Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Wir sprechen mit Innovationsbegeisterten und Visionären aus Schweinfurt und Mainfranken. Persönliche Geschichten über Erfolge, Rückschläge und neue Chancen – echte Einblicke in die Welt der Startups und Innovationen.
Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Special Folge mit Dr. Luisa Rödemer: Was vor einer Finanzierungsrunde wirklich sitzen muss
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Eine Finanzierungsrunde kann an Dingen scheitern, die ein Gründungsteam lange aufgeschoben hat: ungeklärte Rechte am Produkt oder fehlende Vereinbarungen zwischen den Co-Foundern. Wer sein Startup investment ready machen will, sollte diese Fragen vor dem Gespräch mit Investoren klären. Dazu gehört auch: Wofür wird das Geld überhaupt gebraucht?
Dr. Luisa Rödemer ist Anwältin für Arbeitsrecht, Gründerin und Partnerin der Startup-Kanzlei season5. Die gebürtige Schweinfurterin ist nach Stationen unter anderem in Hamburg und Dubai in ihre Heimat zurückgekehrt und unterstützt das FLIGHT-Programm.
In dieser Special-Folge des Startbahn27 Podcasts erklärt sie, worauf es vor einer Finanzierungsrunde ankommt, welches Grundwissen Gründende selbst brauchen und wann fachliche Unterstützung sinnvoll wird.
Darum geht’s:
- Braucht dein Startup wirklich Venture Capital – oder passt ein anderer Weg besser?
- Was sollte zwischen Co-Foundern geregelt sein, bevor jemand aussteigt?
- Warum können ungeklärte Rechte am Kernprodukt eine Finanzierung verhindern?
- Was musst du über Cap Table, Vesting und Due Diligence selbst verstehen?
Luisa berichtet außerdem von einer Finanzierungsrunde, die an IP-Streitigkeiten scheiterte. Und sie ordnet ein, warum die Vorbereitung zeitweise so viel Aufmerksamkeit fordert, dass die eigentliche Produktarbeit zu kurz kommen kann.
Die zentrale Erkenntnis: Investment Readiness beginnt bei einer klaren Strategie und geklärten Grundlagen im Team.
Du interessierst dich für Startups, Unternehmertum und Innovation? Im Startbahn27 Podcast interviewt Nico Hildmann inspirierende Gründer, Unternehmer und Visionäre aus Mainfranken – mit Fokus auf Schweinfurt und der Region.
Ob Startup-Erfolg, persönliche Rückschläge oder frische Ideen – wir erzählen echte Geschichten aus der Gründerszene und liefern dir wertvolle Learnings und Insights für deinen eigenen Weg.
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Web: www.startbahn27.de
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Begrüßung und Gastvorstellung
Nico HildmannJa, hallo zu einer neuen Special-Folge im Startbahn 27 Podcast. Ja, und mein heutiger Gast, bei dem dreht sich ganz viel um die Frage, wie man denn eigentlich Investment ready wird. Also beispielsweise, was muss denn im Vorfeld so geklärt sein, bevor ein Investor wirklich genauer hinguckt? Welche Themen werden in der Praxis auch nur ein bisschen stiefmütterlich behandelt oder auch nach hinten geschoben, was gar nicht so sinnvoll ist. Und insgesamt, was muss im Investmentprozess einfach so rechtlich beachtet werden, damit einfach alles sauber läuft? Und ja, darüber möchte ich heute sehr, sehr gerne mit Dr. Luisa Rödemer sprechen. Luisa ist Anwältin für Arbeitsrecht und auch Gründerin und Partnerin der Startup-Kanzlei Season 5. Und da unterstützt sie beispielsweise Unternehmen von der frühesten Gründungsphase bis hin zur Finanzierungs- und Wachstumsphase. Ja, und was mich persönlich natürlich sehr freut. Sie ist homegrown, sie kommt aus Schweinfurt, war aber tatsächlich eine Zeit lang weg, ist aber wieder da. Und ja, seitdem sie da ist, hat sie sich auch sofort als Unterstützerin in unser Flight-Programm gestützt und ja, hat auch ihre Partner mitgebracht, was mich natürlich wahnsinnig freut und ich freue mich jetzt riesig, die Podcast-Folge mit dir anzugehen und sage: Herzlich willkommen, Luisa, schön, dass du da bist.
Dr. Luisa RödemerVielen, vielen Dank, lieber Nico. Ich freue mich auch sehr, noch heute da zu sein und mit dir gemeinsam die Themen ein bisschen anzugehen.
Nico HildmannJa, also immer schön, dich natürlich zu sehen. Wie geht's dir erstmal, vielleicht als erstes? Sehr gut.
Dr. Luisa RödemerEin bisschen aufgeregt, so wie immer vor was wie einem Podcast, aber ich freue mich sehr, über diese sehr, sehr wichtigen Themen mit dir einmal zu quatschen, die den Leuten ein bisschen näher zu bringen und da ein bisschen Licht ins Dunkle zu bringen, genau was du sagtest, wo muss ich was beachten, was kann ich noch nach hinten schieben. Vor allem einen Anwalt reinzuholen, ist immer mit Geld verbunden oder man hat jedenfalls Angst, dass man da jetzt dann die Uhr läuft, viel Geld geht verloren. Deswegen ist es uns auch ganz wichtig, dass unsere Startups immer wissen, auf wen kann man sich wie verlassen, wen muss man wann ins Boot holen und wie kriege ich das hin, ohne dass ich das meiste Geld, was ich vielleicht habe für meine Gründung und für meine erste Phase, erstmal einen Anwalt überweise.
Nico HildmannJa, absolut. Also freue ich mich jetzt schon mehr ins Detail dann jetzt gleich mit dir zu gehen, um da, dass du einfach vielleicht mal ein bisschen Licht ins Dunkeln bringst, für die Zuhörenden. Bevor wir das aber tun, gerne einfach nochmal vielleicht erstmal auf deine Person zu gucken. Ich habe es ja gerade schon gesagt, Homegrown, kommst du aus der Region, was aber doch eine Zeit lang weg, also wenn ich es richtig im Kopf habe, so ungefähr 15 Jahre, glaube ich, gell? Aber tolle Orte, Hamburg, Dubai, ne, also da war ja schon einiges dabei. Vielleicht magst du uns einfach mal ein bisschen mit auf deine Reise mitnehmen. Was hat dich denn damals rausgezogen und viel wichtiger, was hat dich denn wieder zurückgebracht?
Dr. Luisa RödemerJa,
Zurück nach Schweinfurt und die Gründung von season5
Dr. Luisa Rödemergenau, also absolut richtig. Ich war knapp 15 Jahre weg. Ich bin zum Studium gegangen, also Pier Abitur gemacht, bin dann zum Studium nach Bayreuth und nach Regensburg, zum Referendariat, was wir ja im Jurastudio machen müssen, bin ich nach Hamburg und dann durch ein paar Zufälle, tatsächlich nach Dubai, für eine deutsche Kanzlei. 21, kurz nach Covid wieder zurückgekommen oder noch so in der Endphase von Covid wieder zurückgekommen, wieder nach Hamburg, weil ich dachte, okay, ich möchte auf jeden Fall in der Großstadt bleiben.
Nico HildmannAuch eine geile Stadt, ehrlicherweise.
Dr. Luisa RödemerTotal. Und auch um da wieder so auf dem Anwaltsmarkt wieder Fuß zu fassen in Deutschland. Also auch genau das Richtige gewesen. Und dann vor knapp zwei Jahren zurück nach Schweinfurt gekommen. Dazu muss man wissen, und ich glaube, es geht vielen anderen Schweinfuttern auch so, man verliert irgendwie nicht so richtig den Anschluss. Was was Gutes ist. Man, zumindest war es bei mir so, behält seine Freunde hier, Family ist hier. Immer wenn ich zurück nach Schweinfurt gekommen bin, hat sich es angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen. Sei das hier beim Ausgehen, sei das beim Freundetreffen, sei das beim, ich weiß nicht, egal was man unternimmt, es ist immer so ein bisschen, als wäre man nie weg gewesen. Und wenn ich das sage, ich war fast 15 Jahre weg, dann ist das schon irgendwie was Besonderes, was Schweinfurt hat und man kann es gar nicht so richtig erklären, aber genauso war dann auch mein Start wieder hier. Also es fühlt sich so ein bisschen an, als wäre ich nie weg gewesen, außer dass ich sehr viel Erfahrung noch gesammelt habe, auf dem Weg wieder herzukommen.
Nico HildmannJa, aber echt cool, ne? Also du hast in der Zeit super viele Stationen auch durchgemacht oder Themenbereiche. Aber vielleicht erstmal da, genau. War das für dich, wie kamst du denn zu Jura? Also war das für dich schon früh klar, ich will Anwältin werden? Hattest du irgendwie einen Einfluss oder sowas, der da auf dich gewirkt hat und dich in die Richtung gebracht hat? Wie kamst du dazu?
Dr. Luisa RödemerIst eine super Frage, finde ich, weil ganz, ganz viele ja von jungen Jahren wissen, was sie beruflich werden wollen. Das war bei mir nicht so. Ich fand dann am Humboldt haben wir Wirtschaft und Rechte in der 12.13. gehabt, Oberstufe. Das fand ich super interessant. Es war so ein bisschen für mich logisch wie Mathe. Vielleicht, wenn man von außen drauf guckt, kann man das gar nicht nachvollziehen. Ist aber wirklich so, so ein bisschen, wie man die Schritte beim Prüfen, beim juristischen Prüfen abgeht. Hab dann nach dem, kurz nach dem Abitur, mein erstes Praktikum gemacht bei einem Freund der Familie, der Richter war zu dem Zeitpunkt und da so ein bisschen gedacht, okay, ich mochte es total, wie viel er weiß, wie viel er erzählen kann von seinen Fällen, wie viel Menschenkenntnis, aber auch gesellschaftspolitische Kenntnis er hat. Und dachte dann, okay, ich habe keinen ganz konkreten Wunsch, wo ich hin will. Aber wie man so klassisch sagt, mit Jura kann man alles machen und so habe ich dann erstmal losgelegt.
Nico HildmannJa, aber super cool, aber es war jetzt nicht für dich so Ziel, Richterin zu werden oder war das mal auf dem Weg, vielleicht sogar?
Dr. Luisa RödemerNicht so richtig, ehrlich gesagt. Dieses Praktikum war auch im Strafrecht. Da habe ich von Anfang an relativ großen Respekt davor gehabt, solche Themen dann auch mit nach Hause zu nehmen und überhaupt so ganz viele, so extreme Themen zu haben. Deswegen war es schon von Anfang an eher Richtung Wirtschaft, würde ich sagen. Aber es war tatsächlich nicht klar, dass ich Anwältin werden möchte. Ich fand es eher dann auch im Referendariat abschreckend, ehrlich gesagt. Viele, viele Praktika und Stationen waren eher so der Umgang miteinander schwierig. Ich hatte im Referendariat, war ich 14 Monate als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Kanzlei. Und zum Abschlussgespräch sagte der für mich zuständige Partner: Ja, vielen Dank für deine Unterstützung, Laura. Ja, also ich heiße Luisa. Vielen Dank für die letzten 14 Monate. Und das war so ein bisschen, das hat mich so ein bisschen dazu gefallen, dass ich gesagt habe, boah, ich weiß nicht. Und auch nicht in so einer großen Kanzlei, I don't know, irgendwie fühle ich es nicht. Und bin dann über Umwege nach Dubai gekommen und habe da tatsächlich so ein bisschen gelernt, wie das auch sein kann, wenn man so ein bisschen, man hat damals gesagt, Mädchen für alles, heute nennt man das Gott sei Dank Everything Advisor, ist und tatsächlich für man dann versucht, also wir haben dort Gründungen begleitet auch schon. Da kommen wir dann auch wahrscheinlich gleich wieder in die Richtung hin, oder wie das für mich alles angefangen hat. Und man begleitet so viel mehr als nur ein juristisches Thema. Und das hat mir dann große Freude gemacht, mich so ein bisschen wieder zurückgebracht toch, okay, vielleicht das Anwendungssein doch ganz cool.
Nico HildmannAlso weißt du, ich finde auch da wieder beste Beispiel, viel ausprobieren, um zu wissen, was man nicht will. Kann man dann ausschließen. Und dann formt sich es ja. Der Weg, Everything Advisor habe ich auch noch nie. Also, finde ich richtig cool, merke ich mir auf jeden Fall. Sehr, sehr cool. Also toll, was sich auch dein Weg dann auch so gelehrt hat, welches Erfahrungsmitgebracht hat. Und es ist ja in was gemündet, was sehr, sehr cool ist, nämlich dieses Jahr die Gründung eurer eigenen Kanzlei war zu viert, ne? Season 5 hat sich dann dadurch entwickelt, auch nochmal Glückwunsch, ne? Zu dem Meilenstein. Ja, vielleicht magst du da einfach mal kurz erzählen, wie kam es denn dann dazu, was war beziehungsweise ist euer Antrieb von Season 5 und wie läuft es aus deiner Sicht so?
Dr. Luisa RödemerJa, vielleicht erstmal nochmal ein Übergangsschritt, weil du gesagt hast, man formt sich so ein bisschen. Manchmal fühlt es sich auf dem Weg gar nicht so an, als wird es sich formen, sondern man hat tatsächlich, ich hatte im Leben viele Punkte, wo ich das Gefühl hatte, das will ich nicht, das will ich nicht, das will ich nicht. Und dass man so ein bisschen Sorge hat, dass man den Blick dafür verliert, okay, was bleibt denn da noch übrig? Tatsächlich würde ich allen empfehlen, Augen offen halten. Es wird einem immer wieder ein Steinchen, das man benutzen kann, in den Weg gerollt. Und so war das im Endeffekt auch mit Season Five. Wir haben Anfang des Jahres entschieden, unsere eigene Kanzlei zu gründen, wie du es auch gesagt hast. Geschehen ist das mit drei weiteren tollen Kollegen, die ich in unserer letzten gemeinsamen Station, beruflichen Station kennengelernt habe. Wir haben also alle im VC bereits gearbeitet und waren in einer Kanzlei Arbeitskolleginnen und haben dann aber entschieden, wir würden das gerne selber machen wollen. We have ein paar Ansätze, die wir als besonders wichtig empfinden, intern wie extern, wie verhalten wir uns, wie wollen wir uns innerhalb unserer Kanzlei miteinander verhalten, wie wollen wir nach außen auftreten, was sind unsere Devise, was sind unsere Werte. Und da wir bisher auf unserem beruflichen Weg diese Werte, so wie wir sie vertreten wollen, gar nicht so richtig gefunden, haben wir gesagt, okay, dann machen wir es selber. Und also einer der großen Besonderheiten bei uns ist, dass wir drei von vier Gründungspartnerinnen und Frauen sind. Das ist in Kanzleien generell eher selten und im VC-Bereich, ich weiß gar nicht. Also wir haben das mal aus Spaß durch die KIs laufen lassen. Das ist wirklich fast weltweit ganz besonders.
Nico HildmannKlassisches USP hier, ne? Total.
Dr. Luisa RödemerUnd sind wir auch super stolz drauf, macht uns auch totale Freude. Und auch wirklich zu sagen, das, was wir machen, ist aber auch inhaltlich besonders. Also ich sage immer, natürlich ist Gesellschaftsrecht Gesellschaftsrecht, natürlich ist Arbeitsrecht Arbeitsrecht. Aber alles ist anders, sobald man im Startup-Kosmos unterwegs ist, sobald man im VC-Kosmos unterwegs ist. Auf der einen Seite ist alles viel, viel schneller. Und auf der anderen Seite gibt es aber ganz, ganz viele Besonderheiten und damit meine ich nicht nur die ganzen vielen englischen Begriffe, die man können muss, bei denen man einfach gut aufgestellt sein muss, bei denen man Erfahrung haben muss. Also sowas lernt man auch nicht an der Uni und auch nicht im Rev. And so haben wir uns zusammengeschlossen, bilden, und da kommen wir wieder zum Everything Advisor: Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht, IP, IT ab und beraten da vor allem auch die Schnittstellen. Das heißt, wenn du mit einem arbeitsrechtlichen Problem zu mir kommst und ich merke schon, okay, das berührt auch Steuerrecht, weiß ich halt schon, okay, das kriegen wir halt als Team so abgedeckt, dass du nicht sieben verschiedene Anwaltskanzleien brauchst, um dein Problem zu lösen.
Nico HildmannAlso wirklich ein Klassiker, wo man sagt, baue dir ein komplementäres Team auf, das habt ihr genauso gemacht, ihr habt alle euer Fokusthema bzw. Bereich, sage ich jetzt mal, wo ihr, wenn man so will, auf jede Anfrage antworten könnt oder irgendwie reagieren könnt.
Dr. Luisa RödemerUnd das wollen wir auch, als ich vorhin meinte, ich habe das in Dubai zum ersten Mal so gehabt, ich habe da auch für Mandanten ein Büro gestrichen. Also das ist zwar nicht das, was ich am besten kann, aber man möchte wirklich der Legal Partner sein für das Startup oder für den Investor, für den Business Angel, für den Fonds. Wir haben alle jeweils noch ein sehr großes Netzwerk hinter uns, national und international. Das heißt, selbst wenn wir die Frage nicht beantworten können als Season Five, können wir immer auf Netzwerk zurückgreifen und sagen, okay, international, national, es geht um ein Thema, das haben wir nicht unmittelbar, aber trotzdem musst du nur Luisa anrufen. Und wir kümmern uns.
Nico HildmannAlso sehr cool, ne? Also auch dessen Netzwerk sowieso auch A und O. Es hat für euch einfach, eure Situation hat einfach gepasst, die euch dann bestärkt haben zu sagen, wir gehen das jetzt an. Und man muss ja sagen, es ist doch sehr erfolgreich. Ihr wachst ja sehr stark, richtig? Wie viele seid ihr denn mittlerweile?
Dr. Luisa RödemerGenau, wir werden im Dezember zu zwölf sein.
Nico HildmannEtwa dreifacht, ne? Ist ja Wahnsinn.
Dr. Luisa RödemerWir sind auch wirklich, wirklich overwhelmed im positivsten Sinne. Also wir freuen uns riesig, dass von unseren Bestandsmandaten alle den Schritt mit uns gegangen sind. Wir freuen uns, dass wir so viele neue, tolle Gründerinnen, InvestorInnen kennenlernen durften, die uns auch das Vertrauen geschenkt haben, was ja nicht das Normalste ist, dass man sagt, die Kanzlei besteht seit März, denen vertraue ich mein Business an. Da hilft es natürlich, dass man schon sehr lange am Markt generell tätig ist.
Nico HildmannDie Menschen sind es ja, ne?
Dr. Luisa RödemerAber wir freuen uns auch riesig, dass nicht nur unsere Mandanten uns so vertrauen, sondern auch tolle, tolle Rechtsanwältinnen, die gesagt haben: Nee, da sehe ich das wirklich auch, da möchte ich hin, da würde ich gern Teil sein und auch Teil der Entwicklung jetzt am Anfang, wo man noch so viel mitgestalten kann bei einer Kanzlerin.
Nico HildmannJa, also bin ich auch ganz gespannt, das ist natürlich nochmal auch was anderes, so ein Teamlead dann noch für andere vielleicht auch irgendwo zu sein. Das ist vielleicht mal ein Thema für vielleicht nochmal eine zweite Podcast-Folge, wie man das sowas dann auch macht. Aber weil du es so gesagt hast, nicht so selbstverständlich. Das Gleiche würde ich hier auch ergänzen, es ist dann auch nicht selbstverständlich, dass ihr in eurem ersten Gründungsjahr dann auch sagt, wir unterstützen Flight. Vor allem finanziell. Also ihr wart ja direkt Platin-Supporter, wo man sagt, nee, wir wollen die regionale Gründerszene, vor allem du bist ja nur jetzt einfach der regionale hier, ne? Sagen, das wollen wir unterstützen, wir wollen dabei sein. Ihr habt ja auch dann direkt Verantwortung übernommen, wart in der Jury, habt die Gewinner gekürt mit. Also wirklich sehr, sehr cool, hat mich wahnsinnig gefreut. Und das ist auch so ein bisschen jetzt auch die Brücke zu eigentlich unserem Thema von der Podcast-Folge, wie man Investment ready wird. Denn über die letzten Jahre, vor allem vielleicht auch natürlich schon in der Zeit von Karlsruhe, kommen ja doch einige Startups dann auf dem Weg zu einem und sagt, du Nico, Thema Investment, woher weiß ich denn, dass ich ready bin? Wann bin ich denn ready? Ist das ein Zustand sozusagen? Deswegen einfach mal ganz offen mit dir, jetzt auch in der Podcast-Folge besprochen und diskutiert.
Wofür brauchst du Geld – und von wem?
Nico HildmannAus deiner Sicht, wie wird man denn für ein Investment ready? Sprich, wenn jetzt jemand zu euch kommt, ein Startup, and sagt, wir wollen das Thema Finanzierung angehen oder Finanzierungsrunde, auf was schaust du, schaut ihr da als erstes? Was muss da sein?
Dr. Luisa RödemerIch glaube, als erstes würde ich mal ein, zwei Rückfragen stellen. Wo was bedeutet für dich Startup, für dich Gründer, ich möchte jetzt das Investment-Thema angehen. Was brauchst du denn? Was machst du und was brauchst du? Wen hast du gerade um dich rum? Wer ist dein Team und wen guckst du dir eigentlich an? Wir haben ja ganz verschiedene Möglichkeiten, wie ein Gründer, wie ein Startup Geld einsammeln kann, sage ich jetzt mal im weitesten Sinne. Und da ist ja erstmal die Frage, was brauchst du für Geld und wofür brauchst du es? Und danach entscheidet sich schon mal, wie kann man das überhaupt definieren, Investment Ready sein. Also es ist ja nicht der goldene Weg, zu sagen, ich brauche Venture Capital. Ich muss im Bereich Venture Capital unterwegs sein, ich brauche das Geld aus Venture Capital. Ich kann genauso gut mit verschiedenen anderen Modalitäten arbeiten. Sei das Family Office, sei das, ich kann Bootstrapped arbeiten. Ich kann erstmal gucken, ich bringe mein Produkt auf den Markt und gucke, was ich reinholen kann für dieses Produkt, für den Service, den ich anbiete, und guck erstmal, dass ich ohne Fremdgeld unterwegs bin. Und das ist erstmal die erste Frage. Das heißt, wen brauche ich?
Nico HildmannWeißt du, um da nochmal direkt einzusteigen, das hatten wir in der vorherigen Folge mit unserem Gast Lisa Straub, da habe ich genau die Frage auch gestellt oder meine Beobachtung, diese Frage zu Bootstrappen oder das, ja genau, die Frage, kann ich es bootstrappen, die aus meiner Sicht ist bei ganz vielen Startups und Gründern, er rückt immer mehr nach hinten. Die so wie ich es wahrnehme, ist diese Option, ich schaffe einfach meinen eigenen Mehrwert und schaffe es durch meine Leistung, mir mein Startup aufzubauen, das ist fast gar nicht mehr da. Da ist gleich direkt auch jetzt schon, and it soll nicht despektierlich sein, aber da ist noch nichts bewiesen von der Idee. Ich brauche auf jeden Fall externes Geld. Wo ich mir dann denke, warum? Meine erste Frage ist auch immer, brauchst du es wirklich für was denn? Und wenn da nicht irgendwie was Schlagkräftiges ist, da würde ich jetzt erst mal was. Du musst vielleicht erst mal einen anderen Stellschrauben drehen. Aber finde ich auch spannend, dass du es so sagst, das sollte eigentlich ein gängiger Weg sein, aber das aus meiner Wahrnehmung ist es immer mehr im Hintergrund und es wird direkt, wo kriege ich externes Geld her?
Dr. Luisa RödemerAbsolut, also das würden wir vielleicht auch so oder würde ich sagen, dass wir das auch schon so beobachtet haben. Ich glaube, aber ein wichtiger Punkt ist, da bewegt man sich schon in eine Sackgasse rein. Wenn ich nicht begründen kann, wofür ich dieses Geld brauche, wird niemand investieren. Weil ich muss ja den Case aufbauen, um zu sagen, okay, ich stehe jetzt hier, ich möchte gerne einen Softwareingenieur einstellen. Okay, fein, dafür brauchst du Geld, verstanden. Aber wenn ich eben einfach nur sage, ich brauche Fremdkapital, dann muss klar sein oder ich brauche einen strategischen Investor, da ist nochmal ein anderes Thema wieder, oder ich brauche generell Investoren, ich brauche fremdes Geld von anderen Menschen, muss ich erklären können, wofür ich es brauche.
Nico HildmannUnd wenn jetzt diese erste Frage zum Beispiel geklärt ist und sagt, alles klar, verstanden, du brauchst Geld,
Team, Founders Agreement und Rechte am Produkt
Nico Hildmannwas prüfst du dann?
Dr. Luisa RödemerIm Endeffekt prüfen wir einmal oder schauen wir uns, vor allem, wenn ich jetzt durch eine Investorbrille blicke, weil wir sind meistens an dieser Stelle noch gar nicht involviert. Wenn ich jetzt aber jemandem sagen würde, was guckt sich der Investor an an der Stelle guckt, dann ist das das Team. Wer bist du? Wer ist um dich rum? Denn auch da wieder, es gibt ganz unterschiedliche Stadien und auch ganz unterschiedliche Angriffspunkte, in die ich überhaupt investiere. Es kann auch sein, dass ich deine Idee gar nicht so gut finde und dass ich auch vielleicht dein Produkt gar nicht so wahnsinnig relevant halte. Aber ich weiß, dass du schon fünf Exets hinter dir hast mit diesem Team. Oder eins, ja, meinetwegen. Aber dann investiere ich in dich und dein Team. Dann drehen wir vielleicht nachher nochmal das ganze Produkt oder das ganze Service einmal auf links und machen nochmal anders. Aber ich habe Vertrauen in dich und das Team. Das gibt es ganz viel bei den ganz großen Startups, bei den Unicorns in Berlin, vor allem sind das Gründer, die haben fünf, sechs Startups an die Wand gefahren. Da wird nur in das Team investiert. Also das Team. Wer bist du? Wie hängt ihr zusammen? Zweiter Punkt, wie ist das Team miteinander vertraglich verbunden? Es geht nicht nur darum, habe ich das Unternehmen vielleicht schon gegründet und was habe ich da für Dokumente gebraucht oder aufgestellt, sondern es geht vor allem darum, wie haben mehrere Gründer, wenn sie denn zusammen sind, wenn man jetzt nicht ein Einzelgründer ist, sich vertraglich miteinander verbunden. Stichwort sage ich immer sehr eingänglich, Ehevertrag. Wir gehen miteinander hier eine Geschäftsbeziehung ein, eine Ehe und wir werden zusammen quasi ein Kind haben. Das ist das Unternehmen. Wie ist dieses Unternehmen geschützt? Wie sind die zwei Co-Founder, wie man sie dann nennt, miteinander verbunden und wie sichert man sich gegeneinander ab? Wenn einer unterwegs sagt, will ich nicht mehr. Hab keine Lust mehr. Passiert jeden Tag. Haben wir jeden Tag auf dem Tisch. Ist kein Weltuntergang, wenn ich diese Regelungen ordentlich habe. Also ganz klar, der Schutz, das Unternehmen des Startups muss geschützt werden.
Nico HildmannUnd das macht man zum Beispiel mit euch?
Dr. Luisa RödemerGenau. Also das wäre ein Punkt, wo man durchaus, es gibt immer so ein paar Sparmöglichkeiten. Da sind wir auch super offen, aber das ist ein Punkt, wo man mal mit jemandem sprechen muss, einfach nur um zu wissen, das brauche ich. Mein Ehevertrag, Founders Agreement nennt man das, wenn man nicht unbedingt Ehevertrag sagen will. Was muss da rein?
Nico HildmannJa, genau.
Dr. Luisa RödemerUnd wie stelle ich mich da vernünftig auf? Und da muss man auch wissen, es geht dann eben nicht um die zwei Co-Founder, sondern es geht um den Schutz des Startups. Und da auch eins der wichtigsten Themen, die da drin im Zweifel schon geregelt werden muss, aber auch mit extern oder arbeitnehmern ist das IP. Also wie sicher ist ein geistiger Eigentum, that the Gesellschaft gehört.
Nico HildmannOkay. Das heißt, when I soon, ohne founder's agreement and IP Regeling would an investor nichts, oder? Also, that is schon mal eine Basis, where man sagt, also, liebe Leute, this must ganz klar sein, eventualitäten durchgesprochen werden. Ansonsten red flag.
Dr. Luisa RödemerWürde ich auf jeden Fall so sagen. Also das sind die Punkte, und das we harmoniert das Team miteinander. Denn es kann immer sein, also so eine Diskussion mit einem Investor kann Wochen, Monate dauern. Unterwegs kann es durchaus mal passieren, dass sich zwei Gründer entscheiden, getrennte Wege zu gehen. Da muss es geregelt sein. Es muss, worst case durchspielen. Wir gründen zusammen ein Startup, wir beide haben jeweils 50 Prozent, wir reden mit einem Investor, ich entscheide zu gehen, ich gehe, ich habe 50 Prozent an diesem Unternehmen. Und ich gehe einfach. Und dann sage ich zu dir im Zweifel, okay, wenn wir jetzt eine, wenn, wenn du jetzt die Investitionsrunde hier machst und wir sprechen über einen bestimmten Preis, der aus unserer Sicht unser Startup wert ist, dann will ich dieses Geld von dir haben, um zu gehen, um dir meine Anteile zurückzugeben. Absolute Red Flag. Und wenn ich es gar nicht verkaufen will, du kannst mich ja auch nicht zwingen, wenn wir das nicht geregelt haben, dass ich meine Anteile verkaufe, then niemand investieren.
Nico HildmannYeah. I have few yeah. I will for me to structure. This would not function. Also, me hat mal Othon said that in Einzelgründer, also an investor, in Einzelgründer is not investigated.
Dr. Luisa RödemerSehr oft so, dass es absolut notwendig ist, dass man zu zweit ist, weil eben es um ein Team auch geht. Also das Problem ist auch, ein Einzelgründer, da muss ja nur mal irgendwas passieren oder muss ausfallen, was passiert dann? Dann ist Stillstand.
Nico HildmannWenn du keinen Bock machst, ist es wirklich so.
Dr. Luisa RödemerUnd wenn man ein Team hat aus zwei, vielleicht aus drei Gründern, dann gibt es immer eine Möglichkeit, wie man weiter fortfährt, wie das Startup und da geht es, es geht nur ums Unternehmen, wie das Unternehmen weiterlebt, wie man weiterverfahren kann, wie man vielleicht auch mal einen anderen Weg nochmal einschlagen kann. Wenn man sich als Einzelgründer versteift hat in eine Richtung, wer will einen vom Gegenteil überzeugen?
Nico HildmannJa, sei ein Kampf gegen Windmühlen, wie man es so schön eigentlich immer sagt. Ich frage mich dann immer gerade, ne? Das macht ja alles Sinn, das einfach so vorzubereiten und so weiter. Vor allem auch mit einem Rechtsbeistand, um da einfach auf Nummer sicher zu gehen. Jetzt ist es aber natürlich auch so, dass Teams vielleicht noch nicht diesen Rechtsbeistand haben. Und ich habe immer mal einfach auch mitbekommen in der Startup Welt zu sagen, das habe ich dann auch meinen Teams immer mitgegeben, wenn ihr auch noch nicht gegründet seid oder noch kein großartiges Geld ausgeben wollt für irgendwelche Expertenbeistand. Haltet einfach mal alles schriftlich fest, was ihr jetzt besprecht. Jetzt versteht ihr euch alle noch gut. Ich habe es auch schon öfters erlebt, neun Monate später, wird nur noch über Anwälte diskutiert oder kommuniziert. Alles schon passiert, leider auch einfach miterlebt. Würdest du sagen, das ist schon mal an sich eine gute Vorbereitung, ein Dokument aufzusetzen? Jemand, man unterschreibt das sozusagen auf beiden, auch wenn es nicht rechtlich geprüft ist, oder bringt es gar nichts?
Dr. Luisa RödemerAlso ich würde nicht sagen, dass es nichts bringt. Und ich finde, dieser erste Schritt, überhaupt zu wissen, dass man dieses unschöne Gespräch haben muss miteinander, das ist auf jeden Fall der wichtigste Schritt. Dass man mal am Tisch sitzt mit seinem oder seinen Co-Gründern und sagt, okay, wie wollen wir uns verhalten im Fall der Fälle? Wie wollen wir miteinander umgehen, wenn XY? Es gibt dann natürlich Dinge, die notwendigerweise geregelt sein müssen, bevor man mit einem Investor spricht. Das ist für dieses ganze Co-Founder-Gespräch. Wir müssen über Themen wie Westing sprechen. Also, wenn wir alle Anteile im Unternehmen haben, sollen alle diese Anteile uns fix zustehen oder sollen die Westen, also sich entwickeln? Was macht man damit? Faktisch, man bindet die Leute ans Unternehmen. Denn du musst, die verdienen wieder die Anteile, die wir vorher schon vielleicht gehört haben oder um die wir da, von denen wir da gerade sprechen. Und das sind einfach Themen, dazu braucht man typischerweise dann den Anwalt, aber ich finde, das ist eine sehr gute Herangehensweise zu sagen, lasst uns da einfach mal drüber sprechen, wie wollen wir miteinander umgehen? Das geht auch schon ein Schritt nach diesem Founders Agreement voraus, indem man zum Beispiel sagt, vielleicht will ich gar nicht Vollzeit dabei sein. Vielleicht studiere ich noch, vielleicht möchte ich meinen Job noch nicht ganz aufgeben, ein anderer von uns zwei, dreien, möchte aber Vollzeit reingehen. Was bedeutet das? Was bedeutet das in den Anteilen? Was bedeutet das vielleicht später mal bei einem Gehalt? Was bedeutet das Investing? Wie stelle ich mich da auf? Und ich finde, da macht ihr zum Beispiel eine ganz hervorragende Arbeit, weil das ist wirklich die Schnittstelle quasi, bevor man vielleicht irgendwann einen Anwalt braucht. Aber viele von diesen Themen sind eigentlich in Acceleratern und bei Coachings oder bei Sessions, die sind ja auch ganz oft kostenlos. Da holt man sich dieses Wissen, dass man sich miteinander unterhalten muss, dass man da ein Problem hat oder dass man da ein Problem bekommen könnte. Und dann kann man wirklich eigentlich diese rechtlichen Themen erstmal noch ein bisschen schieben, würde ich sagen. Wichtig ist, dass man sie nicht zu weit wegschiebt, vor allem dieses Founders Agreement, denn wenn man sich einfach streitet, ist es zu spät. Und wenn man mit einem Investor am Tisch sitzt, ist es auch zu spät.
Nico HildmannOkay, da komme ich gleich
Rechtliche Begleitung und typische Personalfragen
Nico Hildmannnoch drauf. Ich frage mich jetzt schon die ganze Zeit, wie ihr eigentlich dann mit dem Team arbeitet. Weil das sollte ja im Vorfeld geklärt sein, bevor die Gespräche mit einem Investor starten. Wie lange dauert denn sowas, so ein Agreement zu bekommen? Also wie muss ich mir eure Arbeit vorstellen? Wie begleitet ihr? Und vielleicht kannst du auch nochmal kurz sagen, du bist ja vor allem Fokus Arbeitsrecht. Was heißt denn das genau? Was ist denn dein Fokus?
Dr. Luisa RödemerGenau. Also vielleicht erstmal, wie arbeiten wir? Vor allem bei Early-Stage Startups ist unsere Aufgabe eigentlich eher begleiten und aufklären. Im Sinne von, wir sehen da, wir haben sehr viel Erfahrung, was das ganze Thema angeht, und wissen natürlich, dass am Anfang ganz wenig Geld da ist. Das heißt, wir versuchen auch dahin zu verweisen, wo man die Informationen herbekommt, zum Beispiel wieder zurück zu euch. Oder dass man da sagt, hey, guck dir mal sowas an, guck dir mal da ein Coaching an. Wir versuchen aufzuklären, wo quasi natürlich auch versucht wird, Geld zu machen mit den Startups. Bestes Beispiel Gründungsberatung. Ein Notar muss, wenn du losziehst und eine GmbH gründest, muss er dich auch beraten. Da brauchst du keinen Anwalt dafür. Da brauchst du gar niemanden dafür. Da gehst du mit deinem alleine oder mit deinem Co-Gründer gehst du zum Notar und sagst, ich möchte hier eine GmbH gründen und dann muss der dich da auch aufklären, was die größten Risiken sind oder dich auch beraten, wenn du sagst, hey, wir wollen das und das machen, wir wollen das so und so machen. Das heißt, da auch wirklich ehrlich zu sein, okay, wir verstehen, du hast einfach noch nicht das Budget, wofür musst du es denn tatsächlich einsetzen? Und wie können wir vor allem auch dir Preise anbieten? Und da arbeiten wir vor allem im Early Stage super viel mit Fixpreisen, sodass wir sagen, du weißt ganz genau, was du bekommst, für welchen Preis, damit du es dir leisten kannst. Das funktioniert natürlich nur, wenn man, und das muss man sich einmal vorher klar machen, ob man das will, wirklich, wenn das Ziel ist, eine langfristige Beziehung zu den Startups zu haben. Das heißt, wir haben zum Beispiel auch Startups, die haben wir wirklich vom ersten Tag bis zum großen, großen Exit betreut. Da wirst du dich nachher, wenn du den Exit betreut hast, nicht mehr fragen, ob du da vielleicht ein Verlustgeschäft in Anführungsstrichen gemacht hast, weil du da gesagt hast, da haben wir mal vier, fünf Calls kostenlos gemacht. Da haben wir mal ein bisschen Informationen rausgegeben oder vielleicht auch mal den Vertrag. Sage ich jetzt mal, wenn wir das nach Stunden abgerechnet hätten, hätten wir vielleicht deutlich mehr verdient. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Punkt, den man einmal machen muss und den man auch verstehen muss, dass man am Anfang viel begleitet und viel selbst als Kanzlei auch investiert in die Beziehung zu den Startups. Im Arbeitsrecht, meine Lieblingsfrage, was machst du überhaupt im Arbeitsrecht für Startups? Denkt man immer oder denkt man selten daran, wie kann das überhaupt, bevor ich irgendwie 15, 20 Leute einstelle, so relevant werden, geht es schon los bei Geschäftsführer-Anstellungsverträgen. Also, wer willst du denn sein als Co-Founder? Willst du Co-Founder und Geschäftsführer werden? Meistens ja. Dann brauchst du einen vernünftigen Geschäftsführeranstellungsvertrag. Den brauchst du auch nicht vom ersten Tag an, aber den brauchst du, bevor du mit einem Investor sprichst. Wenn ich Arbeitnehmer anstelle, muss ich mir angucken, wie der das IP-Thema, wie ist das vernünftig geregelt? Aber dann eben auch, wie will ich mich da aufstellen? Reicht mir da erstmal ein KI-generierter Vertrag? Muss ich unbedingt einen Vertrag bei einem Anwalt nehmen? Wie sieht es aus, wenn ich gar nicht so viel bezahlen kann? Ich brauche aber ja die guten Talente. Ich brauche ja jemanden, der gut ist und kann ihn nicht so richtig bezahlen. Stichwort Mitarbeiterbeteiligung. Das sind auch Themen, die arbeitsrechtlich viel vorangetrieben werden in der Schnittstelle zum Gesellschaftsrecht und zum Steuerrecht. Weitere Themen. Wenn man, und das wird sehr viel gemacht, mit Freelancern zusammenarbeitet, freien Mitarbeitenden, unterschätzt man sehr oft A, wieder das IP-Thema und B, was ist es denn, wenn der Freelancer jetzt eigentlich wie ein Arbeitnehmer bei mir arbeitet? Also er ist jeden Tag da im Büro. Thema Scheinselbstständigkeit. Das sind so die klassischen Themen bei Startups, die wir vor allem mit dem arbeitsrechtlichen Team durchleuchten und wo wir da ein bisschen sagen, hey Leute, hier ein bisschen vorsichtig. Man segelt immer ein bisschen härter am Wind als Berater bei Startups, weil viele auch einfach so, wir machen das jetzt einfach und man das dann auch mal aushalten muss, dass man, dass nicht alles fein nach Schulbuch läuft. Aber da muss man wirklich immer gucken, dass man darauf hinweist und auch wirklich klar macht, bis zu diesem Schritt kannst du das eigentlich so machen mit KI-generierten Dokumenten, so, so, so, und dass man den Leuten aber dann auch ganz klar sagt, jetzt braucht ihr einen Anwalt. Jetzt müssen wir uns vernünftig aufstellen.
Nico HildmannGenau, also da bin ich auch völlig bei dir. Es ist ja so weit, dieses Feld, an Themen und dann wieder Eventualitäten. Man ist in einer individuellen Situation. Also ich habe das schon immer mein Credo, wenn mich Leute gefragt haben, einen Rechts- und Steuerbeistand, den würde ich immer mehr extern dazu holen. Weil das sind Themen, da kannst du nicht am Zahlen der Zeit bleiben, wenn du dich damit nicht regelmäßig auseinandersetzt. Das ist so eine Dynamik drin. Da würde ich mir immer das auch einfach dieses gute Gefühl erkaufen und sagen, dafür würde ich Geld ausgeben, safe, dann hast du einen Riesenbatzen an Themen nicht sozusagen. Und weil du es auch schon gesagt hast, klar kommen dann häufiger, das versteht ja auch jeder, ne? Wenn ich das denen so empfehle, aber dann so, ja, aber das kostet doch eine Stange Geld. Das habe ich nicht. Ich sage, in der Regel die ersten Termine oder das erste Gespräch, das Anbahnungsgespräch, ist ja immer kostenlos für so ein Status-Update. Und wenn du dann aber das Gefühl hast, da bin ich richtig gut aufgehoben, ja, dann ist es das hoffentlich auch wert, sozusagen da gut betreut zu werden und nach Geld dafür auszugeben, um sich einfach ein gutes Setting aufzubauen.
Dr. Luisa RödemerAbsolut. Und du, wie du es schon sagst, du erkaufst dir ein gutes Gefühl. Du erkaufst dir auch, und ich bin selber Gründerin. Das heißt, ich weiß, das wirklich auch von der anderen Tischseite zu sagen, ich nehme es halt von meinem Schreibtisch jetzt runter. Und es ist auf jemand anderes Schreibtisch. Und da kommt nicht nur das, ich habe halt Arbeit weggeschoben zu jemand anderem, du hast Haftung weggeschoben zu jemand anderem, denn wir haften natürlich für das, was wir tun, für das, was wir uns angeguckt haben, für das, was wir empfehlen. Und du kaufst, wenn du einen guten Partner hast, und damit meine ich jetzt nicht nur Season Five, sondern auch in allen anderen Bereichen Erfahrung ein und wirklich auch, du überspringst vielleicht ganze Schritte, weil du die Erfahrung nicht extra nochmal machen musst.
Nico HildmannGenau, auch die Geschwindigkeit, also durch eure Erfahrung allein, da kann man allein sagen, ihr seid ja auch super berater dann dadurch. Pass mal auf, wir hatten schon fünfmal den Fall, das macht man so aus dem und dem Grund. Okay, dann wird, na, dann habe ich mir vielleicht eine Stunde einfach Gedanken gespart oder noch länger. Jetzt ist aber so ein Punkt, und das finde ich ganz spannend, dich das auch mal zu fragen. Klar kann man das dann sozusagen, diese Expertise
Welches Wissen Gründende selbst brauchen
Nico Hildmannhinsichtlich der Thematik outsourcen. Du hast vorhin aber auch schon allein so die Begriffe IP, Founders Agreement, Vesting. Wir hatten ja allein in Flight, hast du eine ganze Stunde gemacht, ne, eine Session zu diesen Begrifflichkeiten Captable, ASOP, Visop, also auch Mitarbeiterbeteiligung, Captable, ja, ne, einfach Due Diligence, ne? Das war ja, also sind ja brutal viele Begriffe. Inwieweit würdest du denn sagen, muss ich einen Gründer mit dieser Thematik im Detail auseinandersetzen? Und inwieweit kann ich überhaupt so ein Thema an der Kanzlei wie euch outsourcen?
Dr. Luisa RödemerDas finde ich auch eine super, super gute Frage. Und da würde ich wirklich sagen, dass wir das letztes Jahr im Flight oder im letzten Flight wirklich sehr, sehr gut zeigen konnten, was genau man wissen muss, was man auch über gerade solche Sessions lernen kann und was man nicht wissen muss. Man kann es relativ einfach austarieren, indem man sagt, ich muss mich mit dem Begriffen sicher bewegen.
Nico HildmannThis is the punch, von was ich spreche.
Dr. Luisa RödemerIch muss wissen, was der Captable ist. Ich muss wissen, was Vesting ist. Ich muss wissen, was ich glaube, dass mein Unternehmen wert ist, wie viel Geld ich dafür will. Also ich finde, man kann immer das sehr, sehr gute Beispiel nehmen. Wir alle haben die Höhle der Löwen geguckt. Und wir alle haben die Gesichter von den Investoren gesehen, wenn man einen absurden Wert aufgerufen hat fürs Unternehmen oder andersrum, viel zu niedrig. Man muss die Grundstöcke wirklich wissen und sich da auch sicher bewegen können. Was gar nicht so eine große Herausforderung ist aus meiner Sicht, wenn man sich wirklich mal in den Acceleratoren bewegt, mal zwei, drei, vier, fünf solcher Sessions macht. Was man nicht wissen muss, ist, wie genau strukturiert man ein Vesting im Founders Agreement gegenüber im Visop-Programm? Also, was ist der Unterschied zwischen Gesellschaftsrecht und Arbeitsrecht? Wie ganz konkret baue ich solche Dokumente auf? Was sind Haftungsfälle? Was passiert denn dann ganz konkret, wenn ein Gründer geht? Also, was passiert dann, wann muss ich zum Notar? Wann muss ich nicht zum Notar gehen? Das können alles wieder sein.
Nico HildmannAlso diese Tiefe ist nicht notwendig, natürlich von Vorteil oder gar nicht verkehrt, das auch zu wissen, aber wie du schon sagst, diese Begrifflichkeiten, die sollten ein Begriff sein.
Dr. Luisa RödemerDu sitzt alleine mit dem Investor am Tisch. Da sitzt kein Anwalt dabei, da sitzt kein Nico dabei, da sitzt kein weiterer Mensch mit dabei, der dir helfen kann. Und du schwächst deine eigene Position extrem, wenn du dich nicht sogar mit einer Red Flag rausschießt, wenn du nicht weißt, von was du sprichst. Und das ist damit meine ich gar nicht technisch, was dein Unternehmen kann, sondern wirklich, du bist im VC-Bereich, du bist im Startup-Kosmos unterwegs, du musst die Begriffe kennen.
Nico HildmannWie nimmst du das wahr? Sind manche in diesem Prozess, manche Gründer auch überfordert mit dem Ganzen? Weil ich kann mich noch erinnern, wir hatten ja in Karlsruhe vor allem ja Startups, die in einer Finanzierungsrunde waren, die vorbereitet haben oder auch erfolgreich abgeschlossen haben. Und ich habe mich dann natürlich auch immer mal mit denen klar unterhalten, auch wenn ich sie nicht aktiv begleitet habe. Und dann habe ich gesagt, ja, wie war es für dich? Es ist schon echt anstrengend. Ich habe nämlich das Gefühl, ich bringe mein Startup gar nicht mehr voran, weil ich gar nicht mehr die Löse oder so am Kunden bin. Ich muss mich nur noch mit sowas jetzt auseinandersetzen, mit den eigentlichen rechtlichen Dingen, wo auch ein, ich will es jetzt nicht sagen, ein negatives Gefühl, weil du machst ja schon was für dein Startup selbst, aber irgendwie fühlt es sich so an, als würde ich gar nichts mehr für mein Startup machen. Kriegt dir das auch manchmal so ein bisschen mit, so gespiegelt?
Dr. Luisa RödemerAbsolut. Es ist eine wahnsinnig herausfordernde Phase, die Vorbereitung von einem Investment, aber auch der Weg dahin, die Due Diligence, also die quasi Durchleuchtung deines Unternehmens, was bringst du mit? Wo sind alle Dokumente? Wie ist das aufgebaut? Wie stehst du quasi da auf dem Papier? Das ist wahnsinnig herausfordernd und das bleibt auch wahnsinnig herausfordernd. Das muss man einfach so sagen. Diese Phase ist sehr anstrengend und bleibt auch bei Folgefinanzierungsrunden anstrengend. Also das wird eher noch dollar. Wir haben jetzt dann auch den ein oder anderen Exit in diesem Jahr begleitet, wo man sagen muss, das ist nochmal eine ganz andere Liga, da wird wirklich jeder Stein umgedreht und da musst du als Gründer Rede und Antwestehen. Das ist so. Das ist am Anfang ein bisschen weniger. Ich habe auch das Gefühl, dass das sehr oft sehr anstrengend sein kann. Man kann sich wirklich die Sicherheit durch Kurse holen, man kann sich die Sicherheit auch holen durch strategische Partner. Also es gibt ja auch ausreichend Unternehmen oder auch Business Angels, die in dein Unternehmen mit reinkommen, um dich genau dabei zu betreuen. Also um dir genau dabei zu helfen. Und da sind wir dann wieder bei einem noch anderen, noch einer anderen Art von Investment, dass du wirklich auch einen strategischen Partner an der Seite hast, neben zum Beispiel einem Accelerator oder einem Anwalt, der dir bei solchen Themen helfen kann, der dir sagen kann, ich habe das schon hunderttausendmal gemacht. Wichtig ist, du baust das so und so und so auf, du baust das so und so und so auf. Aber es wird schon von dem Gründer erwartet, dass er da verfügbar ist und dass er da auch die allermeisten Themen beantworten kann. Sobald es wirklich reingeht in die Runde, sind die Anwälte da und unterstützen an allen Ecken und Enden. Aber dass man da das Gefühl hat, dass man in der Zeit nicht aktiv sein Produkt voranbringt, ist, glaube ich, ganz normal. Und ich kann nur selber als Gründerin sagen, wenn ich mich Sonntagnachmittags hinsetze und unsere Social Media vorbereite, habe ich die gleichen Gedanken und denke mir, oh, ich wünschte, ich könnte irgendwie wieder ein bisschen mehr rechtlich arbeiten, aber das muss halt auch gemacht werden.
Nico HildmannAbsolut, absolut. Ja, also spannend, weil es ist wirklich dann, es ist halt eine Selbstständigkeit. Da wird viel von einem abverlangt, das ist natürlich auch klar. Ist es aber so, nicht nur zum Beispiel jetzt die Frage nicht nur auf Season 5 bezogen, sondern insgesamt aus deinem Erfahrungspool. Wenn Startups mit euch, sag ich mal, den Weg angehen, wie ist denn da auch dann die Erfolgsquote für die Finanzierung? Also brechen
Wenn ungeklärte IP die Finanzierung verhindert
Nico Hildmannvon sich aus einige währenddessen ab aus Gründen wie, das ist mir jetzt alles zu viel oder man verstreitet sich dann doch oder irgendwie sowas? Oder könnt ihr die als Partner sozusagen auch immer gut mithalten und betreuen?
Dr. Luisa RödemerWürde ich schon sagen, dass wir da eine relativ verschwindend geringe Rate haben an Investments, die nicht durchgehen. Also man muss natürlich auch sagen, wenn man mal an dem Punkt ist, an dem man wirklich das Term-Sheet unterzeichnet hat, und das ist ja meistens unser Entry Point, so rund um Term-Sheet, also man hat sich so ein bisschen darauf geeinigt, okay, was gebe ich, was will der Investor. Du kannst es kurz erklären nochmal, ne? Also, das ist quasi der Einkaufszettel. Also was will der Investor, was gibt der Investor rein, was gebe ich dafür her, wie stellen wir uns damit auf? Dann kommen ganz viele Begriffe, die man kennen muss als Gründer. Will ich gar nicht zu sehr ins Detail gehen, da steht auf jeden Fall einiges drauf, auch zum Thema Vesting. Auch wie sieht das Ganze dann in der Zukunft aus? Man entweder vor der Unterschrift oder manchmal auch nach der Unterschrift werden wir typischerweise an Bord geholt. Und dann ist es eigentlich so, dass von da aus alle in die gleiche Richtung gucken. Das ist ja anders als bei einem Arbeitsrechtsstreit, wo man sich verstritten hat und dann will man auseinandergehen. Wenn ein Investor Interesse an einem Startup hat und diesen Schritt des Termsheets hinter sich hat, dann will man ja gemeinsam nach vorne schauen. Man will ja, dass das klappt. Ist eine viel schönere Welt übrigens, der Gesellschaftsrechtler, als die, die wir Arbeitsrechtler haben, weil wir uns mit viel gestritten. Aber dann will man, dann gibt es wirklich nur noch die Red Flags, über die wir am Anfang gesprochen haben, die dafür sorgen können, dass es mal nicht funktioniert. Und wir hatten tatsächlich jetzt auch ein Beispiel von einer großen, großen Finanzierungsrunde, die daran gescheitert ist, dass es IP-Streitigkeiten gab. Also da gab es auch einen Freelancer, der die IP nicht wirksam, wo die IP nicht wirksam übertragen wurde, als Skystier-Eigentum bei dem Freelancer verblieben ist und nicht im Unternehmen liegt. Und da geht es aber wirklich um das Kernprodukt. Da ist die Finanzierungsrunde jetzt daran gescheitert, weil man da keinen Weg finden konnte. Und man muss das ja natürlich auch so bedenken, das fängt man auch nicht so leicht wieder ein. Weil wenn ich das natürlich erstmal weiß, dass das, also ich als Freelancer das natürlich erstmal weiß, dass das jetzt gerade das Kernstück dieses Unternehmens ist, was ja bei mir ist, kann ich ja fast jeden Preis verlangen und sagen, ja, dann möchte ich gerne 500.000 Euro. Klar, natürlich. Also, genau.
Nico HildmannSchmaler Grad, in ganz vielen Dingen muss man echt aufpassen, auch, ne? Und weil du schon gesagt hast, du hast ja vorhin schon auch genannt, so zum Beispiel Mitarbeiterbeteiligungsmodelle und sowas. Ich habe mich dann auch gefragt, wenn man jetzt diesen ganzen Prozess angeht, wie weit muss man denn in die Zukunft planen? Also ist es schon ganz wichtig, dass man auch von vornherein schon mal drüber spricht mit Mitarbeiterbeteiligungsmodellen? Weil klar, Startups haben in der Regel kein Geld, wollen aber natürlich wachsen, auch personell und locken dann vielleicht mit Mitarbeiterbeteiligungsmodellen. Vielleicht darf man die Frage, ist das
Investorenstrategie, Mitarbeiterbeteiligung und Cap Table
Nico Hildmannnoch State of the Art und das Ding, wo viele nutzen als Startup? Und wie weit muss ich denn sozusagen vorausplanen? Weil auch ein häufiger Satz, den ich auch höre, ja, nach der Finanzierungsrunde ist vor der nächsten. Also man kommt da gar nicht mehr raus.
Dr. Luisa RödemerIst richtig auch ein Grund, warum man wirklich am Anfang sich einmal wirklich einen sehr, sehr guten Plan machen muss. Das ist aber wie im normalen Leben. Meistens schmeißt man den noch 20 Mal um und geht in eine andere Richtung. Ich glaube, der wichtigste Punkt ist der, den wir am Anfang unserer Folge angesprochen haben. Man muss sich einmal klar machen, mit wem will ich zusammenarbeiten, intern und extern. Das ist, glaube ich, das Wichtigste, wo soll mein Startup hingehen? Wenn ich einen strategischen Investor habe, dann möchte der mein Startup perspektivisch selber kaufen. Und vielleicht das Produkt, den Service, den ich anbiete, für sich selber nutzen. Wenn ich einen VC-Case habe, dann hat der VC eine ganz andere Interessenlage. Der möchte nämlich, dass du in fünf bis sieben Jahren einen Exit machst und da viel Geld mitverdient. Wenn du einen Business Angel hast, ist der Unterschied immer die Frage vorher, nachher, wenn er zum Beispiel über einen Wandeldarlehen dabei ist, jetzt wird es wieder sehr tief, dann ist die Frage, möchte der nicht, wenn er wandelt, viel lieber eine niedrigere Bewertung von einem Unternehmen, wenn er selber Gesellschafter ist, möchte er eine höhere Bewertung vom Unternehmen. Das klingt jetzt alles super viel. Ist es auch im ersten Moment, aber das ist alles zurückzuführen auf. Ich muss am Anfang gucken, Wo sehe ich denn mein Unternehmen? Und wenn die Antwort tatsächlich ist, ich möchte da für den Rest meines Lebens arbeiten, dann muss ich über Bootstrap nachdenken. Weil dann will ich ja eigentlich gar niemand Externes da drin haben, sondern ich will was Geiles gründen und will gucken, wie ich natürlich an Geld komme. Dann gibt es auch noch andere, es gibt Fördermöglichkeiten. Ihr macht da auch ja ganz viel Aufklärung vom Staat oder von verschiedenen Instituten. Dann muss ich darüber gehen und muss darüber schauen, wo, wie komme ich da hin, wo ich hin will. Das heißt, ich muss wenigstens mal die Grundidee haben, wo will ich als Startup hin. Ja. Und intern aber auch ähnlich. Also bedeutet das, wir werden für immer zu dritt bleiben, wir drei Gründer, wir sind Gesellschafter und Geschäftsführer, wir brauchen keine Angestellten so auf die Art. Oder habe ich perspektivisch, sehe ich mich mit 20, 30, 50, 100, 500 Mitarbeitenden? Dann muss ich da natürlich auch in eine andere Richtung denken und muss dann gucken, okay, wie kann ich mich am Anfang aufstellen und wie stelle ich mich immer weiter auf. Mitarbeiterbeteiligungsprogramme immer noch State of the Art in verschiedenen Varianten. Visop, also virtuelle Optionen am Unternehmen sind, glaube ich, immer noch, würde mich jetzt ein Kollege vielleicht korrigieren können schon, aber meiner Information, nach, das ist der Steuerkollege, immer noch das häufigste Mitarbeiterbeteiligungsmittel. Alternativ, was mittlerweile immer weiter auf den Markt kommt, sind die Genussrechte. Das ist nochmal ein ganz anderes großes Thema. Auch darüber könnten wir eine eigene Podcast-Folge machen. Vielleicht gehen wir das tatsächlich auch an.
Nico HildmannAlso ich finde es super interessant, weil das ist ja auch, wie gesagt, hier so eine Art Aufklärung über diesen ganzen Prozess, weil ich habe mich direkt jetzt dann noch gefragt, wir sprechen hier über wie oder wann bin ich Investment ready. Jetzt wenn zum Beispiel Mitarbeiterbeteiligungen weggegeben werden, ist man dann überhaupt noch Investment attraktiv? Also weil noch weitere der Belegschaft auch irgendwie einen Anteil am Unternehmen haben, sagen dann andere Investoren, also das sind mir jetzt echt zu viele Köpfe, das meine ich nicht. Also dass man da auch, ist auch hier ein schmaler Grad zu sehen für die Attraktivität einfach, oder?
Dr. Luisa RödemerSuper, super interessanter Punkt. Ein Schritt vielleicht zurück. Ich glaube, wenn ich ein Visopool aufbaue, also virtuelle Optionen an dem Unternehmen habe und ich habe aber gar keine Mitarbeiter, dann würde sich ein Investor fragen, was passiert denn hier? Und da eher noch Vorteile draus ziehen können, also Nachteile für mich als Gründer, ohne da jetzt zu sehr ins Detail zu gehen. Umgedreht, wenn ich jetzt zum Beispiel anfange, ganz am Anfang und ich arbeite mit Business Angel und die geben immer so ein bisschen so 50.000 Euro, 100.000 Euro rein und ich denke, okay, ich brauche ein bisschen mehr Geld, will aber weiterhin nur mit nur in Anführungsstrichen mit Business Angel arbeiten und ich habe dann mal so 20 Business Angel auf meinem Captable, wenn die alle zum Beispiel über einen Wandel darlehen, zu Gesellschaftern wandeln, dann würde da auch ein VC sagen, das sind mir viel zu viele Leute, die da auf dem Captable sind, also auf der Gesellschafterliste stehen. Das möchte ich gar nicht. Und man muss am Anfang auch ein bisschen aufpassen, dass man selber nicht zu viele, als Gründer nicht zu viele Anteile abgibt vom Unternehmen. Also man muss trennen zwischen Mitarbeiterbeteiligung, weil das virtuelle Optionen sind und keine echten Gesellschaftsanteile. Aber das ist ein reelles Problem, dass man sich wirklich gucken muss, wie schaut meine Gesellschafterliste aus, wie schaut mein Captable aus und wann bin ich da für welche Strategie noch attraktiv? Aber dafür führt immer wieder zurück dazu zu sagen, welche Strategie brauche ich denn eigentlich?
Nico HildmannGenau, richtig. Und das ist natürlich wirklich die Ausgangsfrage von der übergeordneten Frage, wann und wie bin ich Investment ready. Vor allem erstmal auch mit einem guten Plan. Ich finde auch, du hast es schön beschrieben, es sind so ganz viele Nebenzweige, Themen, die halt in diesem ganzen Wulst mit drin sind. Aber ich glaube, es macht schon, also mir macht es den Eindruck, hey, es gibt auch halt durch euch, als Kanzlei oder als Ansprechpartner, jemanden, der dich da ein bisschen auch durch diesen Dschungel durchführt, ne? Klar ist viel Eigeninitiative drin, aber dafür gründest du auch, ne?
Dr. Luisa RödemerDurch uns und durch euch. Also ich finde, also Early Stage meint natürlich ganz am Anfang mit der Idee zu sein und vielleicht noch gar nicht gegründet zu haben. Da ist es noch ein bisschen schwieriger, auch emotional, würde ich sagen, einen Anwalt anzusprechen, weil man sich immer so ein bisschen Sorgen macht, was ist, wenn das jetzt total teuer ist? Und ich weiß ja noch gar nicht so richtig. Ich hatte auch schon Calls mit 17-Jährigen aus ihrem Kinderzimmer, die gesagt haben, ich habe da eine Idee. Damit macht die Welt besser. Cool. Machen wir, kostet auch nichts. Lass uns doch darüber sprechen. Vielleicht bist du der Nächste mit der ganz großen Unicorn-Idee. Wir haben da ja auch ein Interesse dran, auch dabei zu bleiben und auch wirklich die Ideen anzuhören. Wir machen das. Aber ihr macht das ja auch. Ihr holt die Leute ja zu euch, ihr gebt den Leuten ja den Raum, Fragen zu stellen und auch zu sagen, ich habe keine Ahnung, was dieses Wort bedeutet. Könntest du das mir irgendwie? Genau, unterstützen. Mit den jeweiligen Partnern, das müssen gar nicht notwendigerweise wir sein, die Leute sind auch ein bisschen, also Gründer sind aus meiner Sicht auch ein bisschen in der Eigeninitiative und auch in der Hohe Schuld für Klos zu gehen und zu sagen, ich hole mir Informationen, ich gucke, was es gibt, und es gibt so viel, wo ich mich informieren kann und nicht nur in den großen Städten, sondern auch bei uns. Und wenn ich das geschafft habe und mir so ein bisschen Gedanken gemacht habe und ich komme dann zu einem Punkt, wo ich sage, oh, jetzt ist es mir ein bisschen zu kompliziert, jetzt weiß ich es nicht mehr, dann gehe ich die Partner an und sage, bitte hilf mir.
Nico HildmannJa, also finde ich auch ein schöner Appell als Schlusswort für unsere Podcast-Folge. Da sind wir schon am Ende angelangt, tatsächlich, Luisa. Ich hoffe, es hat ja Spaß gemacht.
Dr. Luisa RödemerSehr.
Nico HildmannJa, also ich finde ganz, ganz viele tolle Dinge dabei und wir tun natürlich unser Bestes, die Teams so gut es geht zu unterstützen, das Netzwerk zu ermöglichen. Wie ich auch immer sage, ich habe es bestimmt schon 500 Mal in einem Podcast gesagt, wir rollen einen roten Teppich aus, aber die müssen drüber gehen. Das machen wir nicht für die, das heißt, wir öffnen Türen. Aber dieses Eigeninitiative, das Proaktive, ganz, ganz wichtig, um es nochmal zu unterstreichen. Und dafür ist halt auch klasse, tolle Partner wie euch dabei zu haben, wo einfach immer sagen, wir machen eine Session, meldet euch bei uns. Und das haben ja auch wirklich auch viele gemacht, wie viele mir gesagt haben, ich habe mit der Luisa gesprochen. Top. Also genauso versuchen wir das jetzt auch hier aufzubauen. Ich freue mich sehr, dass du heute da warst. Hoffe natürlich, ihr seid nächstes Jahr auch wieder in Flight mit dabei und bin gespannt, was sich bei euch noch so entwickelt. Aber ich hoffe, das geht so weiter mit dem rasanten Wachstum. Mich freut es natürlich wahnsinnig. Und nochmal vielen, vielen Dank, Luisa, dass du heute da warst.
Dr. Luisa RödemerIch danke dir, Livanico. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Nico HildmannSehr schön. Bis dann, ne? Ciao, ciao.