Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Wir sprechen mit Innovationsbegeisterten und Visionären aus Schweinfurt und Mainfranken. Persönliche Geschichten über Erfolge, Rückschläge und neue Chancen – echte Einblicke in die Welt der Startups und Innovationen.
Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Folge #113 | S5 Wachstum wagen – Wachstum braucht Weitblick
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Was tun, wenn der Markt noch nicht bereit ist?
Jürgen Zinecker kennt diese Frage aus eigener Erfahrung. Er baute mobile Navigation auf und brachte Navigon an die Börse. Mit AXSOL GmbH setzte er später auf Batteriespeicher – Jahre bevor dieser Markt richtig Fahrt aufnahm.
In der neuen Folge geht es u.a. darum:
- Warum er mit einer früheren Gründung seiner Zeit voraus war – und die Idee dahinter später zum Alltag wurde
- Weshalb ein Solarsystem im Campingmarkt gut ankam, aber zum geplanten Preis keine Käufer fand
- Wie AXSOL Anwendungen in Medizin und Militär fand, bevor größere Batteriespeicher gefragt waren
- Was Investorenwechsel für die Finanzierung, das Insolvenzrisiko und die Beschäftigten bedeuten können
Eine Folge über Entscheidungen, die ein Unternehmen treffen muss, lange bevor seine Prognose über den Markt aufgeht und über die Renovierung des globalen Energienetzes.
Gestalte die Energiewende mit AXSOL! Zur Karriereseite.
Diese Staffel wird präsentiert vom Mainfränkischen Cluster MIND. Vielen Dank an die Region Mainfranken GmbH für die Unterstützung dieser Staffel.
Du interessierst dich für Startups, Unternehmertum und Innovation? Im Startbahn27 Podcast interviewt Nico Hildmann inspirierende Gründer, Unternehmer und Visionäre aus Mainfranken – mit Fokus auf Schweinfurt und der Region.
Ob Startup-Erfolg, persönliche Rückschläge oder frische Ideen – wir erzählen echte Geschichten aus der Gründerszene und liefern dir wertvolle Learnings und Insights für deinen eigenen Weg.
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Liebe Startups, herzlich willkommen. Wir freuen uns das hier, wenn man uns angecheckt habt. Unser Team bereitet euch noch den perfekten Stadt von Stadt euch an.
Begrüßung und Gastvorstellung
Nico HildmannHallo und herzlich willkommen an Bord des Startbahn 27 Podcasts. Mein Name ist Nico Hildmann und diese Staffel wird präsentiert vom Mainfränkischen Cluster MIND. MIND bringt Macher aus Maschinenbau, IT und Digitalisierung zusammen. Voneinander lernen, Ideen sehen und gemeinsam in der Region Mainfranken wachsen. Vielen Dank an die Region Mainfranken GmbH für die Unterstützung dieser Staffel. Und damit Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Startbahn 27 Podcast. In der letzten Folge haben wir ja mal drauf geguckt, wie es Unternehmen schaffen, nach ihren ersten Erfolgen ein planbares und wiederholbares Wachstum zu erzeugen. Und in der heutigen Folge möchte ich aber so ein bisschen die Perspektive aufs Thema Wachstum ändern, nämlich was denn eigentlich passiert, wenn man von einem Markt überzeugt ist, der noch gar nicht so wirklich da ist. Also wie geht man da so vor? Und für dieses Thema habe ich mir einen tollen Gast eingeladen, der sich da echt gut auskennt, und zwar Jürgen Zinecker. Jürgen ist schon jahrelang Unternehmer, hat mehrere Unternehmen aufgebaut, unter anderem auch Navigon damals. Und seit gut 2012 beschäftigt es sich mit seinem Unternehmen AXSOL mit Batteriespeichern. So eine Technologie, deren Markt aber erst Jahre später große Fahrt aufgenommen hat. Und das möchte ich gerne auch heute mal mit ihm besprechen. Wie entwickelt Möbel die Zeit eigentlich so eine unternehmerische Weitsicht? Und wie baut man ein Unternehmen in einem Markt auf, der noch gar nicht so wirklich existiert? Aber ich freue mich sehr drauf, mit ihm darüber zu sprechen und sage herzlich willkommen, Jürgen, schön, dass du da bist. Hallo Nico, freut mich auch, dass ich da sein kann. Ja, echt cool, dass du hier bist und dich an der Stelle kennenzulernen. Wir sehen heute uns zum allerersten Mal und direkt Podcastaufnahme.
Jürgen ZineckerJa, cool.
Nico HildmannPerfekt, oder? Und ja, ich habe mich natürlich im Vorfeld mit dir beschäftigt, eine tolle Vita, die du auf jeden Fall mitbringst, jahrelang schon im Unternehmertum einiges erlebt. Und ich glaube, ich fange auch mal direkt mit der Frage an, wie du denn damals so zum Unternehmertum in die Selbstständigkeit gekommen bist. Also war es schon immer so ein bisschen dein Antrieb, dein eigenes Ding zu machen?
Jürgen ZineckerDa gehört ein bisschen Zufall dazu. Da gehört ein bisschen Zufall dazu. Also, ich habe ein Thema studiert, das meinem Vater nicht so gut gefallen hat. Okay, deswegen musste ich mich etwas um meine Finanzen selber kümmern. Und habe dann im zweiten Semester gleich bei einem Ingenieurbüro mit Zufall einen Job bekommen. Und habe im Studium konsequent im Prinzip gearbeitet. In einem Ingenieurbüro, Schweizer Ingenieurbüro, an der Neubaustrecke Würzburg-Hannover. Also ich habe so richtig mit Beton und Gummistiefel, Brücke und Tunnel versucht den Bau zu unterstützen, okay, als Studie. Und Mädchen für alles im Ingenieurbüro, das war, so ging das los. Und dann gewöhnst du dich natürlich an, so einen Arbeitsrhythmus. Das ist die Schiene, und parallel studieren. Und ab dem sechsten Semester hatte ich Vollzeitvertrag im Ingenieurbüro. Das heißt, ich habe diese Luft schon geschnuppert. Hat natürlich mein Studium ein bisschen gelitten, zwei Semester länger gebraucht.
Nico HildmannAber es ist ja auch eine schöne Zeit.
Jürgen ZineckerBis alles durch. Es war eine traumhafte Zeit. Und dann gewöhnst du dich auch an Geld, weil Mineure sind nicht so schlecht bezahlt worden. Und dann war das Studium beendet, bin ich noch ein bisschen dabei geblieben. Und dann hat man auch Lust, einfach vorwärts zu kommen im Thema, weil ich einfach kopfmäßig schon ein bisschen weiter war als so der normale Absolvent. Bin zu einem japanischen Unternehmen dann in den Vertrieb gewechselt und habe das auch zwei Jahre gemacht, recht erfolgreich. Kommt auch dazu. Also ich war dann, glaube ich, der erfolgreichste Verkäufer in dem ganzen Umfeld, habe dann den Markt Süddeutschland aufgebaut und 89 ist die Mauer gefallen, so lange ist das schon her. Dann habe ich Ostdeutschland dazu gekriegt, mit einem Kollegen zusammen, total abgefahrene Zeit.
Nico HildmannWollte ich gerade sagen, war bestimmt eine Kasse Zeit.
Jürgen ZineckerAbgefahrene Zeit, das wirklich live, eben im echten Leben mitgemacht zu haben, weißt du damals nicht, weil damals war es einfach nur viel Arbeit und viel Kilometer. Aber im Nachhinein natürlich diese historische Entwicklung von Anfang an da dabei gewesen zu sein, das war schon, im Nachhinein ist das grandios, wenn man das sich wieder vor Augen führt. Und dann haben die Japaner unseren Teil an die Amis verkauft. Softwareentwicklung, bin ich da weggegangen.
Navigation: Einen künftigen Markt erkennen und Partner gewinnen
Jürgen ZineckerUnd da war die Frage: Gehst du in der Karriere weiter nach oben bei dem Unternehmen und übernimmst Österreich? Oder gehst du mit einem Team nach USA? Ich habe mich für die USA entschieden und habe dann Softwareentwicklung gemanagt, auch für Europa, und ziemlich spannender Job. Und das war GPS-Entwicklung. Also GPS-Systeme, Softwareentwicklung dafür. Und habe dann kennengelernt, wie GPS in der kommerziellen Nutzung in die Breite geht, nämlich für Fahrzeugnavigation. Damals waren das aber noch olivgrüne Fahrzeuge. Und ich habe mich dann entschieden, zurückzugehen. Hat auch was mit der Liebe zu tun. Und hab dann erkannt, mit dem Wissen, das hier in Europa noch nicht auf der Straße ist, bildet sich eine Geschäftsmöglichkeit ab. Und habe dann die, damals hieß die noch GPS Gear, weil GPS-Equipment, ne? Ja. GPS Gier gegründet, wusste aber, dass wir, dass das System über die Strecke und wenige Jahre viel genauer werden würde. Aus der differentiellen GPS-Analyse hin zur Echtzeitanalyse. Und da war ziemlich klar, dass das in der Auflösung auf Straßennavigation abbildbar wäre. Hab das angefangen aus dem Geschäft heraus. Wir haben teure Systeme für hochpräzise Anwendungen verkauft, hab aber parallel diesen Markt, diesen neuen Markt, für Navigationssysteme, mobile Navigationssysteme entwickeln wollen. Haben dann die Technik zusammengesucht in Europa, haben das Zeug auch auf die Schiene gebracht. Und dann braucht man auch ein paar Zufälle. Und ein Zufall war, dass ich einen Unternehmer kannte, der gescannte Karten. Also nicht Vektorkarten, wie du die zum Navigieren brauchst, sondern Bilder als Karten, Falk-Verlag, sozusagen gescannt hat und dann digital zur Verfügung gestellt hat. Weil Vektorkarten digital gab es damals noch gar nicht. Und darauf haben wir dann versucht, die ersten Navigationssituationen abzubilden, weil ein Koordinatendraster war da mit dabei und haben die ersten G-Versuche gemacht. Und da brauchst du natürlich dann ein bisschen die Kommunikation nach außen. Jetzt kommt der erste Schritt. Da musst du das mit Leuten erzählen, die das interessiert. Die sehen, okay, so etwas könnte in die Zukunft gehen. Haben wir natürlich gemacht. Wir hatten dann auch Glück, dass der Falk-Verlag an der Würzburger Firma GIS beteiligt war und da auch Innovationsbereitschaft da war. Dann haben wir das weitergetrieben, weil wir haben gewusst, wir brauchen Vektarten. Dann haben wir mit Bosch geredet. Die haben gerade angefangen, Vektokarten zu machen und haben das gegenseitig vorwärts getrieben. Mit Bosch habe ich mich dann bei der Automobilindustrie immer wieder in die Haare gekriegt, weil die gesagt haben, das geht nur mit Radsensoren. Ich habe gesagt, Freunde, vertraut mir, es geht ohne. Und habe mich dann wirklich in der Automobilindustrie auf den entsprechenden wichtigen Wissenschaftsmeetings und Tagungen und rumgetrieben und mich ständig mit dem Bosch-Vorstand duelliert in den Panels. Ich war damals Turnschutträger, also für den grauhaarigen Bosch-Professor war ich das personalisierte Feindbild. Und das war dann auch immer relativ spannend, weil so ein Junge gegen so einen Oberprof nur wirklich schwer ist. Ich kann es euch sagen, bin da sehr oft recht enttäuscht aus dem Panel rausgegangen. Und war aber super spannend, kann ich eine schöne Geschichte erzählen, war die ILA in Berlin. Und wir hatten damals schon, das war schon ein bisschen weiter, eine Kooperation mit Toshiba und der Telekom. And then we're zum Battle eingeladen worden, so war es sogar. Also, das war von der Telekom angeschubst. Und die Telekom hat gesagt, liebe Bosch, mach doch mal ein Battle, wenn ihr so gut seid. Eure Systeme sind so grandios, dann macht ihr die doch nass. Und dann haben wir uns auf den Battle eingelassen, und das heißt, wir sind von der ILA zum Hauptbahnhof mit Bosch-Navigation und mit unserer mobilen Navigation in zwei Taxen, eingebaut, um die Wette gefahren. Und da war auch, und Moderatorin von dem ganzen Ding war, Mensch, wie hieß sie noch? So eine super hübsche Blonde, die die Sendung, also die die Serie damals gemacht hat. Da hat das ganze Ding moderiert, war natürlich dann auch nochmal ein schöner Ansporn. Also auf jeden Fall sind wir um die Wette gefahren, haben die zwei Taxen fahren lassen, dynamisch mobil navigiert, mit SMS-Übertragung von Echtzeitübertragung aus dem Verkehr und dann die Echtzeitübertragung von Bosch in dem System mitbenutzt. Und die beste Lösung, also das beste Ergebnis von allen ist passiert, wir sind fast gleichzeitig angekommen. Wir waren drei Autolängen von dran und sind verschiedene Routen gefahren, und das war natürlich ein Mods-Ereignis in der Wahrnehmung Telekom, Toshiba, Bosch und sowas bringt einen dann halt auch vorwärts. Und dann hat, und da kommt jetzt ein wichtiger Faktor, du brauchst einen großen Partner, um was Größeres auf die Schiene zu bringen als Gründung. Und das war bei uns Toshiba. Toshiba hat gesagt, mit dem Ding verkaufe ich Notebooks. Weil das waren damals Notebooks und keine Handys, mit denen das umgesetzt wurde. Mit dem Ding verkaufe ich Notebooks und damit ist Toshiba eingestiegen. Und zwar eingestiegen nicht im Sinne von Prozentanteil von uns kaufen, sondern kooperative Vermarktung. Wir haben unser Produkt in ihr Produktportfolio aufgenommen und mit den Notebooks mitverkauft. Und da hat das dann abgehoben.
Nico HildmannAlso das hat dann wahrscheinlich die Hebelwirkung dann auch erzeugt. Weil, also allein das, was du gerade so erzählt hast, das ist ja ein toller Weg von eigener Erfahrung, dann so der eigene Antrieb, irgendwo ein bisschen Bauchentscheidung, ich gehe in die USA, ich gehe aber wieder zurück, dann findest du hier was vor, wo der Markt einfach nur nicht so weit war wie in einem anderen Land und sagst: Da schaffe ich jetzt eine Möglichkeit, weil du das siehst so, dass da was einfach ist aus deiner Expertise. Und dann, und das fällt mir richtig auf, die Partner, die da irgendwo mit drin sind, die auch Hebelwirkung erzeugen. Wenn du jetzt schon sagst, Toshiba war dann sozusagen das, ja, wo es dann wirklich hoch ging, ist natürlich Hammer, diese in Teilen vielleicht Zufälle, aber auch dieser Glaube die ganze Zeit in dem Zusammenspiel, dass es sich so einfach verwirklicht hat.
Jürgen ZineckerJa, aber das ist natürlich viel. Aber ich habe jetzt gerade mal fünf Jahre zusammengefasst.
Nico HildmannAber auch in der Unternehmensentwicklung. Da, was da alles passiert, auf was da auf einen Einprassel auch gedankenmäßig, ne? Und das war ja nicht nur einmal der Fall, dass du sozusagen eine Technologie vorangetrieben hast, wo der Markt noch nicht so wirklich bereit war, sondern es ist jetzt auch schon wieder eine Weile her, 2012, mit Axol, also dem Batteriespeichern. Wie kamst du denn dann überhaupt da drauf, auf dieses Thema? Es ist ja jetzt nicht das Gleiche wie GPS, ne? In dem Sinne, hattest du davor irgendwie schon Berührungspunkte mit diesem Thema, sodass das auch so eine Überzeugung bei dir geweckt hat?
Jürgen ZineckerNico, ja, das denkt man. Es ist aber anders. Es ist haargenau das Gleiche.
Nico HildmannOkay.
Jürgen ZineckerWeil was machst du? Wo ist das kritische Element bei einer mobilen Navigation? Der Akku, wenn der Akku leer ist, ist Navigation zu Ende. Von daher habe ich mich von Anfang an mit Batterien beschäftigt. Und da ging es um Notebook-Batterien, wie lange halten die, kann ich die austauschen während der Fahrt, ohne dass das Ding runterfährt und solche Geschichten. Und wie müssen die Batterien geschaffen sein? Wie muss ich das Notebook mit Batterien versorgen? Das wurde dann natürlich so ein PDA, war dann die nächste Folge, ne? Personal Digital Assistant. Okay. Und dann kam das Handy, aber das Handy hat damals nur telefoniert und SMS-empfangen. Okay. Und dann, bis das dann smart wurde, als Smartphone, mussten wir diese Zeit ja überbrücken. Und von daher waren wir immer am Strom gehangen. Und war Batterie für mich schon immer ein Thema. Also damals waren das noch Nickel-Cadmium-Batterien und die dann, und Toshiba war einer der führenden Hersteller. Von daher haben wir da an den Batterien schon immer gearbeitet. Das ist also nicht ein ganz neues Thema für mich gewesen. Und der zweite Aspekt ist, wir haben das immer mit Softwareentwicklung kombiniert. Und das ist auch meine Profession. Hardware mit Embedded und Software und Mobil, also Batteriestrom versorgt, Mobilstrom versorgt. Von daher, das zieht sich durch meine Karriere durch.
Nico HildmannJa, weil, weißt du, ich habe es gelesen, ich weiß noch nicht mehr ganz genau wo, du hast mal ein Interview gegeben, wo du dann aber auch gesagt hast, bis dieser Markt wirklich Fahrt aufgenommen hat, hat es nochmal zehn Jahre gedauert. Und als ich das so gelesen habe, dachte ich mir, Jesus, das ist ja doch eine lange Zeit, ein langer Atem, den man da halten muss. Und jetzt natürlich, wenn du dich davor schon mit dem Thema beschäftigt hast, habe ich mich direkt gefragt, wie schafft man es so eine Überzeugung, so lange daran zu glauben, bis dann das sozusagen dieser, vielleicht dieser entscheidende Moment kommt, wo es dann wirklich richtig Fahrt aufnimmt. Weil vielleicht kannst du einfach mal so ein bisschen aus diesen zehn Jahren erzählen, weil meine ersten Impulse waren, du musstest ja wahrscheinlich schon Dinge aufbauen wie ein Team oder potenzielle Kunden, die schon mit Hufen geschart haben, also irgendein Setting und wusstest ja nie, ob diese große Wette aufgeht eigentlich, oder?
Jürgen ZineckerOkay, jetzt reden wir aber über die Axol.
Nico HildmannJa, genau.
Jürgen ZineckerOkay, jetzt reden wir über die Axol, weil die Navigon habe ich um 2000 dann mit dem Alexander Fall als Navigon an die Börse gebracht und recht erfolgreich. Da gibt es natürlich dann auch schon ein bisschen liquide Mittel. Ja. Das gehört in der nächsten Stufe jetzt dazu. Okay.
Zu früh für den Markt: Eine Gründung scheitert
Jürgen ZineckerIch gebe dir aber noch eine Geschichte vorher, weil das gehört auch zur Kurve. Ja, gerne, klar. Weil es gibt auch die Phase, die zur Lernkurve dazugehört. Ich habe dann in der nächsten Stufe dann eine Firma gegründet, die hieß Moon AG, wie der am Himmel. Ja. Aber der war nicht als so gedacht, sondern als Mobile Online-Applikation. Und zwar haben wir das komplette Office damals, das war 2003, glaube ich, mobil aufs Handy gebracht. Und das ist eine relativ kostenaufwendige Geschichte gewesen. Und da waren wir von der Kostenseite zur Martakzeptanz von den Kosten zu hoch und die Martakzeptanz noch zu klein. Das Ding habe ich abgewickelt. 2005, glaube ich. Also, das ist an die Wand gefallen. Und in Kooperation mit Toshiba, also ich habe es mit einem Weltmarktführer, haben wir nicht geschafft, dieses System dem Kunden so nahe zu bringen, dass er versteht, dass er in kompletter Mobilität sein komplettes Office organisieren kann. Was jetzt alle auf dem Handy machen. Absolut, ne? Jetzt ist es so. Macht jeder auf der ganzen Welt jetzt. Damals war es zu früh. Kosten waren zu hoch, Kiste eingestampft. Das gehört zur Erfahrung auch dazu. Das ist eine harte Erfahrung, glaube ich. Das ist eine harte Erfahrung. Und da muss man sagen, da gehört dann auch echt, naja, ein bisschen Rückgrat und das ist nicht nur Kopf, sondern auch Geld dazu, das wieder zu tun.
Nico HildmannWar das so die erste negative Erfahrung, die du in deinem unternehmerischen Seinst.
Jürgen ZineckerZum Glück auch die einzige. Zum Glück auch, also nicht klein, aber die einzige unternehmerische Katastrophe, das Ding an die Wand gefahren, da verlierst du auch echt Geld und musst aber dich wieder berappeln und musst sagen, einmal schütteln und weiter. Das ist nicht so einfach. Da bin ich dann auch eine kleinere Stufe gegangen, habe mich dann an einem Softwareunternehmen beteiligt, mit 30% eingekauft und vorangebracht. Also das war dann ein Softwareunternehmen für ERP-Systeme. Und da war ein sehr hoher Anteil auf Maschinensteuerung. Das haben wir auch relativ gut über die Bühnen gebracht. Und darin gab es dann eine Chance, wo ich gesagt habe: Mensch, wir gründen so eine Photovoltaik-Applikation aus, weil Photovoltaik braucht die ganze Welt. Und wir können dann genauso gut Photovoltaikmodule die Maschinen steuern und produzieren. Also der Produzent kann es mit unseren Tools dann wunderbar gut machen, alles fein. Das lief aber nur so halb, weil dann der Photovoltaikmarkt nach unten gegangen ist mit neuer Regulatorik. Das war so 2028. Also 2008, 2009 in der Kante. Da ging dann der Photovoltaikmarkt runter. Aber wir waren das Team war gut. Und das Team war gut und wir haben erkannt über die Strecke, Photovoltaik hat und Wind hat ein Riesenpotenzial, aber wenn die Sonne nicht scheint, hast du gar kein Oder Wind nicht geht. Das ist blöd. Und wir waren da ziemlich gut auf Messen unterwegs in der Innovationsphase und haben dann gesagt, Mensch, es kann gar nicht ohne Ging. Und haben das Ding ein bisschen vorwärts getrieben. 2012 die Axol gegründet in dem Spirit und haben gesagt, okay, wir brauchen Batteriesysteme, um da eine zuverlässige Stromversorgung aus Erneuerbaren auf die Füße zu bringen. Das war jetzt, ich will jetzt mal sagen, kein Hexenwerk, auf die Idee zu kommen. Wir haben aber gesehen, das gibt es nicht. Gibt es am Markt nicht. Es gibt die Kombination nicht. Es gibt nicht Solarpanels mit Batterieanschluss als Komplettsystem. Und dann haben wir gesagt, okay, riesengroß, machst du das noch nicht. Dann haben wir Markt untersucht und haben gedacht, für den Campingmarkt ist es genau das Richtige. Perfekt. Haben ein paar Euros in die Hand genommen, haben einen Prototyp entwickelt und haben gesagt, lieber Campingmarkt, wie sieht's aus? Das Ding sollte dann irgendwie zweieinhalbtausend, 3000 Euro kosten. Dann hat der Campingmarkt gesagt, das ist total klasse, das braucht jeder, aber das kauft keiner zu dem Preis, weil nämlich so ein Benzinmoppel 500 Euro. Kosten. Und dann macht er lieber eine Benzinmoppel an. Statt 2.500 für so ein Solarsystem auf die Theke zu legen. Dann haben wir erstmal große Augen gemacht und dann haben wir gesagt, jetzt ist das Ding aber so abgefahren, cool. Irgendwie musst du da was gehen. Dann musst du dich am Kopf kratzen und musst sagen, was ist der Markt? Und dann haben wir ein bisschen rumrecherchiert und getan, es ist Medizin und Militär. Weißt du, wie ihr das noch gemacht habt?
Nico HildmannAlso ist es Netzwerkbefragen, Quellen anzapfen? Also wie schaut man denn da in den Markt, um dann so eine Überzeugung zu bekommen?
Jürgen ZineckerAlso gesunder Menschenverstand. Du bist ja unter Druck. Ja. Du hast ein apffenscharfes Produkt, bist überzeugt, dass das total cool ist. Und jeder, der es benutzt, sagt, wow! Und wenn du dann einen Preis aufrufst, sagt jeder, ich glaube, du spinnst. Und dann musst du dir überlegen, wo bringst du denn den Nutzen? Ja. Wo ist der Nutzen? Wer würde denn jetzt so viel Geld für sowas auf den Tisch legen? Und in der Medizintechnik, ist das ein Thema, wenn du zum Beispiel Beatmungsgeräte hast, die du nochmal absichern willst, die auch über Nacht nicht ausfallen sollen. Das war so ein Anwendungsfall. Dann war Ebola-Krise, die brauchten in Westafrika Strom. Das wurde natürlich über Hilfsorganisationen dann gemacht, war ein Riesenerfolg. Und dann definitiv Militär. Da spielt das Thema Energieversorgung in der Bewegung eine ganz große Rolle. Und da haben wir dann natürlich einen Treffer gelandet, weil wir die Standardstromversorgung mit knapp 70, 80 Kilo auf knapp über 10 Kilo reduzieren konnten. Und das ist ein Quantensprung. Und dafür haben die dann auch das Geld bezahlt. Und damit ging die Firma weiter.
Nico HildmannWar das so, dass ihr euch diese Felder dann ausgesucht habt und das dann auch geklappt hat, weil es da gar keine Alternativen gab, wie jetzt bei dem Wohnwagenmarkt, wo man sagen konnte, da gibt es halt was Kostengünstigeres und das sind die nicht bereit für. War es bei Medizin und Militär, dass es da nichts anderes gab, sodass ihr so eine Alleinstellung hattet irgendwo?
Jürgen ZineckerAlso wir waren die absoluten Pioniere in dieser Technologie in Europa. Und auch in der Spezifizierung waren wir das sogar auf der Welt. Also das gab es auch in China nicht und gab es auch in den USA nicht. Wir haben diese Leistungsklasse bei dem Gewicht das erste Mal gebaut. Haben dafür auch Bundesinnovationspreis bekommen. Zu Recht, zu Recht, weil das Ding hat super funktioniert, also funktioniert heute noch. Ist auch heute noch, erste Geräte sind heute noch im Einsatz. Die wieso hat es funktioniert in dieser Abbildung. Wir haben ein massiv neues Anwendungsfeld eröffnet. Weißt du, wenn du 100 Kilo irgendwo hinbringen musst, dann brauchst du ein Fahrzeug. Unser Ding war manmobil. Das konntest du überall mit hinnehmen und hast dann ein Kilowatt Strom. 1000 Watt, Strom dabei, damit geht mobil fast alles. Und es kann ein Mensch tragen. Und damit eröffnest du komplett neues Nutzerverhalten und Applikation. Militärisch kann man auch ruhig erzählen, ist es Satellitennavigation. Quatsch, Satellitenkommunikation, Entschuldigung, ist es Satellitenkommunikation. Das heißt, die Einheit ist unterwegs, die muss sich mindestens eine gewisse Zeit melden. Und wenn die 100 Kilo tragen müssen, brauchen die Menschen oder Fahrzeuge und 10 Kilo passen in den Rucksack. Der Rucksack von einem Soldaten, muss ich jeder mal vorstellen, in den Einheiten, der hat so zwischen 30 und 40 Kilo, den die mitnehmen und den ganzen Tag tragen. Und wenn dann drei Leute mehr gebraucht werden für 100 Kilo, die nur das, dann ist es ein Quantensprung in dem Thema. Und deswegen haben wir das da, haben wir dort dann auch diese Wirkung entfaltet. Die Systeme waren top akzeptiert und das hat sich dann auch weiterentwickelt.
Vom ersten zahlenden Markt zum Großspeicher
Jürgen ZineckerSo, und das war dann der Schritt, wo wir gesehen haben, okay, es gibt Anwendungen, das funktioniert. Und dieser Umsatz bringt dich dann auch über die Zeit. Die Systeme wurden größer, weil natürlich wusste jeder, dass die Batterie irgendwann kommen muss. Und wir konnten so langsam mit dem Markt mitentwickeln. Und haben uns natürlich immer mit der Batterietechnik im High-End auseinandergesetzt: von Batteriechemie Slurry selber machen, da ging das los. BMS selber machen, wir haben wirklich die kompletten Grundlagen der Batterietechnologie mitgemacht, haben dann aber auch gesehen, dass die Chinesen uns in den Themen schnell überholt haben, weil die das mit viel mehr Forschungsmitteln gefüttert haben. Und dann haben wir auch die entsprechenden Kontakte über die Strecke erstmal aus der Entwicklungsseite und dann aber auch auf der kommerziellen Seite umsetzen können und gesehen, was dort von unserer Seite an USP erzeugt werden kann, nämlich die Steuerung. Erstmal BMS selber, aber dann geht es um die Kombination der Systeme, die auch von militärischer Seite an uns herangetragen wurden, so ein Camp mit Strom zu versorgen und dann alles drumherum. Das ist höchst anspruchsvoll von der Steuerungsseite und von der Absicherungsseite. Und das hat uns massiv vorwärts gebracht. Dafür haben wir immer relativ kleines Geld für die Entwicklung gekriegt. Also wir konnten davon sauber leben, aber Goldene Nase hast du damit nicht verdient. Das war von der Hand in Mund. Aber worauf wir gewartet haben, ist halt, unsere Technologie ist immer reifer geworden, immer besser. Wir haben in den Wettbewerben weltweit Preise abgeräumt. Ich will sagen, alles, was es gibt, aber fast. Und dann weißt du auch, dass du gut bist. Ist es wichtig, an solchen teilzunehmen? Sonst kriegst du den Namen für die Verbreitung nicht. Und kriegst den Markt nicht. Also, und das ist schon ein Boost. Also einfach. Musst du mitgehen, damit dein Name und deine Reputation einfach wächst. Das haben wir in dem Umfeld auch gemacht. War immer ein bisschen oliv. Wir haben natürlich auch auf der Erneuerbaren mitgemacht, aber das ist so ein bisschen, sagen wir mal so, die Hoffnung. Da gab es gar kein Geld für. Da haben wir Geld genommen, das wir auf der anderen Seite verdient haben, um regenerativ Show machen zu können. Und das gehört auch dazu, haben wir auch gemacht, wussten aber, dass das eher die Spaßveranstaltung ist. Macht gute Laune, weil du weißt, das ist was Sinnvolles, aber Geld konntest du damit nicht verdienen im Anfang. Und dann mussten wir die Schere hinkriegen, dann haben wir gemerkt, okay, es zieht ein bisschen in die Druck auf der PV-Seite wird höher, und dann kommt Regulatorik dazu. Dann kommt der Gesetzgeber dazu, der bestimmte Themen aufmacht, die du dann umsetzen kannst. Das war da auch so. Und dann haben wir langsam gerochen, dass der Großspeichermarkt, naja, innerhalb von zwei, drei Jahren kommen muss, auf der regulatorischen Seite unterstützt, kommen muss. Wir haben das auf der olivgrünen Seite gemerkt, dass die Anwendungen immer größer wurden und dann nicht mehr zu tragen waren, sondern dann ging es von Kilowatt in Megawatt. Und dann geht es in den Container. Und dann kostet halt ein System nicht mehr 2.500 Euro, sondern 250.000 Euro. Und der Kunde für ein Gebäude oder für einen Lkw braucht es Wills. Und dann hast du halt mit einem Container 1.000 solche kleinen Systeme verkauft. Und dann fällt es dir auch wie Schuppen von den Augen. Das Geschäft wird schneller, größer, wenn du größere Systeme machst. Und unser Wissen hat genau dafür gereicht. Und das war der Weg, wo wir dann gesagt haben, wir adressieren jetzt schon früh diesen Großspeichermarkt. Das haben wir auch gemacht. Und dann haben wir über die olivgrüne Schiene die ersten Systeme an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beauftragt bekommen für die Entwicklung, Umsetzung und Bau. Und das war der Start für die Großspeichersysteme. Dann haben wir Entwicklung bezahlt gehabt, haben die ersten drei Großaufträge über die Bühne gehabt und waren dann im Know-how für die Großspeicher Nummer eins. In Sachen Steuerung, komplexe Steuerung, die wir aus dem militärischen Sektor mitnehmen konnten, haben das realisiert und haben ein echt innovatives System. Das ist ja jetzt vier Jahre her. Das Wort das Innenministerium hat das beauftragt, weil dort Russland losgelegt hat. Das hätte man schon ein bisschen her machen können. Russland losgelegt hat, da kam danach der Impuls her, Bevölkerungsschutz wieder in Fokus zu nehmen. Dort haben wir die Technologie aufgebaut, parallel ist es dann kommerziell aufgegangen. Und das Verteilnetz hat verstanden, durch die Belastung von E-Fahrzeugen und Wärmepumpen in Residential Anwendungen, dass das System zu stark belastet wird, also die Netze zu stark belastet werden. Und was kann man da machen? Da kann man mehr Strom erzeugen, dickere Kabel verlegen oder man kann sie vor Ort zwischenpuffern. Und das Zwischenpuffern geht fünfmal so schnell und kostet die Hälfte. Das ist ganz einfach, was man da macht. Und weil das immer eine kommerzielle Entscheidung ist. Und die Stadtwerke, also Verteilnetzbetreiber, haben dann gesagt, machen wir es so. Dann kam hinzu, durch die Nutzung von Strom ging dann der Gasumsatz zurück. Und der Gasumsatz zurück heißt, sie müssen irgendwie die Stadtwerke diesen fallenden Umsatz auffallen. Weil fallende Umsätze mag kein Unternehmen. Nehmen wir mal so mit, auf jeden Fall. Mag kein Unternehmen. Und dann haben die gesagt, okay, was kostet es? Wie kriegen wir das integriert, verdienen wir damit Geld? Das konnten wir klar vorrechnen. Und der Markt besteht jetzt. Und dann ging das in Riesenschritten los.
Nico HildmannAlso ich finde es brutal interessant, wie du das gerade so alles aufgezogen hast. Weil wenn man sich ja mal überlegt, und das ist genau das, was du gerade alles erklärt hast für mich, wie entwickelt man diese Weitsicht? Du hast natürlich am Anfang diese Grundüberzeugung von der Thematik, als Grundlage natürlich auch Wissen da mit drin. Aber das, was du gerade alles erzählt hast, in dieser Zeit waren ja Technologiesprünge dabei, dann kommt das Feedback vom Markt, Wettbewerber sind immer ein gutes Zeichen aus meiner Sicht, wo man sagt, man ist auf dem richtigen Weg. Und dann eröffnet sich, geht immer noch eine weitere Tür auf, um sein Angebot ja wohl zu optimieren, anzupassen. Und dann kommt so ein Turning Point, wenn eine Regierung was vorgibt, beispielsweise, wo dann sagt, jetzt geht's aber richtig los. Also irgendwo, es hat ja gefühlt, wenn man so die Geschichte hört, alles irgendwie gepasst, aufeinander aufgebaut.
Laufende Einnahmen, Investoren und die nächste Wachstumsstufe
Nico HildmannUnd es war jetzt auch für dich immer also eine Art Bestätigung, die mitgeschwungen ist, oder?
Jürgen ZineckerJa, also das nach vorne denken gehört dazu. Du musst aber auch ein Grundrauschen realisieren können, um einfach diesen langen Atem abdecken zu können. Das heißt, es ist aus der einen Geschichte gelernt, das Wachstum zu justieren und einen echten Markt zu bedienen zu können, um einen Mindestumsatz, einen Mindestertrag zu haben. Ich will gar nicht von Gewinn reden, dass die Kiste vorwärts geht. Und das ist mal der erste Grundsatz. Der zweite ist, mit klarer Definition den Markt zu sehen und prognostizieren zu können, aber halt auch mit dem Grundrauschen abfedern zu können und abwarten zu können. Der Blick nach vorne ist, glaube ich, unheimlich wichtig, wenn du den nicht hast, über die Innovation frisst dich der Wettbewerb. Da frisst dich der Wettbewerb und dann gehen die Erträge einfach in den Boden und die Erlösen es auch schon mal sowieso und dann ist es etwas kompliziert.
Nico HildmannAber ist es, vielleicht kurz nachzufragen, wenn man deinen Weg jetzt so sieht, auch dieses stetige Wachstum über die Jahre, dann letzten Endes. Gab es dann überhaupt mal Momente, wo du gesagt hast, oder es hört sich für mich an, dass es gar kein Potenzial gab zum Zweifeln für diesen Weg, oder?
Jürgen ZineckerNo, das ist nicht so. Okay, das ist nicht so. Natürlich hast du immer ein bisschen den Zweifel, den musst du ja haben. Wann kommt der Markt? Ist er überhaupt da? Erlebst du den? Was macht der Wettbewerb? Bist du gut genug im Wettbewerb, dass du den überhaupt erleben darfst? Und dann musst du natürlich auch die Indikationen für dieses Wachstum erkennen. Wann sind denn die Punkte, wo du dann sozusagen einen Hebel umlegen kannst, wo du dann, du musst ja dann auch, das ist der nächste wichtige Punkt, nicht nur den Markt erkennen, sondern du brauchst die Liquidität. Das heißt, du musst dann in der Konstruktion der Firma spielen die Finanzen mindestens die gleiche Geige in der Priorität. Das heißt, wenn du in einen aufstrebenden Markt willst, musst du natürlich auch zusehen, dass deine Bankability mit den Umsetzen, die du gemacht hast, für die Finanzierung, für die nächste Stufe reicht. Oder du suchst dir einen Investor. Investorsuchen ist ein hartes Brot. Ist ein hartes Brot und das braucht mehr Durchhaltevermögen als neue Technologie.
Nico HildmannVor allem in so einem investitionsintensiven Feld, ne?
Jürgen ZineckerAlso sind ja Zum. Im Hightech-Umfeld ist gar nicht so viel Summe, aber im Nachgang betrachtet. Aber das muss halt schaffen. Okay. Also du brauchst ein Grundrauschen, das muss zumindest, oder das muss abbilden können, deine Kosten, als auch den Weg nach vorne für den Investor abbilden können. Der muss das Potenzial erkennen können mit den kleinen Mitteln, mit denen du gerade vorwärts gehst. Und kann ich euch auch sagen, das ist auch nicht so einfach, weil die folgen aufeinander. Du brauchst erst einen kleinen Investor, dann wird das Ding ein bisschen größer, dann geht dem die Puste aus, dann brauchst du den nächsten, der muss aber den ersten erstmal ablösen. Und dann geht dem die Puste an irgendeiner Stelle aus, wo er sagt, in die Dimension will ich nicht investieren. Dann musst du dem ja wieder Geld verschaffen, damit der nächstgrößere da drauf geht. Das ist die Treppe, die du gehen kannst. Ich habe, naja, nicht so oft erlebt, dass der erste Investor der war, der zum Schluss den großen Erfolg miterlebt hat. Von daher ist, glaube ich, die Natur der Dinge, dass diese Treppe gegangen werden muss. Und du dann danach auch die Bank mitnehmen musst und dann die Fördermittel einwerben kannst, öffentlichen Fördermittel, die da drin durchaus eine große Rolle spielen in der Phase. Ja. Und dann die Investitionen hinkriegen, weil du musst immer ein bisschen, du musst ja vor dem Markt investieren. Wenn dann der Markt nicht kommt, nimmt dir das der Investor übel. Das heißt, das ist schon dann ein präziseres Steuern. Und dann gehört da auch ein bisschen Glück dazu.
Nico HildmannJetzt, glaube ich, immer was mitspielt. In die Zukunft können wir nicht gucken, aber wie du schon sagst, es sind ja Indizien da in vielerlei Hinsicht, auf die man hoffentlich, ja, sag ich mal, fußen kann, zu sagen, das ist mir Beweis genug, um einen Glauben zu entwickeln. Das geht jetzt weiter einfach voran. Also ich glaube dir das absolut. Und wie du schon sagst, das ist einfach ein Ding, was mitschwingt, Zweifel an sich. Aber es gibt ja auch wahrscheinlich genug Punkte, die dir die Motivation und Hoffnung immer wieder gegeben haben, zu sagen, das passt, wir sind da echt auf einem guten Weg. Jetzt haben wir das, da gibt es was Neues, das ermöglicht uns wieder, irgendwas auch effizienter zu werden, beispielsweise. Ich finde es meistens auch immer spannend. Vielleicht kannst du da nochmal kurz einen Einblick geben. Meist hat man selber persönlich gar nicht so den eigenen Zweifel, ob das Weg ist, aber das Umfeld vielleicht, dass sie dann sagen, du bist ja ganz sicher, hast du vielleicht noch einen Plan B oder irgendwie sowas. Also kam das bei dir auch so ein bisschen dazu? Ich weiß nicht, wie Familie da schon da war und alles, ob die dann sagen, guck doch mal.
Jürgen ZineckerAlso mein Umfeld ist in dem Thema leid geprüft. Weil wenn die Investorenwechsel kommen, kommt auch immer eine Insolvenzgefahr. Weil wenn der erste sagt, ich will nicht mehr und der zweite sagt auch, ich will nicht mehr, dann ist da die Insolvenz im Raum. Von daher lebst du definitiv jedes Mal an dieser Stufe in dieser Gefahr. Das musst du erstmal schaffen. Und das Umfeld um dich, das nicht so stabil ist in dem Glauben. Und das gehört auch dazu, das darf ruhig diese Zweifel hegen. Und diese Zweifel bedenkt man dann natürlich. Also wenn du aus deinem Freundes-Familienumfeld gesagt kriegst, ey, bist du echt sicher? Willst du das wirklich riskieren? Und das geht dann natürlich auch in der Argumentation ein bisschen weiter. Die Amis sagen, you need guts. Ja. Und das ist auch so. Also da ist die Wette manchmal hoch. Und das ist so. Das geht auch schief. Wie gesagt, bei mir auch einmal schief gegangen. Deswegen war ich ein bisschen vorsichtiger, aber trotzdem läufst du in diese Gefahr und da spielt dann natürlich Erfahrung, aber immer wieder, muss man sagen, Glück eine Rolle. Aber das ist nämlich auch in deinem, das geht ja nicht nur um mich, sondern es geht ja um auch die ganzen Beschäftigten. Da waren ja schon X Leute in Unternehmen beschäftigt. Für die hast du ja auch Verantwortung. Und die müssen ja auch an der Stange bleiben und in so kleinen Unternehmen weiß jeder alles. Und da musst du natürlich auch die Motivation geben, weil die wissen, dass halt, sagen wir mal, die Gehälter auf zehn Jahre nicht sicher sind. Und wenn es dann halt nur wenige Monate sind, dann ist es halt, das ist schon, dann werden die auch arg geprüft. Und diese Verantwortung gehört auch dazu, das abzubilden. Und ja, natürlich lebt man damit. Und das ist ein Punkt, an dem man oft gemessen wird.
Nico HildmannGenau, und auch irgendwo halt Unternehmer sein. Das gehört halt im Endeffekt dazu, was aber natürlich jetzt in eurer Situation oder deiner
Warum sich die Energiewirtschaft verändert
Nico Hildmanngut lief, es hat sich dieser Markt ergeben, hat Fahrt aufgenommen. Jetzt, wenn man mal vielleicht nochmal drauf guckt, ihr sitzt in Würzburg, also Region Mainfranken. Wie siehst du denn so aktuell das Thema so Energie, Elektrifizierung, sind wir da in der Region Mainfranken deines Erachtens schon gut aufgestellt auf einem guten Weg? Ist da noch viel Nachholbedarf, so ein bisschen so, was deine Einschätzung aktuell?
Jürgen ZineckerJa, also wir okay, jetzt wird es ein bisschen pathetisch, okay? Also wir befinden uns an einem epochalen Wechsel in der Energiewirtschaft. Das ist sowas wie vom Pferd auf die Dampfmaschine und das ist sowas wie von der Dampfmaschine auf Diesel. Und jetzt geht es von den fossilen in die Regenerativen. Wieso? Weil es ist auch ganz einfach, weil ein Elektromotor 99% Wirkungsgrad hat und ein fossiler Motor, wenn es hochkommt, 30%. Das heißt, man wäre total bescheuert, wenn man nicht den besseren Wirkungsgrad nutzen würde. Okay? Noch ein Argument: die Photovoltaik hat die Photosynthese um 20-fache überholt. Das heißt, wenn ich da draußen jetzt einen Quadratmeter nehme und setze eine Pflanze hin und da kommt ein Maiskorn raus, und ich lege nebendran ein Photovoltaik-Panel, dann kommt da die 20-fache Energie aus dem Photovoltaikpanel. Das weiß keiner, will keiner wissen. Ich will jetzt nicht Acker mit Photovoltaik beim Pflastern. Ganz und gar nicht. Wir haben genügend Dächer, wir haben genügend Flächen, die sowieso versiegelt sind, die einfach nur Wasserschutz sind. Da kann man jetzt ruhig Sonnenernte draufpacken. Das heißt, der Wirkungsgrad, die Abhängigkeit und der CO2-Ausstoß, also auch unser Klimathema, ist damit positiv beeinflussbar. Ich will nicht sagen, damit wird alles geheilt, alles gut, aber was man klar sagen muss, Mensch, wir müssen doch nicht Gas da einkaufen, wo wir mit der Keule auf die Rübe kriegen. Das muss man nicht machen. Und ich muss mich nicht in die Abhängigkeit begeben, wenn ich die technologischen, wenn ich die technologische Basis und die ganzen Gegebenheiten habe, dann kann ich doch langsam an der Unabhängigkeit arbeiten. Und dann kommt ein operativer Zwang, wir nutzen das, weil es auch sinnvoll ist, aber dazu müssen wir Strom übertragen. Das muss irgendwo, der muss gemacht werden, eingesammelt werden, übertragen werden, da wo er gebraucht wird. Dort haben wir, wie vorhin schon erwähnt, eine Lücke. Und wenn wir das weiterentwickeln, wird die Lücke immer größer. So, da gibt es zwei Möglichkeiten: Kabel legen oder Speicher bauen. Ich habe es jetzt noch nicht erwähnt, aber ich bin akkreditierter Berater der European Defence Agency über die Europäische Kommission und auch ein bisschen in der NATO. Und wir arbeiten an der Neuausrichtung des europäischen Netzes. Weil Europa ist eine Maschine. Also nicht Deutschland und nicht Frankreich und Italien, sondern das ist ein großes Netz, das als eine große Maschine betrachtet werden muss. Sonst funktioniert es nicht. Und dieser Verbund muss jetzt aus diesem Bedarf heraus neu organisiert werden. Diese zentrale Steuerung vom großen Kraftwerk, 200 Kilometer Radius, wird alles versorgt, das wird geändert, das Netz wird zellular, die Zellen werden kleiner, wie zum Beispiel Stadt Würzburg, Umfeld Würzburg wird eine Zelle, und diese Zelle in sich wird autarker. Das heißt aber auch, die kann sich selber regulieren, selber steuern, eigene Energie nutzen, was vorher nicht drin war, musste immer alles von außen kommen. Jetzt kann da drin Energie erzeugt werden, und die kann dann da drin verteilt werden. Und was zusätzlich gebraucht wird, wird von außen reingezogen. Und wenn zu viel darin erzeugt wird, wird es auch abgegeben. Okay, also das Netz wird zellularer, die Zellen werden selbstständiger. Das heißt aber, da drin muss gesteuert werden. Es muss viel mehr gesteuert werden. Und Steuern in Sachen Strom muss immer das Eisen und das Ausspeisen muss immer auf dem gleichen Niveau bleiben, damit du deine Frequenz hältst. Wenn das aber volatil in der Stadt Würzburg ist, dann musst du zwischendrin speichern. Das geht gar nicht anders. Da kannst du auch die dicksten Kabel verlegen, es nützt dir gar nichts, du musst zwischendrin speichern. Damit du das ausgleichen kannst. Tag-Nacht, Mittagessen, Abendessen, duschen. Diese Peaks, die musst du bedienen können, und wenn dann weniger gebraucht wird und du zu viel hast, speicherst du ab und setzt es dann wieder zur Verfügung. Stellst es dann wieder zur Verfügung. Das passiert jetzt in den nächsten Dekaden auf der ganzen Welt. Und das ist meiner Meinung nach aktuell der größte Markt, den es überhaupt gibt auf der Welt. War da vorher schon Energie, jetzt ändert er sich aber und wird viel breiter. Vorher war Energie die Domäne von den großen Energieerzeugern und die Netzbetreiber. Die haben es dann verteilt, alles gut. Es ist 100 Jahre traumhaft gelaufen, musstest du auch nicht viel weiterentwickeln. Das hat damals Alpha Edison, Siemens, Tesla, das waren so die Kerle, die haben richtig bewegt und wirklich Gutes gemacht. Und jetzt kommt die neue Epoche, wo wir das justieren müssen. Und das heißt, das komplette globale Energienetz wird renoviert. Als Riesenprojekt. Nicht alles auf einmal, schön nacheinander und auch in Sequenz, verschiedene Teile. Das heißt, unser Geschäft geht mindestens die nächsten 50 Jahre. Das ist also so etwas wie das Automobil. Also, was ich damit sagen will, ist, es gehen Technologien, Technologien überaltern und es kommen neue Technologien, Energie gehört definitiv dazu. Ist ein Riesenbusiness, das haben wir früh erkannt. Da wollten
Chancen für Unternehmen und Zulieferer in Mainfranken
Jürgen Zineckerwir rein, und jetzt haben wir eine Position darin geschaffen und etablieren die immer weiter. Und deine Frage, um jetzt mal die Kurve zu kriegen, wie ist Unterfranken aufgestellt?
Nico HildmannWeinfranken, Unterfranken, genau, wie du die Situation so einschätzt.
Jürgen ZineckerOder Bayern. Dadurch, dass das ein sehr abgeschlossenes Marktsegment war, wenig innovativ, wenig Innovation gebraucht hat, die letzten 100 Jahre, ist wirklich, also die Sicherungen sind fast nur die gleichen. Wenig Innovation gebraucht hat, hat es jetzt einen riesen Nachholbedarf für diese Technologie. Gibt es in Unterfranken Dominatoren in dem Thema, jetzt könnte man sagen, jeder Installationsbetrieb kann so ein Ding bauen. Im Kern stimmt es, aber nicht mit der Basistechnologie. Also haben wir Produktion in der Basistechnologie nur ganz wenige Firmen. Also da gehört Aschaffenburg mit einem Redox Flow-Hersteller dazu, da gehört auch ein kleiner Batteriehersteller in Bamberg dazu, der vielleicht jetzt groß wachsen darf. Die Verteilnetzbetreiber sind sowieso da, die sind im Spiel, also die ganzen Stadtwerke, das ist alles gut, aber die Basistechnologien, die dort eingesetzt werden müssen, hat es da die entsprechenden Industrien in Bayern nur beschränkt. Ist dieser Markt in der Umsetzung kompetent besetzt? Der ist flamm neu. Es gibt Riesenfelder, die unbesetzt sind. In der Umsetzung der Systeme, jetzt haben wir uns Batterie rausgesucht, weil wir denken, es ist eines der lukrativsten Felder. Zeichnet sich auch ein bisschen so ab. Wo kaufen wir ein? Wir kaufen zum Beispiel in Flensburg, wir kaufen in Mannheim, wir kaufen in Holland, wir kaufen in der Schweiz. Wir kaufen auch in München. In unserem Umfeld, jetzt wenn wir Mainfranken nehmen, fast null. Das sind unsere Lieferanten. Wenn die da wären, wenn die in Würzburg wären, werden wir alle. Aber das ist halt, also haben wir es in Deutschland, viele. In der Leistungelektronik alle, in allem, was elektrisch dazugehört, ja. In der Batteriechemie nein. Da ist uns wie in der Photovoltaik sind uns die Chinesen davongelaufen, hätten wir alles machen können. Wurde aber nicht umgesetzt, politisch wie wirtschaftlich. Batteriechemie gibt es Aktivitäten, dass wir die nächsten Technologiestufen in Europa halten. Jetzt im Moment alle Lithium-Applikationen sind wir gezwungen, die Chemie in China zu kaufen. Die Chemie macht aber nur einen kleinen Teil von dem ganzen System aus. Das muss man auch sagen. Finanziell zwar schon einen größeren, aber im Gesamtsystem, in der Technologie ist es ein Miniteil. Und dadurch auch über die Strecke ersetzbar. Also zum Beispiel durch natriumbasierte und nicht lithiumbasierte Batterietechnik ist alles machbar. Ich glaube, deine Frage geht jetzt auch dahin: wo ist die Marktlücke und was kann man in Mainfranken tun?
Nico HildmannGenau, wo vielleicht noch das Potenzial genau schlummer, wo du sagst, Leute, guckt mal da hin.
Jürgen ZineckerOkay, wir machen Großbatteriespeicher, brauchen dazu auch Zulieferungen. Jetzt gehe ich mal von der Seite an das Thema ran. Da haben wir auch den einen oder anderen Partner, mit dem man jetzt da in dem Thema weiterschieben kann, die zum Beispiel schon im Bereich Stromübertragung, alter Stiel, dicke Kabel, zum Beispiel HGÜ, also Starkstromübertragung über lange Strecken, möglichst verlustfrei haben wir schon Konstellationen, in denen das wirklich gut geht. Diese Geschäftsfelder können erweitert werden in Richtung Schaltschrankbau zum Beispiel. Solche Kooperationen und so ein Cluster jetzt aufzuziehen, das habe ich auch angeregt. Wo man sagen kann: Mensch, schaut mal, liebe Partner oder liebe Unternehmen, die in dem Thema tätig seid, fokussiert ihr nicht ein bisschen in diese Richtung, macht ihr da was. Das hat auch schon Mats Früchte getragen, das macht der eine oder andere auch schon. Und dadurch entwickelt sich hoffentlich ein Cluster, in dem man dann zusammen Systemlösungen auf die Schiene bringt. Da sind wir dabei. Bestes Beispiel, das jetzt dann in eine andere Richtung durchaus zusätzlich Vorteile entfaltet, ist die Kooperation mit ZF. ZF, wir haben uns auf einer IHK-Veranstaltung getroffen. Die ZDF-Leute haben gesagt: Mensch, wir hätten gerade ein bisschen Kapazitäten. Es wäre vielleicht gut, mal Köpfe zusammenzustecken, können wir was zusammen machen. Wir sind ja ein relativ dynamischer Laden, aber haben natürlich keine riesen Fabrikflächen stehen, das hat die ZDF. Wir haben Technologie, und die ZDF hat gesagt: Mensch, lass uns mal sprechen, dann haben wir mit der Regierung geredet. Regierung sagt: Ja, wir haben ein Feld, da ist jetzt massiv in Zukunft Bedarf, das ist Zivilschutz. Könnt ihr euch da zusammentun und Volumen produzieren? Bei dem Volumen sind wir noch nicht, aber die Kooperation steht. Das heißt, dort wird ein bestimmter Bereich auf Industriequalität und Volumen umgestellt, sofern die entsprechenden Aufträge einlaufen, die von öffentlicher Seite kommen sollen und in dem Fall müssen. Wenn die da sind, eingelockt werden, dann haben wir einen bestimmten Bereich der Automobilindustrie in die Energiewirtschaft gebracht. Ich sag mal, wenn das klappt, ist das hohe Schule. Absolut. Wenn das klappt, ist das hohe Schule. Jetzt müssen die Öffentlichen ihr Versprechen wahrmachen und müssen Zivilschutz ausbauen. Und dazu gibt es ja vom Dobrint-Innenministerium genügend Informationen und auch Ankündigung von Mitteln. Wenn die kommen, muss man immer noch mal ein Fragezeichen hinterstellen, aber wenn die kommen, sieht das sehr gut aus. Und dann würde der NZF das Netzwerk der Lieferanten von Automobilen in Richtung Energiewirtschaft überführen können. Das wäre ein Top-Effekt. Das wäre mal ein Beispiel. Das ist Zivilschutz. Unser Thema sind Energiegroßspeicher für Stromübertragungsnetze, alle Größen, also Verteilnetz, Hochspannung, Höchstspannung. Höchstspannung ist ein ganz kleiner Club. Und dann kommen Anwendungen, die in der Komplexität nochmal nach oben gehen, zum Beispiel Datencenter. Datencenter werden so das neue Industrieherz in der Region, weil sich darum um das Datencenter ziemlich viel ansiedeln wird, weil es dort nicht nur Daten, sondern auch günstig Energie geben wird. Und das ist, glaube ich, eine hohe Motivation. Und da bildet sich vielleicht die nächste Chance ab, und diese Entwicklung zu unterstützen, da das Netzwerk zu bilden. Ich glaube, da ist Unterfranken oder zusammen, ich will mal noch einen anderen Aspekt bringen. Wir haben tolle Voraussetzungen, weil wir Automobilindustrie haben, die gerade ein bisschen wackelt. Das heißt, die sucht auf was Neues. Wir haben Hochschulen, wir haben Verkehrsmittel, wir liegen mitten in Deutschland. Wir haben Know-how vorhanden, wir haben Produktionsstätten vorhanden. Energiewirtschaft befindet sich in einem enormen Wechsel und damit halt auch einen enormen Bedarf schaffend oder erzeugend. Energiewirtschaft ist aktuell in dem Gesamtindustrieumfeld komplett unterrepräsentiert. Das heißt, es gibt ein Vakuum für diese Dienstleistungen und Produkte. Können die bedient werden auf dem Weltmarkt? Ja. In der Dienstleistung vielleicht noch nicht. Und jetzt kann man sich ausmalen, was man tun muss, um das in die Fläche zu bringen. Das habe ich auch schon hier und da mal angeregt, aufene Ohren gestoßen. Und wir sind da auch wirklich aktiv, also zusammen auch mit ZF, das auch anzuschieben. Und die Chance, glaube ich, hat Unterfranken. Also Unterfranken oder beziehungsweise unsere Region mit Schweinfurt als Automobilstandort. In dem Verbund, in unserem Umfeld mit Aschaffenburg, Würzburg, glaube ich, haben wir eine gute Plattform, die nötigen Produkte, Dienstleistungen auf die Straße zu bringen.
Nico HildmannAlso wenn mir dir so zuhört, ich finde es unglaublich interessant. Also da war jetzt ja so viel dabei, wo man auch sagt, da schlummert noch Potenzial. Guckt euch mal vielleicht das Feld an, auch für Leute, die sagen, was ist denn noch so ein Geschäftsmodell, wo man oder ein Geschäftsfeld, wo man auch reingehen kann. Ich finde es auch super spannend, tatsächlich einfach mal zu gucken, was so die Pain Points der Regierung sind. Weil da wird ja dann hoffentlich irgendwie in Zukunft auch mal Bedarf sein, wie du schon aber gesagt hast, dann muss das aber auch kommen. Aber also genau deiner ganzen Ausführung sehe ich schon, es schlummert viel Potenzial, es ist vielleicht noch ein Weg auf jeden Fall dahin, aber allein das, was du mir so jetzt gesagt hast, auch wie sich das so entwickeln wird, für mich
Rat für Gründer mit langen Atem
Nico Hildmannemfacht es so innerlich so eine Euphorie, dass da einfach noch viel entstehen kann. Und entstehen wird, also ich finde insgesamt die Tipps, die du gerade so mitgegeben hast, echt toll. Und jetzt so ein bisschen auch mit Blick auf die Zeit, ne, also eigentlich glaube ich, müssten wir nochmal eine Podcast-Folge nochmal irgendwann machen. Ich hoffe, du hättest Lust drauf, ich auf jeden Fall. Aber so mit Blick auf die Zeit, mal so eine Abschlussfrage an dich für die Podcast-Folge geht auch in Richtung Tipp. Und zwar, wenn ein junger Unternehmer jetzt auf dich zukommt und sagt, du, ich hab eine echt coole Idee, ich bin da richtig überzeugt von, ich glaube, der Markt ist noch nicht so bereit. Aus deiner Erfahrung, was würdest du ihnen mitgeben wollen in seine Situation?
Jürgen ZineckerOkay, kommt ein bisschen auf seine Ausrichtung an. Kommt er von der akademischen Seite, sieht es ein bisschen anders aus. Kommt er von der praktischen Seite, kann man klipp und klar formulieren: Erneuerbare sind auf dem Vormarsch. Kümmere dich um die Nutzung von Erneuerbaren in einem bestimmten Marktumfeld. Es geht nicht nur um Residential, ein bisschen PV-Aufsdacht zu machen. Davon gibt es jetzt einige Firmen, die das ganz gut können. Da gibt es aber immer noch Platz. Batterien sind ein Thema, versuchen die Installateure mitzumachen. Wir haben aber in dem Thema zum Beispiel, was man mitnehmen muss, ist, in zwei, drei Jahren werden wir bidirektionales Laden von Fahrzeugen haben. Das heißt, es fährt viel mehr gespeicherte Energie auf der Straße rum als in den Häusern, vorhanden ist. Das gibt komplett neue Geschäftsfelder. Und ich kann da nur aus meiner Historie vielleicht den Tipp geben, der Markt ist super interessant, das erste Geschäftsfeld suchen, mit dem Butter und Brot verdient wird, und das Auge aufhalten für die nächste Entwicklungsstufe, die daraus folgen kann. Und ein Butter-und-Brot-Geschäft gibt es heute in dem Thema auf jeden Fall für jeden, der da rein will und der es zutraut. Und das Geschäftsfeld Energie in jeder Form, ob das Kraftwerk, Industrie, Betreibermodelle oder Residential, also Homebereich, Quartierbereich ist, das ist unerschöpflich aktuell. Also da die richtige Idee zu finden, die Licht nicht auf der Straße, sonst wird es wahrscheinlich jeder machen. Aber wenn man sich mal ein bisschen konzentriert, das Umfeld abklopft mit den eigenen Möglichkeiten, würde es mich wundern, wenn man mit Geschick, etwas Mut und einer vorsichtigen Strategie nicht eine Gründung auf die Schiene bringt.
Nico HildmannAlso finde ich echt top. Ich finde das echt ein motivierendes Schlusswort, ehrlicherweise. Richtig cool. Also mir hat es echt Spaß gemacht. Ich hoffe dir auch. So schnell geht die Zeit rum im Endeffekt. Also vielen, vielen Dank für deine ganzen Insights, Ausführungen, so viel Erfahrung, wie du da jetzt geteilt hast. Hammer echt. Und natürlich auch wie immer an der Stelle auch gegen Ende der Podcast-Folge nochmal vielen Dank an die Region Mainfranken, dass die die Staffel natürlich auch ermöglicht. Ja, Jürgen, dir ganz viel Erfolg weiterhin. Ich bin ganz gespannt, wie sich das Thema, wie ihr euch insgesamt weiterentwickeln wird. Wünsche dir dann eine super, super Zeit. Und ja, alles Gute weiterhin und nochmal vielen, vielen Dank für deine Zeit.
Jürgen ZineckerNico, sehr, sehr gerne. Ich mache noch eine kleine Werbung in eigener Sache. Wir wachsen super stark. Elektrotechnik, Ingenieure, Techniker kommt zu uns.
Nico HildmannJa, sehr gut. Also auch da, wenn du was zum Verlinken hast, tu mal gerne in die Shownotes rein. Also da auch wirklich gerne einfach um Jürgen zugehen. Super, vielen, vielen Dank und nochmal, wie gesagt, danke für deine ganzen Insights. Hat richtig Spaß gemacht. Danke dir, Nico. Hat mir auch Spaß gemacht.