Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Wir sprechen mit Innovationsbegeisterten und Visionären aus Schweinfurt und Mainfranken. Persönliche Geschichten über Erfolge, Rückschläge und neue Chancen – echte Einblicke in die Welt der Startups und Innovationen.
Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken
Folge #107 | S4 Mut zum Gründen – Wage es: vom sicheren Job in ein völlig neues Leben
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Annabel Schnupp ist Inhaberin des Wageshofs in der Rhön, Heilpraktikerin und Gründerin aus dem Nebenerwerb. Nach elf Jahren in einem sicheren Industriejob wurde der Wunsch nach etwas Eigenem immer stärker. Statt auf den perfekten Moment zu warten, hat sie Schritt für Schritt begonnen, ihren eigenen Weg aufzubauen – mit Pferdehof, Landwirtschaft, Senioren-WG und Naturheilpraxis.
In dieser Folge spricht Annabel darüber, wie der Übergang vom Hauptjob in die Vollzeit-Selbstständigkeit gelingen kann, warum Gründen neben dem Job viel Selbstvertrauen braucht und weshalb nicht immer alles bis ins Detail geplant sein muss. Ihre Geschichte zeigt, dass ein Sidehustle mehr sein kann als ein Projekt nebenbei – nämlich der Anfang eines neuen Lebensentwurfs.
Gleichzeitig erzählt Annabel offen von Rückschlägen, gesundheitlichen Herausforderungen und der Bedeutung von Familie, Unterstützung und innerer Klarheit. Besonders ihr „naiver Optimismus“ zieht sich als roter Faden durch die Folge: Dinge abwägen, Chancen sehen, losgehen und darauf vertrauen, dass sich Lösungen finden.
Darum geht es in der Folge:
- warum Annabel ihren sicheren Industriejob verlassen und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat
- wie aus einer Nebentätigkeit ein eigener Hof mit mehreren Standbeinen wurde
- welche Rolle Gesundheit, Rückschläge und Selbstvertrauen auf ihrem Weg gespielt haben
- warum man beim Gründen nicht immer den perfekten Plan braucht, sondern Mut, Fokus und Unterstützung
Eine Folge für alle, die neben dem Hauptjob gründen, ihren Sidehustle ausbauen oder den Sprung in die Vollzeit-Selbstständigkeit wagen möchten.
Bildrechte:
Carolin Reimann
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Nico HildmannHallo and herzlich willkommen an Bord des Startbahn 2.7 Podcasts. Diese Staffel wird präsentiert von der VR-Bank Main-Rhön, Partner für Gründer, Unternehmer und Zukunftsgestalter in unserer Region.
Begrüßung & Vorstellung von Annabel Schnupp
Nico HildmannMein Name is Nico Hildmann und heute bei mir zu Gast auf der Startbahn ist Annabel Schnupp. Annabel war elf Jahre lang in der Industrie tätig and hat währenddessen aber dann gemerkt, ja, so ganz das Ware ist es gar nicht so wirklich. Sie hat auch schon wirklich ganz lang den Wunsch gehabt, mal was eigenes zu machen, aber wie es immer so ist, wartet man auf den perfekten Moment, der oftmals leider nicht kommt. Was mich persönlich aber sehr freut, ist, dass sie den Moment für sich gefunden hat und jetzt auch ihr eigenes Ding macht. Sie ist nämlich die Inhaberin des Wageshofs inmitten der Schönrön und macht da super viele Dinge. Also sie betreibt beispielsweise einen Pferdehof, eine Senioren-WG, macht Landwirtschaft natürlich und ist auch seit einiger Zeit als Heilpraktikerin tätig. Und ja, also super umtriebig. Und ich finde, sie ist einfach ein ganz, ganz tolles Beispiel dafür, dass es ja nie zu spät ist, eine neue Chance zu ergreifen und gleichzeitig auch mal seine Ist-Situation auf den Prüfstand zu stellen, gar nicht zu akzeptieren und zu sagen, ey, ich ändere was und richte mein Leben so aus, wie ich das möchte. Und da freue ich mich wahnsinnig, dass sie hier ist und über ihre Geschichte zu sprechen und sage, Annabelle, schön, dass du da bist.
Annabel SchnuppHallo Nico, danke für die Einladung. Ich freue mich auch sehr, dass ich da sein darf.
Nico HildmannJa, wirklich. Also ich freue mich wie Bolle, dass du hier bist, denn ich muss es direkt vorwegnehmen, auch für die Zuhörer und Zuhörerinnen. Die Aufnahme, die wir heute haben, war schon mal vorab terminiert vor ein paar Wochen. Nur leider ist ein Reitunfall dazwischen gekommen. Du sitzt hier mit Krücken und Gips oder bandaschiert. Das Sprunggelenk, das hat es nicht mitgemacht. Deswegen die erste Frage an dich, wie geht's dir, Annabelle?
Annabel SchnuppDen Umständen entsprechend sehr gut, würde ich sagen. Läuft im Moment nicht ganz so, aber rollt dafür besser.
Nico HildmannIch habe tatsächlich in deiner Story dein Papa Mobil gesehen, deinen neuen Parkplatz tatsächlich. Und ich hoffe, wir haben es dir jetzt gerade so angenehm wie möglich gemacht. Also vielleicht zieht man es dann auf den Mitschnitten. Ein Bier oder einen Getränkekasten, da liegt das Beinchen hoch. Ich hoffe, du fühlst dich wohl.
Annabel SchnuppOptimal gelagert, kann losgehen.
Nico HildmannPerfekt. Deswegen, ja, ich würde auch reingehen, natürlich in die Podcast-Folge. Also, nee, ich will es nochmal unterstreichen. Ich freue mich wirklich sehr, dass du da bist. Du hättest ja auch sagen können, wir lassen das alles, aber dass du Bock hast, ach, deine erste Podcastaufnahme hast du mir gerade gesagt, ne, freue ich mich ja immer wahnsinnig, dass man die Erfahrung mit uns macht. Also wirklich cool, und jetzt auch auf deine Geschichte mal zu blicken.
Annabels Weg in die Industrie
Nico HildmannIch habe es ja gerade in der Anmoderation auch schon gesagt, knapp über ein Jahrzehnt in der Industrie gewesen und sicherlich bis dado auch ein sehr gesichertes Umfeld, mit gut bezahltem Jobs, so was die Industrie ja auch mitbringt. Du hast aber währenddessen dann gemerkt, ja, irgendwie ist es das nicht. Kannst du uns vielleicht nochmal ein bisschen auf deinen Weg mitnehmen? Was hast du in der Industrie auch gemacht vielleicht? Und kannst dich noch an den Moment erinnern, wann so das Gefühl groß wurde, ich möchte was anderes machen?
Annabel SchnuppJa, sehr gerne. Ich habe Industriemechanikerin hier in Schweinfurt bei ZF gelernt und habe auch die Ausbildung relativ erfolgreich für mein wenig technisches Verständnis abgeschlossen oder abschließen können mit vereinten Kräften meiner Kolleginnen und Kollegen, die mich da mal gut supportet haben. Und ich würde schon sagen, dass der Wunsch, was anderes zu machen, eigentlich seit Tag 1 bestanden. Also ich bin irgendwie da so reingerutscht, schon mit der Intention, ach, ich schaue mir das mal zwei Wochen an und ansonsten gehe ich auf die FOS.
Nico HildmannOkay.
Annabel SchnuppWar ich noch angemeldet und hab dann ziemlich schnell irgendwie den Industriewibe doch als sehr guten Kompromiss wahrgenommen zwischen Geld und Arbeitslast.
Nico HildmannJa, absolut.
Annabel SchnuppIch kannte eben schon von meinen Großeltern die landwirtschaftliche Tätigkeit und mein Papa war selbstständig im Baugewerbe und hab dann nach Abwägung doch gedacht: Das ist ja eigentlich ein relativ großes Unternehmen, gesicherter Arbeitsplatz, absehbare Handlungsstränge und auch von der Verantwortung her, wenn du dann daheim bist, bist du halt daheim. Es war dann relativ klar, dass ich das dann erstmal aussitze, solange bis ich eine gute Möglichkeit bieten wird irgendwann.
Nico HildmannIch finde dich aber auch völlig fair, aber was da vielleicht klar wurde, irgendwas, sagen wir, Handwerkliches war schon so die Grundlage für dich, oder?
Annabel SchnuppJa, ich würde jetzt nicht sagen, dass ich eine begnadete Handwerkerin bin, aber ich sage immer, es ist total geil, dass ich den Job gemacht habe, weil ich handwerkliche Grundkenntnisse jetzt habe und mir einfach ein bisschen helfen konnte. Und genau, was schon klar war, so Bürojob nur drin sein, das ist einfach nichts. Ich bin ein dynamischer Mensch, ich will schon was machen, ich will was anpacken und ja, das kam mir da schon wirklich zugute.
Nico HildmannJa, finde ich super, wenn man dann schon für mich so eine wenigstens kleine Richtung hat, zu sagen, ey, das will ich vielleicht nicht machen, ich gucke mir das an, ne? Aber viel wichtiger ist auch noch das, was du gerade so gesagt hast, weil ich glaube, ganz vielen geht es genauso. Die sind in einem gut bezahlten Job, vielleicht Industrie, das würde naheliegend sein, und denken sich, ey, so viel Spaß macht es gar nicht, aber sie schaffen diesen Absprung nicht. Ich habe selber Industrie, ja, Background, wenn man es so zusammenrechnet, war ich vielleicht insgesamt mal zwei Jahre bei Siemens Fanjobs, ne, Praktika. Und da haben die Kollegen auch so gesagt, ich eigentlich wollte ich gar nicht so lange da bleiben. Oder ja, das war einfach mal nur zur Überbrückung, aber das Geld spricht halt, hat einen hohen Stellenwert, und einen großen Einflussfaktor, dass man diesen Status gar nicht so gern aufgibt. Jetzt hast du es ja dann geschafft zu sagen, das lasse ich hinter mir, aber ich würde mich hier erstmal noch mehr interessieren, zu sagen,
Der Wunsch nach Veränderung
Nico Hildmannwas hat dich denn dann innerlich so krass bestärkt, dass du gesagt hast, ich lasse das jetzt danach hinter mir?
Annabel SchnuppIch glaube, es ist Tipp-Sache und eine Abwägungssache natürlich auch. In meinem persönlichen Fall ist es, glaube ich, einfach, dass ich schon immer so in Richtung Visionärin ging und schon immer auch so ein bisschen, ich will nicht sagen Traumtänzerin war, aber mir schon immer mehr erhofft habe. Also warum bin ich in der Industrie gelandet, weil ich nicht so richtig wusste, was ich machen will, weil ich schon immer so die Vision von was eigenem hatte. Man muss dazu sagen, unser Familienbetrieb war eigentlich eine Generation vor mir schon vergeben, in Anführungszeichen. Und ich wusste, egal wie lange ich in der Industrie arbeiten werde, ich werde nie aus eigener Finanzkraft in der Lage sein, mir was ähnliches zu kaufen.
Nico HildmannOkay, ja.
Annabel SchnuppUnd die Industrie hat mir viele Freiheiten gegeben, trotzdem auch den Pferdesektor zu machen. Schlussendlich muss man dann einfach auch sagen, ist man mutig, will man für seine Träume einstehen und riskiert man was? Oder ist man eher der sicherheitsliebende Mensch und sagt, okay, ich stelle lieber meine Träume hinten an für Sicherheit, für ein geregeltes Umfeld. Und ich bin schon immer abenteuerlustig gewesen. Und auch so ein bisschen, jeder, der mich kennt, wird sagen, okay, wenn ich was will, dann bin ich auch relativ kompromisslos und ziehe es einfach durch. Und auch in gewisser Weise ein bisschen geduldig, obwohl es vielleicht nicht meine offensichtlichste Eigenschaft ist, wo ich einfach sage, okay, ich bin schon so ein intuitiver Mensch. Ich habe ein Ziel im Blick, kann mich aber durchaus gedulden, auf ein inneres Feeling zu warten und dann zu sagen, jetzt oder nie. Hat vielleicht auch so ein bisschen was damit zu tun, wie sehr man sich mit sich selber beschäftigt und eben auch so ein bisschen dann das Vertrauen in sich hat, zu sagen, wenn ich jetzt das Feeling habe, dann mache ich es auch einfach. Und ich glaube, manche haben einfach dieses Feeling ein bisschen verloren, so die Verbindung zu sich selbst und halt Sicherheit. Sicherheit, Riesenthema.
Nico HildmannKlar, wer noch hinten dran ist, eine Familie, er muss ein Haus abbezahlen oder diese Situation. Aber ich finde, das, was du gerade schon so sagst, klingt sehr reflektiert auf jeden Fall. Und es ist einfach auch eine Typsache. Bin ich risikoavers oder eher freudiger und probier's halt aus? Und Zweiteres war zum Glück dann bei dir der Fall. Finde ich klasse. Ich finde, wenn man jetzt so mal die Schritte weitergeht, ne?
Start im Nebenerwerb
Nico HildmannWeil eigentlich im Großen und Ganzen, wir sind zusammengekommen, dass du in der Podcast-Staffel ja auch bist, so aus dem Nebenerwerb zu starten. Du hast nämlich ja auch während deiner Arbeit dich auch dann schon angefangen weiterzubilden, ne, als Heilpraktikerin.
Annabel SchnuppRelativ früh. Ich habe 2015 schon als Fernstudium das dann begonnen, noch nicht wend, wo ich da irgendwie hinkommen würde und habe das halt eben mal angefangen, weil ich schon immer sehr interessiert, auch in komplementärmedizinischen Heilmethoden und sowas war und einfach gedacht habe, okay, ich bräuchte den Heilpraktiker als Grundstock, dann fange ich das doch jetzt mal an und gucke mal, wohin mich mein Weg führt. Auf diesem Weg habe ich auch schon kurz mal gedacht, so, oh, das habe ich vielleicht jetzt für die Cuts gemacht, aber bin ja nicht dümmer geworden dadurch. Und ja, konnte das dann aber trotzdem, als ich dann eben diese ganzen Umstände so ergeben habe, eigentlich auch mehr oder weniger aus mehreren Notsituationen heraus, dann einfach sagen, okay, ja, ich habe da noch was in der Hinterhand. Das verfolge ich jetzt einfach wieder weiter, weil das war eigentlich eh mein Ziel und mein Plan. Und habe mich dann recht intensiv mich dank der Industrie, muss ich auch sagen, so weiterbilden können und es so nebenberuflich aufbauen können, weil ich habe dann die Stunden erstmal auf 28 reduziert. Ich hätte sie dann gerne noch auf 20 auch in der Industrie reduziert. Das hat mein sehr, sehr toller Chef damals nicht mitgemacht, was ich auch total verstehen konnte. Und das hat natürlich dann einfach auch den Schritt nochmal ein bisschen nach vorne gebracht, das Ganze dann einfach zu sagen, okay, es funktioniert mit 28 Stunden Nebenerwerb und Weiterbildung nicht mehr und fahrt nach Schweinfurt aus der Rhön. Ich muss jetzt was ändern.
Nico HildmannJa, also wie der Ausstieg genau ablief, da will ich gleich nochmal natürlich im Detail drauf eingehen, mit ein paar Fragen. Aber um das kurz nochmal so zu nachzufragen, du hast diese Weiterbildung gemacht, eigentlich aus Interesse und um dein Skillset zu erweitern. Es war noch nicht der Grund, ich will mich immer damit selbstständig machen. Das war jetzt nicht der Treiber.
Annabel SchnuppNee, nicht direkt, weil ich einfach noch gar kein Ziel vor Augen hatte. Also ja, das ist jeder, der mich kennt, weiß, dass ich irgendwie so ein bisschen eine alternative Person vielleicht auch bin in manchen Hinsichten. Aber ja, ich habe das halt mal angefangen, weil man muss halt erstmal einen Stall ins Rollen bringen und wo er dann hinrollt, muss man dann halt schauen.
Nico HildmannFinde ich absolut eine coole Einstellung. Genau einfach, weil es dich interessiert, machst es. Die Situation hat es zugelassen, du sagst schon, hey, vielleicht, der Job hatte ich nicht so krass gefordert, aber auch finanziell irgendwie gut gebettet zu sagen, ey, dann kann ich mir das jetzt auch mal erlauben und wer weiß, was daraus dann wird, ne? Und wie du schon sagst, Interessen hinsichtlich Gesundheit waren ja schon da, auch insgesamt würde ich behaupten, wenn man sich jetzt so, im Vorfeld habe ich mich ja jetzt mit dir beschäftigt, ne, gesehen, Gesundheit begleitet dich ja schon, diese Thematik an sich. Und
Gesundheit als Wendepunkt
Nico Hildmannvor gar nicht allzu langer Zeit hattest du auch eine sehr herausfordernde gesundheitliche Phase, ne?
Annabel SchnuppVielleicht ist Borrellose war es, glaube ich, Neuroboreolose, das ist nochmal ein bisschen verschärft, aber im Kern richtig.
Nico HildmannVielleicht kannst du uns mal ganz kurz nochmal sagen, was war dann da? Was ist da passiert so? Und mir geht es aber vor allem darum, dich hier mal zu fragen, diese Erfahrung, die du leider machen musstest, in dieser gesundheitlichen Hinsicht, hat es dein Leben dahingehend verändert, dass du dadurch irgendwie anders Entscheidungen jetzt triffst oder getroffen hast? Vielleicht, wenn du uns da kurz mal in diese Phase nochmal mitnimmst bei dir.
Annabel SchnuppAlso, das mit der Neuroboreolose, das war wirklich krass, weil ich lange Zeit nicht wusste, was mit mir los ist. Ich natürlich einen hohen Workload hatte und viele das einfach auch auf Stress geschoben haben. Ich war immer wieder beim Arzt, ich hatte wahnsinnige Kopfschmerzen, Erkellungssymptome und so weiter. Und habe trotz, dass ich so ein bisschen medizinisch bewandert bin durch die Heilpraktiker-Ausbildung, das auch überhaupt nicht so wahrgenommen, weil ich immer sage, mein Leben war zu schön. Also so, man muss es halt machen und ich habe meine Sachen einfach auch gerne gemacht. Und dann hockt man sich halt oder dann genäßt, wie soll ich das sagen, dann setzt man das sich nicht rein, wie wenn man da jetzt noch in der Industrie irgendwie, sorry, dass ich so sage, easy mal sechs Wochen daheim bleibt. Also habe ich immer ein bisschen weitergemacht, aber die ganze Sache hat sich dann irgendwann wirklich in sehr starken kognitiven Einschränkungen bemerkbar gemacht. Und zum Ende dann eben auch in stärksten Kopfschmerzen. Also ich hatte eine Trigeminus-Neuralgie, das ist ein Hirnnerv und der blitzt so über die ganze Gesichtshälfte. Und das war fast unerträglich. Und dann bin ich eben ins Krankenhaus rein und dann hatte ich Hirnhautentzündungen schon über längere Zeit. Und ja, also das ist schon was, ich würde sagen, dass jede Krankheit, die man auch als Therapeut hat, einen wirklich auch Bereich hat fürs therapeutische Setting, weil man viele Sachen nochmal mit sehr viel mehr Empathie wahrnehmen kann. Weil man doch, wenn man nicht mal wirklich gemerkt hat, wie erschöpft der Körper sein kann. Ich habe dann auch immer gedacht, naja, da muss man sich halt mal ein bisschen zusammenreißen. Aber wenn es wirklich eine Aufgabe ist, irgendwie sich Grund zu versorgen, denke ich mal so, okay, ich weiß schon, ich habe einen starken Willen. Wenn jetzt Leute das nicht noch dazu haben, kann ich mir jetzt nochmal sehr viel besser vorstellen, wie schwierig das sein kann. Auf Entscheidungen hat sich es eigentlich nicht so richtig ausgewirkt, weil ich schon immer sehr diese Wahrnehmung hatte, das einfach dann zu machen, wie ich es vorhin beschrieben habe. Was mich noch weiter da, also was ich herausgezogen habe, ist, dass ich eigentlich den Menschen noch ein bisschen gerne mehr supportiv zur Seite stehen möchte in puncto Gesundheit. Also ich finde, es hat auch einen edukativen Charakter. Viele Leute wissen gar nicht, was wichtig ist für eine Gesundheit und wie gut man sich da auch selber einfach ein bisschen unterstützen kann und sollte in meinen Augen. Und der Wunsch ist in mir nochmal viel mehr gewachsen, das so in die breite Masse irgendwie ein bisschen Wissen zu verbreiten.
Nico HildmannJa, also, weißt du, aus jeder Situation, je negativer die auch ist, oder Tal der Tränen man auch gehen musste irgendwo, nimmt man dann doch, zieht man Stärke. Ich könnte mir vorstellen, also ich überlege mir dann ja im Vorfeld, wie war das vielleicht für sie, ne? Unabhängig jetzt davon, annähernd zu wissen, wie du dich da gefühlt hast. Aber waren zum Beispiel so Sachen, bist du dadurch noch demütiger geworden? Oder sagst du, ja, ich hab gemerkt, Gesundheit ist einfach das absolut Wichtigste, es gibt viel, viel Schlimmeres, du bist ruhiger insgesamt nochmal gewonnen. Kann man das so sagen, du nickst hier schon genau?
Annabel SchnuppAlso Demut ist eigentlich das, was es wirklich trifft. Demut und Dankbarkeit. Und einfach auch zu wissen, wie der dieses Geduldigsein und einfach den Glauben ans Gute nie zu verlieren. Es wird irgendwann wieder gut. An keinem Tag, an keinem Ort auf der Welt regnet es 365 Tage im Jahr. An keinem. Und das ist einfach so das, was ich da wirklich auch mitnehme, auch wenn es wirklich sehr herausfordernd war und jetzt habe ich ja ein orthopädisches Problem. Das ist auch blöd. Es schränkt einen auch wirklich blöd ein. Aber ich kann jetzt auch wirklich so Demenzfälle total gut verstehen, weil wenn das Hirn nicht funktioniert, das macht einem Angst. Und das ist wirklich ein blödes Gefühl und auch sehr schambehaftet, weil man natürlich einfach, wenn man merkt, jetzt wie wir, das wäre eigentlich nicht möglich gewesen, weil ich Gesprächen nicht mehr folgen konnte, Sachen total wirklich im Gespräch vergessen habe, ich dann überlegen musste, habe ich das jetzt schon gesagt? Habe ich es schon gefragt? Wie war das? Also, das.
Nico HildmannUnd es ist ja gar nicht böse gemeint, das geht nur gerade nicht. Das ist eine Grenze.
Annabel SchnuppEs ist wirklich, also das war krass und ja, Gesundheit ist das Wichtigste, weil ohne Gesundheit ist wirklich alles andere nichts wert.
Nico HildmannWeißt du die Ursache? Weil es ist nicht immer so ein Zeckenbiss, habe ich gerade in meinem Kopf.
Annabel SchnuppDiese Krankengeschichte ist ganz schwierig nachzuvollziehen. Und ich muss auch sagen, was bringt mir die Ursache? Also man muss gucken, dass man das Problem löst. And my verhaltenstherapeut has said, Why the Fuß gebrochen is, it is egal, ob this fall or what was it. Wichtig ist, wie man genesen. And this is so der Fokus, den ich daraus ziehe.
Nico HildmannYeah, absolutely. Und wie du schon sagst, jetzt hast du zwar das Handicap, aber das ist ja gut, ne? Wenn es das nur ist. Vor allem mit dem, was du schon erlebt hast in dem Sinne. Ja,
Der Wageshof entsteht
Nico Hildmannjetzt ist aber dann so, ne, jetzt so, ich glaube, vor gut sechs Jahren war es dann, ja, dass du dir die Entscheidung getroffen hast, ich übernehme jetzt nebenbei den Hof. Übrigens auch geiles Wortspiel, Wag Eshof, ne? Es zu wagen, super geil. Richtig cool.
Annabel SchnuppMöchte ich kurz einklinken, hat noch den Hintergrund, dass meine Großeltern Walter Gertrud Schnupp heißen.
Nico HildmannEcht? Okay, super.
Annabel SchnuppJa, genau, deshalb Wag GS, also ne, die Initialien mit verewigt, ja.
Nico HildmannSuper. Und also du sagst schon, ne? Deine Großeltern hatten den, oder? Also sprich, in welche Situation bist du denn da damals reingegangen? Bist du als kleines Mädchen schon dort aufgewachsen, beispielsweise? Also, was hast du so 2020 war es, ja, so vorgefunden?
Annabel SchnuppGenau, also die Reise wieder mit dem Vageshof begann sogar im 2019. Eben, ich habe ja vorhin schon angedeutet, eigentlich war das gar nicht für mich bestimmt, dieses Projekt. Und da kamen dann bei mir private Umstände dazu, dass ich wieder 2019 dann nach Hause gekommen bin, auch mit den Pferden.
Nico HildmannJa.
Annabel SchnuppUnd das hat sich dann so entwickelt, dass eben die Person aus der Familie, die vor mir den Hof hatte, sich dann dazu entschieden hat, das nicht mehr weiterzuführen. Und ich in meinem jugendlichen Leichtsinn, da, ob es noch jugendlich war, ist die Frage, dann einfach gesagt hat, ach, naja, ich kann mir das vorstellen, ich war an so vielen Stellen hier im Umkreis schon, ich weiß, was die Leute brauchen in der Pferdepension. Ich habe selber einen sehr hohen Anspruch für meine Pferde immer gehabt. Das mache ich. Ja, und aus, ja, das mache ich. Und so nicht richtig gewusst, ob mir das auch aus der Familie heraus zugetraut wird, war dann, ja, okay, also dann machen wir das jetzt. Alles klar.
Nico HildmannUnd dann bist du das sozusagen mit deinen Großeltern angegangen, auch aber erst beim Nebentätigkeit.
Annabel SchnuppNebentätigkeit, also man muss sagen, dass eigentlich die ganze Familie bis auf die ausgeschiedene Person da ganz gut unterstützt hat und da von allen Seiten auch wirklich Support, Manpower und auch ein bisschen Grips mit reingeflossen ist. Wie kann man was umgestalten, was macht Sinn, was macht keinen Sinn, wie kann man das mit den finanziellen Mitteln, die da sind, irgendwie erstmal umbauen, weil da komme ich daher und sage, naja, ich mache jetzt einen Stall auf. Man braucht ja auch irgendwie Kundschaft, die einem auch Vertrauen schenken und ihr Heiligstes mir anvertrauen, nämlich ihr Pferd. Und da kenne ich ja von mir selber, dass man das jetzt nicht bei jedem macht. And ja, ich habe das grosse glück, dass my Patin that sounded in this Pferdes, and we have so good lessons in the Bestands Immobilience, where we um we then made it. It was to Corona. The cool was that to Corona or landwork gestart is. And it was Corona, we had all this in eigenleisting gemacht. And the cool was eighteen, that the family had immer, weil it was nichts and was it.
Nico HildmannDu sagst schon vorweg, was ich mir dann gedacht habe, jetzt hast du so die Entscheidung getroffen, du gehst da jetzt mehr rein. Jetzt kommt Corona. Hab ich mir gedacht, ja, ist doch bestimmt erstmal scheiße. Aber im gleichen Moment habe ich gedacht, ja, aber dann hat es ja ein bisschen Zeit, um anzukommen. Also war die Zeit Corona und was da alles so war, dann eher eine Last oder sagst du, ey, das war eigentlich völlig okay, so wie es war?
Annabel SchnuppWar für mich völlig okay, so wie es war. Hat mich gar nicht so arg tangiert. Das Einzige, was mich gestresst hat, da war ich ja noch in der Industrie, dass man da ständig sich testen musste und das Mehraufwand ein zeitlicher für mich war, mit Zeit, die ich nicht hatte eigentlich. Und aber sonst, dadurch, dass auch immer die Pferdebesitzer mit Auflagen zu ihren Pferden konnten, hat das jetzt für mich nicht so eine große Rolle gespielt. Das war eher ein Thema an der Senioren-WG, aber auch das, da war ich damals noch weniger involviert. Und das ging alles rüber. Relativ gut für uns zu managen, dadurch, dass wir so in vielen Dingen eben Sonderstatus hatten, ja, dass man, dass ich davon nicht viel gemerkt habe.
Nico HildmannOkay, also das heißt, also es gab ja einige Bereiche, wo Corona fast gar keine Auswirkungen hatten, beziehungsweise sogar positive, ne? Aber jetzt gab dadurch keinen Moment, wo du gesagt hast, ich zweifle an meiner Entscheidung, weil irgendeine Um. Nee, also das ist ja auch super. Und jetzt, wenn man da mal hinkommt, der eigentliche Ausstieg, das, was viele nicht übers Herz bringen, schaffen oder was auch immer. Magst
Raus aus dem sicheren Job
Nico Hildmanndu uns mal so ein bisschen mitnehmen auf die Reise für die Entscheidung, du lässt den sicheren Hafen hinter dir und sagst, Nee, weg damit, ich geh jetzt voll in vages Hof rein. Ja, nehm uns da einfach mal mit. Ich will gar nicht zu viel vorab immer fragen, genau.
Annabel SchnuppJa, also es gab ja nach der Industrie noch eine kleine Zwischenstation dann. Da habe ich in einem kleinen Rhöner Start-up noch mitgearbeitet, auf 20 Stunden dann eben, wo ich geringere Fahrzeit und so hatte. Also ich habe mich auch nicht sofort komplett getraut, muss ich auch ehrlicherweise sagen, hatte aber auch den Hintergrund, dass man auch sagen muss, man kann oder ich kann von den Pferden und der Landwirtschaft alleine nicht leben. Das heißt, es war immer klar, ich muss und möchte die Naturheilpraxis eröffnen, um 100% zu Hause zu sein. Und das war dann eben 2022, als ich dann gekündigt habe, schon auch so ein bisschen impulsiv aus einer Laune heraus. Ich hatte mich dann mit meinem damaligen Chef so ein bisschen so, ja, wir brauchen jemanden, ah ja, ich kann kündigen, ja, dann machen wir das so, okay. Also dann habe ich das so gemacht.
Nico HildmannJa, okay, krass.
Annabel SchnuppUnd dann bin ich eben auch 2022 krank geworden. Und das war natürlich dann für so einen kleinen Betrieb auch irgendwie blöd. Dann habe ich natürlich versucht, auch schnell wieder ans Arbeitsverhältnis zurückzukommen. Es war dann rückblickend betrachtet etwas zu früh für meine langfristige Genesung. Und dann war ich leider Ende 2023 nochmal mit einem Rezidiv sehr lange krank. Und dann würde ich auch ehrlich sein, habe ich zum Jahresende 2023 im Krankenstatus die Kündigung abgesprochen, aber bekommen, weil ich auch gesagt habe, klar, ihr braucht jemanden, der funktioniert. Das geht nicht. Ich weiß ja selber, wie es ist, wenn einer meiner Minijobber nicht kommt, du stehst am Ende da und musst es selber machen. Und es geht einfach nicht, wenn du auch dann so viele Lohnkosten hast und so weiter. Ja, dann war ich im Krankenstand mit einem Hirn, was nicht so ganz gut funktioniert hatte, hatte dann aber 2023 meine schriftliche Heilpraktikerprüfung trotzdem mal mitgeschrieben, weil meine Oma Otto gesagt hat, Medley, du hast jetzt so viel Pech in deinem Leben, er muss aber Glück haben. Du gehst da jetzt hin. Alles klar. Dann habe ich gesagt, okay, dann mache ich das halt, dass die Oma mich nicht nervt. Ja, und dann habe ich tatsächlich da meine Prüfung bestanden, die schriftliche. Und war dann aber zur mündlichen Prüfung gerade nochmal im Krankenhaus und durfte die dann deshalb verschieben auf das Frühjahr 2023. Und ja, ich hatte in meinem Leben auch schon ein bisschen Glück, ich hatte vielleicht ein bisschen Pech, aber noch viel mehr hatte ich ganz oft Verkennung von sehr glücklichen Umständen, sodass ich mir dann meinen Prüfungstermin aussuchen durfte. Der wird einem nochmal zugeteilt. Und ich natürlich durch meinen Krankenstand und ich ja eh mein Hirn wieder trainieren musste und durch dieses intensive Lernen. Es war hart am Anfang, weil ich wirklich muss wahnsinnig viel auswendig lernen für so eine Heilpraktikerprüfung, Paragraphen, Infektionsschutzgesetz, sämtliche Erreger. Und ich habe es immer wieder jeden Tag und ich konnte mir jeden Tag drei, vier von 40 merken. Und ich habe es mir jeden Tag wieder zehnmal reingezogen und war so oft wirklich so frustriert und traurig. Weil wenn du einfach merkst, okay, du liest dir das durch und du kannst dir nicht mal zwei Minuten behalten, ne? So, wie soll ich das alles schaffen? Und irgendwann, das war Ende Februar, war so ein Punkt, da hat es Schnips gemacht und da habe ich gemerkt, von gestern auf heute, ich habe mir die Hälfte merken können. Es war krass. Und da wusste ich, okay, jetzt geht es nur noch vorwärts. Und dann habe ich mir das alles in mein Hirn reingeprügelt, muss man sagen. Ich habe schon auch ein gutes physiologisches Verständnis eh schon gehabt. Und habe mir dann den allerletzten Prüfungstermin aussuchen dürfen. Ende April war das dann. Und hab das wirklich geschafft, diese relativ schwer gemündliche Prüfung beim allerersten Mal zu bestehen und konnte mein Glück eigentlich kaum fassen.
Nico HildmannAlso, hood up for the story, einfach, auch was du schon alles erlebt hast. Also einfach auch durchgegangen bist. So einfach, ich stelle mir das gerade so, das sind ja Gefühlswelten von totaler Frust über, ich habe fast ganz auch gerade bekommen, wo du gesagt hast, dann habe ich dieses Klick-Moment, ne? Das ist ja nicht zu beschreiben, was mir da fühlt, oder? Also das ist ja Hammer, ne?
Annabel SchnuppUnd halt ehrlicherweise auch dieser Druck, dann zu wissen, entweder du bestehst jetzt diese Prüfung und du hast dann die Chance, deinen Traum zu verwirklichen von eigener Praxis oder so, oder es muss halt nochmal eine andere Angst-Zwischenoption geben. Und das war für mich eigentlich keine Option. Also, das hat natürlich den Druck nochmal stark erhöht, auch den Anspruch an mich selbst. Ich habe auch immer schon, als ich so angefangen habe, diese Prüfungssituation einzugehen, dann gesagt: Also, schriftlich ist mir egal, wenn ich mal durchrausche, aber mündlich habe ich den Anspruch, dass ich das beim ersten Mal bestehe. Und es ist ziemlich vermessen gewesen, weil ich ziemlich schlaue Leute kenne, die das nicht beim ersten Mal geschafft haben oder auch nicht beim zweiten Mal. Aber auch da hatte ich wieder wirklich, die Prüfer waren einfach cool. Das ging einfach. Ich weiß nicht warum, aber da war irgendwie einfach mein Leben mit mir.
Nico HildmannAber weißt du, also erstmal wirklich Hut ab, dass das dann alles so geklappt hat und ich glaube, man kann daraus lernen, du kannst dir einfach brutal vertrauen, deine Skills oder deiner Wahrnehmung auch. Was mir aber dadurch auch irgendwie, so macht es mir den Eindruck, wenn ich das jetzt so höre, du hast ja die Entscheidung getroffen, ich kündige meinen sicheren Job. Und jetzt kamen diese ganzen Themen, die du jetzt erstmal bewerkstelligen musst. Da ist gar nicht doch im Kopf, ich habe jetzt eigentlich gar keinen Job mehr. Also dieser Druck, oder, von vielleicht, dem man sich davor so macht finanziell, jetzt habe ich das hinter mir gelassen. Was mache ich denn jetzt? Das war ja gar nicht so hochgewichtet oder priorisiert in der Zeit. Und das, glaube ich, hemmt ja ganz viele. Und im Nachhinein sagt man, das war gar nicht in meinem Kopf. Ich wollte erst mal wieder gesund werden. Ich hatte dieses Ziel, was ich daraus dann mache, keine Ahnung, das weiß ja keiner. Und das finde ich gerade so spannend zu hören.
Mut, Fokus und Verzicht
Nico HildmannDieser Grund, weswegen viele nicht handeln, der ist gar nicht so groß dann.
Annabel SchnuppEs ist alles nur in dem eigenen Kopf. Es ist immer auch so, wo du den Fokus hinlegst. Ich kann jetzt das Zitat, glaube ich, nicht ganz fehlerfrei sagen, aber ich habe von einer sehr guten, etwas älteren Freundin mal eine Karte bekommen, wenn der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, wird ihm vieles entgegenkommen. Das kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Und genau das macht es aus. Du kannst sagen, okay, mir wird viel Positives entgegenkommen oder viel Negatives. Und am Ende muss ich auch sagen, ich habe nie an meiner Entscheidung gezweifelt und ich hatte nie so diese, natürlich denken wir mal drüber nach, so, Entschuldigung, wenn ich es jetzt sage, so, wenn ich das jetzt nicht schaffe, dann bin ich irgendwie geliefert, um es noch ein bisschen diplomatisch auszudrücken. Aber ich habe so viel hinten angestellt, auch diese finanzielle Sicherheit, einfach auch Lifestyle zurückgefahren, was mir einfach immer nur gezeigt hat, wie sehr ich das möchte und wie sehr ich auch bereit bin, Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Reiten, meine Leidenschaft. Als ich den Hof übernommen habe, das war mir nicht mehr wichtig. Also natürlich meine Pferde, aber ich habe Reiten schon so ein bisschen in Richtung Leistungssport eigentlich betrieben. Ja, wie oft sitze ich jetzt immer noch auf dem Pferd, also im Moment gar nicht, aber so grundsätzlich, ja, meine Pferde durfte sonst nicht mal einer führen. Jetzt habe ich ein Team aus lauter tollen Mädels, die mir meine Pferde bewegen, dass wenn ich Zeit habe, dann sage, okay, heute reite ich mal und ich weiß, meine Pferde sind gut trainiert und ich kann mich drauf hocken und losreiten, so blöd, wie es sich anhört. Das wäre nicht möglich gewesen sonst. Und das zeigt mir eigentlich nur, wenn man was will, dann nimmt man viele Dinge in Kauf und es sind immer diese Preise, die man zahlt. Für mich hat es sich nicht wie Bezahlung angehört. Das nimmt man einfach in Kauf, weil ich meinem Idealismus hinterhergejagt habe und das sich einfach in meinen Augen immer lohnt.
Nico HildmannJa, also man muss vielleicht auch noch dazu sagen, ich habe so kurz, wie sie hier reingekommen ist, gefragt, wann ist denn absehbar, dass du wieder ohne Grücken laufen kannst? Mir ist viel wichtiger, weil ich wieder reiten kann. Also, ne, Leidenschaft, ne? Ich glaube, das beschleunigt den Genesungs oder den Prozess auf jeden Fall noch ein bisschen mehr. Und also jetzt auch in dem Gespräch jetzt schon, ne, kommt mir ein Begriff, den habe ich mir auch rausgeschrieben oder eine Formulierung von dir, und zwar aus einem BR-Beitrag. Das Fernsehen hatte ich ja mal besucht. Ich glaube, das geht so zehn Minuten, Viertelstunde oder sowas. Echt toll zu sehen, wie es da so abläuft, wie du da auf dem Bulldog hockst und alles irgendwie rum oder organisierst einfach. Und du hast bei deiner Vorgehensweise gesagt, es ist so naiver Optimismus. Als ich das gehört habe, dachte ich mir, schreibe ich mir auf, genau das fühle ich auch in vielen Dingen einfach. Ich denke immer an das Gute, idealistisch, warum soll denn irgendwie was schlecht sein? Und ich bin auch ein absoluter Optimist und ich finde es klasse, so naiver Optimismus, der ist mit Sicherheit auch gesund. Und ich glaube, der hat dir wahrscheinlich auch auf deinem Weg jetzt viel gebracht, Gegensatz zu einem realistischen Blick auf irgendeine Entscheidung, oder?
Annabel SchnuppJa, also ich würde jetzt nicht sagen, dass ich nicht realistisch bin.
Nico HildmannDas wollte ich auch damit nicht sagen, ne? Aber du weißt, was ich meine oder bin.
Annabel SchnuppGenau. Dieses Naive beschreibt für mich vor allem, dass ich, ich wake ab, so kann es scheiße werden, kann es gut werden. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass?
Nico HildmannJa.
Annabel SchnuppUnd wenn 50, 50, dann wird es für mich immer gut.
Nico HildmannJa, okay.
Annabel SchnuppUnd mehr Gedanken versuche ich mich mal, versuche ich mir meistens nicht zu machen, weil ich mir denke, ja, früher habe ich immer einen Plan gebraucht. Immer. Also auch wenn der scheiße war. Aber ich habe mich.
Nico HildmannDann weißt du es danach, ne?
Annabel SchnuppJa, aber ich habe mich immer an was klammern müssen. So, und jetzt kommt der Opa Walter, der sagt, ist der Plan auch gut gelungen, verträgt er trotzdem Änderungen. Das hat mich die ersten zwei Jahre in den Wahnsinn getrieben. Und jetzt treibe ich Leute damit in den Wahnsinn, dass ich sage, wir brauchen keinen Plan zu machen, weil der Plan nicht optimal ist. Den würden wir so nicht durchführen. Also einfach mal abwarten, durchatmen und es wird sich lösen bis zum Tag X. Das verspreche ich euch. Bin ich völlig bei dir. Ich verschwende jetzt nicht meine Ressourcen darauf, mir irgendwas auszudenken, was total fernab von der Realität ist. Und das ist dieser naive Optimismus, den habe ich wirklich durch meine Großeltern, durch meinen Opa gelernt, ruhig zu bleiben. Man braucht nicht immer einen Plan. Es gibt Sicherheit, aber warum brauche ich Sicherheit in einem Plan? So, ich habe Sicherheit in mir. Ich finde immer eine Lösung und wenn ich sie nicht finde, dann kenne ich Leute, die die Lösung finden, die mich dabei unterstützen. Es gibt immer Lösungen und wenn ich davor schon weiß, es wird blöd, dann nützt mir ja nichts, wenn ich einen blöden Plan habe, weil es wird halt trotzdem blöd. Also das Endergebnis ist ja das Gleiche.
Nico HildmannAlso ich merke schon, die Folge ist ein Zitatefeuerwerk, da kann man so viel mit rausnehmen, das finde ich echt geil, wirklich. Und wie du schon sagst, eine Entscheidung treffen, das sagt Schnelligkeit, ne? Dann wirst du ja die Erkenntnis daraus sehen und dann kann man wieder justieren.
Arbeiten im Familienbetrieb
Nico HildmannWie ist es denn eigentlich so für dich jetzt in dem Familienbetrieb? Ich hatte ja schon einige Familienunternehmer hier oder ich komme selber aus einer Unternehmerfamilie. Manche sagen ja, ist Flug und Segen sogleich. Ich würde behaupten, es ist schon mehr Segen, oder?
Annabel SchnuppAuf jeden Fall einfach schon, weil man sich in seiner manchmal auch nicht ganz einfachen Art nicht immer nur zurückhalten muss. Also, ich glaube, ich bin mehr Fluch und Segen für alle anderen und für mich sind sie mehr Segen.
Nico HildmannJa, ist es aber dann so, ich frage das immer standardmäßig. Gibt es privat auch andere Themen oder nimmt man das Thema Hof dann in dem Sinne oder als Geschäft, ne? Ist es immer so dieses: Das ist der Rahmen?
Annabel SchnuppNee, also bei uns gibt es schon auch viel mehr, schon alleine auch mit den Tieren, gesundheitlich, ja, jetzt wird er mit dem gebrochenen Fuß, die Oma hatte gesundheitliche Themen und so war da. Also, man unterhält sich schon auch für um viel, viel mehr. Und der Opa ist auch immer, der dann sagt, also wir essen jetzt, das hat jetzt jemand nichts mehr zu suchen, ich kann es nichts mehr hören, euer Geschwafel und die Opa.
Nico HildmannUnd dann ist auch gut, ne?
Annabel SchnuppDie Oma und ich, wir warten dann und dann geht es halt weiter. Die Oma und ich, wir sind da eher schon nochmal die Pläne schmieder, so dass man dann doch wieder einen kleinen Ausblick hat. Ja, der Opa lebt da viel mehr im Moment, für den ich, also dafür bewundere ich ihn einfach, ne? Dass er da aber auch natürlich in dem Wissen, dass seine Frau irgendwie immer so eine Gebiet hat. Die hat noch den Überblick, genau, ja.
Nico HildmannAber ey, das ist die Sicherheit, die er sich danach aufgebaut hat in seinem Leben, wo er sagt, deswegen kann ich auch so agieren. Und ich finde, das färbt ja auch immer ab und so Weisheit nimmt man doch auch mit. Das finde ich echt immer ganz, ganz, ganz wertvoll, dass man das noch so aufnehmen kann, einfach auch. Jetzt ist es natürlich so, ich hatte es auch in der Anmoderation oder das wird auch ja deutlich, ihr bietet ja viel an, ne? Der ist ja Pferdepension, die Senioren-WG, Landwirtschaft habt ihr, du bist Heilpraktikerin nebenbei. Wie bringst denn du das eigentlich alles so unter einem Hut? Es hört sich ja jetzt nach brutal vielen Themen und wir hatten es jetzt auch schon, jetzt bist du ja gehandicapt, ne? Wirft dich das krass zurück, stresst dich das oder wer fängt das so auf?
Annabel SchnuppJa, also man muss dazu sagen, dass es natürlich ohne meine Familie würde nichts gehen. Das ist ganz klar. Ich würde aber auch sagen wollen, dass ich in der Vergangenheit schon kluge Entscheidungen auch entgegen der Meinung meiner Großeltern getroffen habe. Weil ich eben, wie ich auch schon gesagt habe, mir war bewusst, dass ich von Landwirtschaft Pferdepension nicht alleine leben kann. Deshalb habe ich das möglichst versucht, auf solche Füße zu stellen, dass ich da nicht meine, ich sag mal, recht teure Arbeitskraft irgendwie die ganze Zeit mit einbringe, sondern dass es eher operativ macht. Dem Opa und der Oma machen da die Tätigkeiten wahnsinnig viel Spaß. Sie wollen was machen. Da streite ich mich eigentlich in regelmäßigen Abständen und sage, tretet halt mal kürzer. Oh nein, sie wollen raus, sie wollen fit bleiben, also übernehmen sie das. Und meistens auch so, wie ich das möchte. Der Opa mehr, die Oma im Moment auch ganz, ganz toll, aber die Oma ist da immer noch ein bisschen in der Chefinrolle mit drin. Und es ist auch gut, weil man natürlich dann auch immer wieder mal so überprüft wird, macht es Sinn, was man überhaupt da irgendwie machen will. Weil wenn es nach mir gegangen wäre, 2020 hätte ich gesagt, alles klar, also wir gucken jetzt, dass man irgendwo, weiß ich nicht, hypothetisch gesagt, 10 Millionen herbekommen, bauen die ganze Hürde um, wie ich das will. Oder hast du einen Schuss nicht gehört. Und immer nach und nach und nach und nach, und so hat sich das eben auch nach und nach entwickelt, dass die dann noch viel übernehmen. Ich das aber schon auch so in der Grundstruktur auferlegt habe, dass ich sage, wenn sie mal nicht mehr sind, kann das ein Mitarbeiter oder ich dann relativ einfach und gut abfangen. Deshalb sind auch jetzt die ganzen Aufgaben ganz gut verteilt, sodass natürlich Oma und Opa jetzt mehr übernehmen, aber das auch gut noch durch externe zu übernehmen werge. Was halt jetzt ist, die Praxis ist natürlich dann schwierig, die hängt zu 100% an mir. Ich fange jetzt ab morgen wieder das Arbeiten an, hab mir ein Rollhockerchen. Ja, okay. Also man muss halt kreativ sein, ich fühle mich jetzt wieder in der Lage. Und natürlich, meine Mutter unterstützt buchhaltungstechnisch aus dem Norden ganz, ganz toll. Jetzt durch diese ganzen Cloud-Systeme ist das ja auch super. Das würde vor ein paar Jahren so nicht funktionieren, aber mittlerweile ist es einfach klasse.
Nico HildmannAber das ist ja dann eine tolle Aufteilung, gib dir mit Sicherheit auch Sicherheit, sodass du auch genesen kannst. Genau. Auch vom Kopf her, ne? Zu sagen, okay, ich muss mich jetzt nicht stressen, das läuft dann schon irgendwie.
Alltag zwischen Hof und Praxis
Nico HildmannJetzt, wenn du aber die Praxis hast und den Hof, ne, wie sieht denn so ein Alltag bei dir aus? Hast du eine Trennung, wo du sagst, die Praxis ist nur da und da auf und dann helfe ich auch dem Hof oder ist es immer so eine Mischung?
Annabel SchnuppEs ist sowohl als auch. Also, ich sag mal grundsätzlich, ich bin ja eine Bestellpraxis, ich schau schon, dass ich dann Zeit habe, wenn die Leute mich brauchen, das sehe ich auch als meine Pflicht an. Und ja, von der Priorisierung her ist es manchmal schwierig, weil wenn halt jemand mit einer Infusion am Arm gerade liegt und mich ruft dann jemand an, ja, die Pferde haben den Zaun zerfetzt. Das gab's auch schon. Dann muss ich halt irgendjemanden akquirieren. Also der Spagat ist schon manchmal nicht so einfach.
Nico HildmannDas glaube ich.
Annabel SchnuppJetzt auch zum Beispiel Heu-Ernte, das ist halt auch sowas, wo ich sage, okay, da kann ich halt dann nur Vormittagstermine vergeben, weil wenn das Wetter gut ist und das kann ich halt leider vier Wochen, sechs Wochen im Vorfeld noch nicht absehen, wenn ich die Termine vergebe, wie da in der Woche das Wetter ist, dann muss ich halt so planen, dass das dann eben zu vereinbaren ist. Also es ist schon einfach so ein bisschen jonglieren. Und ja, aber es geht alles. Man muss einfach kommunikativ offen sein und es dann auch schon mal ankündigen, dass man sagt, okay, da muss man vielleicht nochmal was schieben oder da kann ich spontan nochmal was machen. Aber ja, ich organisiere gerne. Ich bin schon so geordnetes Chaos, aber auch Chaos. Und deshalb komme ich damit ganz gut klar. Und die Abwechslung macht es für mich. Also ich stehe früh am liebsten auf und gehe erstmal mit Kopfhörern raus zu den Pferden, mache mich dann fertig, gehe in die Praxis, der Opa stellt die Pferde raus, es wird dann oft gemistet. Und dann nach so einem Praxistag ist es für mich aber auch ganz wichtig, einfach nochmal so am Ende meinen Rundgang abends zu machen. Meine Kätzchen begleiten mich frühs und abends dann auf Schritt und Tritt. Und da komme ich einfach runter, kann den Tag nochmal Revue passieren lassen, habe im besten Fall irgendwie noch so ein bisschen Musik auf den Ohren und fahre einfach runter. Und dann, wenn ich in mein Haus reingehe, dann ist das so, dann ist doch okay.
Nico HildmannJa. Das hört sich aber nach einem idealen Tag so an. Aber insgesamt einfach eine Struktur. Es wird erstens nicht langweilig. Man merkt, man muss flexible bleiben. Und wenn das aber dann jeder weiß, dann ist das ja auch völlig klar. So, wo man sagt, ey, pass mal auf, das Feder ist jetzt gut, ich muss aufs Feld. Also das geht jetzt nicht anders, wir müssen das nochmal irgendwie anders deichseln. Und ja, ihr seid auch in that ganz tollen Gegend. Ich wohne
Die Vision vom Wageshof
Nico Hildmannja auch in der Rhön. Und wirklich dem letzten Zufall mit der Family on einem Sonntag mal rumgefahren und ungewollt an eurem Hof vorbeigefahren. Und dachte ich, Moment mal, ich habe es jetzt richtig gelesen, es ist ja richtig idyllisch and alles richtig toll, ne? And du siehst ja den Hof, das hast du auch in dem Fernsehbeitrag gesagt, als ein soziales Gesamtkonzept. Das ist so ein Wunsch oder eine Vision. Ich glaube, du hast so was gesagt wie ein Kindergartenbauernhof oder dass man mal bei euch Gesundheitsurlaub macht, ne? Sind das schon Schritte in die Wege geleitet? Oder wie siehst du euren Hof in, ich sag mal, fünf Jahren oder sowas, auch wenn man schwierig in die Zukunft blickt, aber auf was hast du noch Bock?
Annabel SchnuppJa, also das Soziale liegt mir sehr am Herzen. Ich habe auch soziale Projekte, die ich ehrenamtlich betreue. Dahingehend möchte ich gerne was machen. Mein Traum wäre im Bauernhof Kindergarten. Das könnte mit dem Bedarf leider schwierig werden, weil es jetzt einen tollen Waldkindergarten in Ostheim noch gibt, was ich auch klasse finde. Ich habe einfach so den Eindruck, dass gerade in dieser schnelllebigen Welt Social Media immer erreichbar ich einfach merke, wie die Leute in der Natur runterkommen, wie viel die Tiere den Menschen geben. Für mich ist das ja selbstverständlich und ich freue mich trotzdem jeden Tag, da kommen wir wieder zu der Demut und der Dankbarkeit, wenn ich da mit meinen Kätzchen. Ich könnte mich darüber freuen, wenn die mir da hinterherflitzen, wenn ich die rufe und die kommen oder wenn die Pferde mich anbrummeln frühst, wenn es abends einen tollen Sonnenuntergang gibt, die Leute, die meinen Instagram oder Status verfolgen, die schmunzeln schon immer, weil sie immer wissen, okay, ich drehe wieder durch, wenn die Sonne schön untergeht und der Himmel sich schön färbt. Aber ich, ja, das ist einfach so, wo ich sage, das gibt einem so viel. Absolut. Und da ist es dann auch nicht schlimm, ob da irgendwo noch ein Helmchen Stroh auf dem Hof liegt oder nicht. Sondern diese Idylle, das holt einfach mich jeden Tag ab und Leute, die das nicht jeden Tag haben, da ist der Effekt noch viel größer. Und deshalb, ich habe im Moment am Ausarbeiten eines Gesamtkonzepts. Da gibt es tausend Möglichkeiten und noch viel mehr. Das habe noch keinen richtigen Plan, aber ich bin mir sicher, dass wie alles sich einfach entwickeln wird. Da kommen natürlich viele Faktoren dazu: Partner, Familie, Finanzkraft und so weiter, was man sagt, okay, man könnte alles machen, aber es muss halt auch umgesetzt werden. Und was macht da Sinn, was macht da keinen Sinn? Also deshalb kann ich das gar nicht so richtig jetzt schon in Worte fassen. Ich weiß, das wird.
Nico HildmannIdeen sind da. Also, das merkt man, finde ich. Also ich freue mich da, dich mal dort zu besuchen, auch mit der Family. Mal das wirklich dann ganz nah mal anzugucken, auch. Und weißt du, was du gerade so gesagt hast, dieses, wenn Leute dich besuchen, vielleicht auch Leute aus der Stadt oder sowas, für die ist es ja dann nochmal krasser. Ich meine, bei uns, also ich habe zu Hause Hühner, ein paar Laufenden, Wachteln, ne? So klein halt. Aber wenn Freunde aus Karlsruhe, wo ich ja studiert hatte, mal zu Besuch kommen, das ist ja für diese, wow, ne, die sind greifbar. Das Wichtige dabei finde ich nur, dass man selbst, der das hat, also du zum Beispiel, das immer weiter, auch immer noch realisierst, das ist echt geil, was ich habe. Weil häufig wird es ja dann so, ja, das sehe ich jeden Tag, das ist nichts mehr Besonderes. Und wenn das verloren geht, das ist schon sehr schade. Deswegen, das hört man bei dir gar nicht. Und ich finde auch für mich ist immer wichtig, ich bin da übel dankbar und freue mich immer auch, wenn die kleine Wachtelammer abhebt oder was weiß ich. Also das muss man sich, glaube ich, einfach immer unterstreichen. Das ist ganz wichtig. Und also du bringst ja so eine ganz tolle Story einfach mit, weil wenn wir jetzt mal auf das Unternehmertum an sich gucken, verbindest du ja ganz, ganz viele Themen einer Person. Einmal Selbstständigkeit aus der Nebentätigkeit, wenn man so will, Nachfolge irgendwo, aber auch soziales Unternehmertum. Also ganz tolle Verwirbelungen einer Person. Also ich finde es wirklich beeindruckend. Wenn
Tipps für den Schritt in die Selbstständigkeit
Nico Hildmannman jetzt mal gegen Ende der Podcast-Folge drauf guckt und auf deinen Weg schaut, und es Personen gibt, die jetzt so auch in so einer Situation sind zu sagen, hey, ich stehe kurz vorm Sprung in die Vollselbstständigkeit aus einem Projekt, das ich habe. Was wäre vielleicht so ein Tipp, der dir geholfen hätte von damals oder den du gerne mitgeben würdest, wenn dich jemand fragt, wie hast du es gemacht, was sollte ich tun oder sowas?
Annabel SchnuppNicht so viel zerdenken. Also eigentlich kann ich da auf den naiven Optimismus verweisen, wake it up, kann es gut werden, kann es schlecht werden. Wenn ihr denkt, es wird schlecht, dann lasst es. Wenn ihr den Funken Hoffnung habt, dass es gut werden kann und es hoffentlich zu 50 Prozent, dann macht's. Und man braucht nicht immer einen Plan, sondern Dinge entwickeln sich. Man muss Selbstvertrauen haben oder also Vertrauen in sich, dass man Lösungen finden kann, mit vielleicht Leuten umgeben, die einen dabei mit Rat und Tat zur Seite stay. Und dann bin ich der Meinung, es lohnt sich immer. Die Angst ist so klein im Gegensatz zu dem, was dahinter steht. Und man kann sich nicht vorstellen, wie gut das Gefühl ist, es einmal überwunden zu haben. It macht in meinen Augen süchtig, weil man gar nicht mehr verstehen, dass man sich von der Angst hemmen lässt. Wenn er denkt, es ist eine scheiß Idee, dann lasst's.
Nico HildmannAlso, ich glaube, es gibt keine bessere Zusammenfassung für so eine Podcast-Folge, die du gerade geliefert hast. Ich unterstreiche das alles. Es ist brutal wichtig. Das Umfeld hast du gerade auch nochmal genannt. Also ganz, ganz wichtig einrahmen, was du gerade eben noch gesagt hast. Mir hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht. Guck mal, jetzt ist es eigentlich schon wieder rum. Ich hoffe, dir auch, deine erste Podcastaufnahme.
Annabel SchnuppWar richtig cool, war richtig, richtig cool.
Nico HildmannJa, und super, also dass du hier hergekommen bist. Du hast ja dein Chauffeur dabei. Ich hoffe, ihr ging es jetzt auch gut mit Kaffee. Das hab ich auch. Ne, also wirklich tolle Einblicke. Ich freue mich wirklich schon wie Bolle, dich mal zu besuchen. Ganz, ganz gute Besserung natürlich, und guten Genesungsprozess, dass du spalt wieder auf dem Pferd sitzt und alles wuppen kannst. Und natürlich wie immer an der Stelle auch gegen Ende der Podcast-Folge nochmal einen lieben Dank an unseren Staffelpartner, die VR Bank MainRhön, die das so unterstützt und uns ja einfach hier bei der Staffel 4 unterstützt, das so möglich zu machen. Dir ganz, ganz viel Erfolg weiterhin, Annabelle. Und ja, vielleicht noch das letzte Wort von dir. Möchtest du noch irgendwas loswerden? Kann man dich besuchen? Also gerne auch nochmal kurz Werbung für dich und den Waageshof machen.
Annabel SchnuppJa, erstmal vielen, vielen Dank, dass ich die Chance hatte und die Möglichkeit, hier dabei zu sein. Das hat mich sehr gefreut. Ja, besuchen ist möglich, aber bitte immer nur mit Abspruch. Ja, und ansonsten kann ich nur jedem sagen, schaut nach euch, schaut nach eurer Gesundheit. Seid da eher im Bereich der Prävention tätig, lasst das Kind nicht in den Brunnen fallen. Und wenn ihr Träume und Visionen habt, jagt ihnen nach und macht's einfach, traut euch was, traut euch was zu und der Rest wird sich ergeben. Da bin ich von überzeugt. Vielen Dank.
Nico HildmannVielen Dank dir. So lassen wir es stehen. Danke dir, Annabel.