und wenn jemand jetzt irgendwelche Anknüpfungspunkte gefunden hat, jederzeit gerne. Meine Kontakte findet man überall. Also wenn man Lukas Kagerbauer IHK eingibt, kommt er direkt zu mir. Und ich freue mich auf jeden, der auch Ideen hat, der vielleicht auch mal eine Kritik hat, weil nur so kommen wir auch voran. Danke, dass ich da sein muss.
Nico HildmannNatürlich immer gerne. Findet ihr alles in den Shownotes, also da einfach gerne Kontakt aufnehmen, in den Podcast reinhören. Und genau, werdet aktiv und hört gern rein. Danke euch. Ciao.