Startbahn27 Podcast – Innovation aus Mainfranken

Folge #103 | S4 Mut zum Gründen – Gründen ist kein Traumjob – und trotzdem der beste

Nico Hildmann Season 4 Episode 103

Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.

0:00 | 47:35

Michael Bleicher ist Unternehmer, Investor und Gründer des Family Offices Synapsion. Seine erste Firma hat er bereits mit 15 Jahren gegründet – seitdem ist Unternehmertum ein zentraler Teil seines Lebens.

Heute investiert er in Startups, Unternehmen und Immobilien und engagiert sich aktiv für die regionale Gründerszene. Mit dem T3 Business Terminal in Schweinfurt hat er einen Ort geschaffen, an dem Startups, Gründerinnen und Gründer sowie Unternehmen zusammenkommen, Ideen entwickeln und gemeinsam wachsen können.

Darum geht es in der Folge:

  • wie Michael schon mit 15 Jahren ins Unternehmertum gestartet ist
  • warum die Realität des Gründens oft romantisiert wird und tatsächlich anders aussieht
  • warum Mentoren, Sparringspartner und ehrliches Feedback für Gründer entscheidend sind
  • weshalb Gründen vielleicht kein Traumjob ist – und trotzdem einer der spannendsten Wege sein kann

Support the show

Du interessierst dich für Startups, Unternehmertum und Innovation? Im Startbahn27 Podcast interviewt Nico Hildmann inspirierende Gründer, Unternehmer und Visionäre aus Mainfranken – mit Fokus auf Schweinfurt und der Region.

Ob Startup-Erfolg, persönliche Rückschläge oder frische Ideen – wir erzählen echte Geschichten aus der Gründerszene und liefern dir wertvolle Learnings und Insights für deinen eigenen Weg.

Neue Folgen erscheinen regelmäßig mit spannenden Gästen, die zeigen, wie vielfältig und lebendig Unternehmertum in unserer Region ist.

Jetzt abonnieren, um keine Folge zu verpassen! Unterstütze uns mit einer Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts.

Mehr Infos & Kontakt:
Web: www.startbahn27.de
Mail: hallo@startbahn27.de
Instagram: startbahn27

Intro

Liebe Start-ups, herzlich willkommen. Wir freuen uns, dass ihr bei uns eingecheckt habt. Unser Team bereitet euch nun auf den perfekten Start vor. Bitte schnallt euch an. Wir erheben in Kürze von der Startbahn27 ab.

Vorstellung von Michael Bleicher

Nico Hildmann

Hallo und herzlich willkommen an Bord des Startbahn 27 Podcasts. Diese Staffel wird präsentiert von der VR-Bank Main-Rhön, Partner für Gründer, Unternehmer und Zukunftsgestalter in unserer Region. Mein Name ist Nico Hildmann und heute bei mir zu Gast auf der Startbahn ist Michael Bleicher. Michael ist Unternehmer und Investor mit voller Überzeugung, ja und das auch schon ziemlich lang, hat nämlich bereits mit 15 sein erstes Unternehmen gegründet. Und ja, seitdem natürlich auch wahnsinnig viel gelernt. Viel mehr aus dem echten Leben als in der Schule. Oder wie er ganz sagt, ich habe ja gar nichts gelernt, deswegen musste ich Unternehmern. Und ja, das hat er erfolgreich auf jeden Fall bewiesen, hat mit Synapsion ein eigenes Family Office gegründet, mit dem er in Startups, Finanzprodukte, aber auch Gewerbeimmobilien investiert. Und gleichzeitig ist er natürlich auch ein wahnsinnig aktiver Unterstützer der Startup-Szenen hier in Schweinfurt. Unter anderem mit dem T3 Business Terminal, einen neuen Ort, den er geschaffen hat, wo Startups und Scale-Ups wachsen können. Und ihr seid eigentlich eh und je von Anfang an Unterstützer der Startbahn 27, was mir natürlich wahnsinnig viel bedeutet. Und mit Michael möchte ich über die Realität des Gründerseins heute mal sprechen. Warum Gründen vielleicht jetzt kein Traumjob ist, aber laut ihm trotzdem der Beste. Ich freue mich auf jeden Fall sehr drauf und sage. Herzlich willkommen, Michael, schön, dass du da bist. Ja, super.

Michael Bleicher

Nico, dass ich jetzt hier in deinem Podcast-Flieger, also in einem neuen Podcast-Flieger hier mit dir Platz nehmen darf. Und ja, bevor es natürlich losgeht, du kennst es in einem Flieger, man hat ja erstmal die Sicherheitseinweisungen und ich habe dir da auch eine Kleinigkeit mitgebracht. Ich muss mal sehen, mit der Tasche herklammen. Schau, ich hab dir natürlich die Security Card mitgebracht, die darfst du gerne schon mal nehmen. Perfekt. Und natürlich, falls wir doch mit unserem Podcast irgendwie Bruchlandung erleiden, dann natürlich auch.

Nico Hildmann

Die Schwimmbeste? Wunderbar. Wer hat zu raten? Nee, die Schwimmbeste. Danke dir, danke dir. Ja, geil. Ich finde es cool, so Utensilien. Ich habe es ja schon im T3 gesehen. Es ist einfach sehr authentisch. Finde ich sehr, sehr cool. Und ja, auch cool, wie du dazugekommen bist. Also richtig cool. Also auch das vielleicht nochmal zu sagen, wir arbeiten da auch sehr eng zusammen. Das T3 und die Startbahn, die Fliegersprache können wir hier sehr gut verbinden und echt cool, was du da geschaffen hast, was da jetzt auch startet. Der Flight-Take-Off findet hier statt oder bei dir, ne? Auch der Halbzeit-Pitch, also da kommen wir viel zusammen, haben auch viel in Planung. Da freue ich mich natürlich drauf. Und worauf, also wirklich, ich freue mich sehr, dass du heute hier bist. Ich muss aber auch sagen, es war jetzt ein langer Weg. Es wurde Zeit, Michael. Ich habe dich, glaube ich, schon vor drei Jahren angefragt.

Michael Bleicher

Ja, das ist richtig. Und hey, nach 30 Jahren, wo ich jetzt halt hier im Unternehmertum unterwegs bin, war es, glaube ich, jetzt wirklich mal Zeit, auch an einem Podcast teilzunehmen. Also nicht nur Premiere hier in deinem neuen Studio, sondern letztendlich auch eine Premiere für mich.

Erste Gründung mit 15 Jahren

Nico Hildmann

Ja, also echt super. Finde ich auch immer cool, wenn du die Erfahrung oder wenn jemand die Erfahrung mit uns macht, Podcastaufnahme. Ich finde, es macht immer sehr, sehr viel Spaß. Und ja, also wirklich echt cool, dich hier zu haben. Und ich würde auch sagen, geh mal ohne Umschweife eigentlich in die Podcast-Folge rein, weil es passt ganz gut, bei der Thematik einfach auch mit deiner persönlichen Reise zu starten. Ich habe es in der Anmoderation ja schon gesagt, mit 15 schon das erste Mal gegründet. Magst du uns vielleicht einfach nochmal mitnehmen, mit was du gestartet hast und wie du überhaupt in den jungen Jahren zum Gründersein gekommen bist?

Michael Bleicher

Ja, also zum einen war es natürlich, sag ich mal, so ein bisschen die Vorbildfunktion von meinem Vater. Also der hat auch den Sprung gewagt von der Angestellten-Dasein, tatsächlich in die Selbstständigkeit. Und da mussten wir halt als Kids dann, also wirklich als oder ich als Bube noch, ja, mithelfen müssen, dürfen, beides irgendwo. Und ja, mir hat das schon irgendwie immer gereizt, so dieses Geld, Finanzmärkte, Handeln, das hat mich immer fasziniert gehabt. Und naja, wie bin ich dann eigentlich zu meinem ersten, sag ich mal, zu meiner ersten Gründung gekommen? Das kam eigentlich erstmal, dass ich gesagt habe, okay, wo gibt es einen Markt, in den ich reintreten kann, der recht niederschwellig ist? Und das war der Flohmarkt. Also ich bin da hingegangen, ich habe Produkte von mir, meinen alten Ramsch auf gut Deutsch verkauft. Und nachdem ich das Game so ein bisschen durchgespielt hatte, wie spricht man die Leute an, wie funktioniert der Sales-Prozess quasi, habe ich mich dann umgeschaut, was gibt es für nischige Produkte. Also wo die Leute immer an den Ständen stehen und habe dort dann auf den Flohmärkten letztendlich versucht, günstig einzukaufen und bei mir natürlich wieder mit Marsche dementsprechend zu verkaufen. Ja, und das habe ich im Übrigen auch, wo meine Kids noch ein bisschen kleiner waren, habe ich die auch mit auf Flohmärkte mitgenommen, also erstmal so durchgelaufen, als Besucher und dann letztendlich mit den Kids zusammen uns einen Stand aufgebaut und den halt damit spielerisch eigentlich gezeigt, auch, hey, wie funktioniert Handeln, wie funktioniert dieser Prozess und so weiter, war unheimlich spannend. So, dann bin ich natürlich so ein Kind, so ein Commodore C64-Kind. Ich weiß gar nicht, ob das viele Zuhörer noch kennen. Nein, ich kenne. Ich weiß, wie er aussieht, ja. Der Brootkasten quasi, der in jedem Zimmer irgendwie stand. Und dadurch habe ich diese ganze PC-Reise natürlich mitgemacht. Und erster PC gekauft für viel Geld zusammen mit meinem Dad. Das erste war das Ding erstmal zerlegen. Mal gucken, was da drin ist, überhaupt, wie das funktioniert. Dadurch natürlich so ein Stück weit IT-Nerd geworden. Und viele Leute haben halt dann angefragt, hey, kannst du mir bei einem PC helfen? Da war man ja noch so ein bisschen so Gottstatus irgendwie, wenn man da umbauen konnte und das Programm installieren und der weiß es. Und daraus hin ist eigentlich dann die erste Gründung mit 15 entstanden. Das heißt, klassisches Computergeschäft, mein Dad noch auf der Gewerbeanmeldung unterschrieben, in Schwebheim dann Mitte, das war dann so Mitte 1996, dann auch ein Laden eröffnet. Und es war so der typische 90er Computerladen irgendwie. Also du hast da alles bekommen von PCs über Netzwerk, Interneteinrichten, Webseiten, Marketing. Also das war ja so eben diese typischen Geschäfte, die man, die alles können auf gut Deutsch. Und das habe ich zu, und die Firma hieß dann BB-Computer. Warum? BB hat sich dann weiterentwickelt zu BBNet. Das gibt es ja heute noch. Und diese zwei Bs war einmal ich, der Michi-Bleicher und der Bernhard Beck. Wissen vielleicht auch viele nicht. Wir haben uns dann nach einer schönen und echt guten Reise dann auch getrennt. Bernhard ist ja dann in die Solartechnik letztendlich gegangen und das ganze Thema so Laden, E-Mobilität und so weiter. Und ich bin halt in der IT-Branche geblieben. Jetzt muss man natürlich sagen, das war natürlich alles so neben der Schulzeit her. Also jetzt ist die Frage, okay, wo war der Fokus höher gelegen? Eher in dem Arbeiten oder in der Schule. Das war schon ein bisschen so zum Leid meiner Eltern gewesen. Also ich habe in der neunten Klasse irgendwie noch meine Ehrenrunde gedreht, ich habe kein Abi gemacht, ich habe kein Studium irgendwie hinter mir oder so. Aber ein was war meinen Eltern ganz wichtig, du magst eine Ausbildung. Und auch da bin ich dann pragmatisch rangegangen und habe gesagt, naja, wie kriege ich so eine Ausbildung so schnell wie möglich und so effizient wie möglich? Ja, ich habe mir jemanden eingestellt, der einen Ausbilderschein hatte, als Geschäftsführer quasi. Und hab der dann auch beim Einstellungsgespräch erklärt, hey, du musst mich bitte mal ausbilden. Sehr gut, ja, cool. Okay, alles klar, ein bisschen komisch geguckt, aber hat gesagt, okay, mach ich mit. Finde ich irgendwie ganz witzig, was da so passiert. Ja, und das ist, als die dann angefangen hatte, die Dame, habe ich ihr dann gesagt, so die erste Amtshandlung ist, du meldest mich jetzt bitte mal von der Schule ab, weil dafür habe ich jetzt wirklich keine Zeit. Dann eben Zwischenprüfung, Endprüfung, habe meinen Kaufmann bekommen, meine Eltern waren glücklich, haben mich natürlich ein bisschen krumm angeguckt. Ja, und so ist dann diese ganze Gründungsreise letztendlich entstanden. Also, wie du es am Anfang gesagt hast, eigentlich nichts gelernt. Ich kann ja nichts. Ich kann ja nur unternehmen.

Nico Hildmann

Also ich finde es wahnsinnig interessant, das zu sehen. Auch super kreativ. Also heißt, du wusstest schon relativ früh, das wird mein Weg sein wahrscheinlich. Also Angestellten-Dasein war eher dann gar keine Option für dich in den frühen Jahren, weil vielleicht auch vorgelebt von Papa im Endeffekt. Ja, schon. Und du sagst schon, oder hast du einen Nebensatz gesagt, er musste unterschreiben beispielsweise. Mit 15, also muss es ja eigentlich ab der Volljährigkeit, ne, ist es ja erstmal normal möglich, dass man das eigens machen kann. Gab es da noch viele Hürden am Anfang? Also mussten die Eltern Unterschriften und Köpfe erstmal hinhalten in gewisser Weise?

Michael Bleicher

Ja, ein bisschen schon. Ich meine, wir kannten natürlich so als Schwebheimer natürlich die Leute auch auf der Gemeinde. Das war damals alles noch ein bisschen einfacher, zur Gewerbeanmeldung der Dad halt mit unterschrieben, jeder wusste aber eigentlich, was los ist. Natürlich so das ein oder andere Behördenschreiben, wo er noch für mich unterschrieben hat. Hat mir natürlich aber auch das Vertrauen geschenkt, dass ich auf gut Deutsch kein Missbau. Genau, richtig.

Gründen für Geld oder Freiheit?

Nico Hildmann

Weil letztendlich hat er dafür gehaftet. Absolut. Aber weißt du, neben den, ich nennen Sie jetzt mal kleinen bürokratischeren Hürden, in dem Sinne finde ich es aber immer cool, vor allem auch wenn Schüler zum Beispiel bei uns in dem Programm sind, noch diese Unbekümmertheit der Jugend. Du hast ja noch nicht viel aufgebaut, heißt, auch wenn es nichts wird, hast du nichts zu verlieren im Endeffekt. Und das finde ich immer geil, wenn früh Leute schon so einen Tatendrang haben, auch Richtung Unternehmertum zu sagen, ich probiere das jetzt aus, ich habe da eine Idee, ich will das jetzt probieren. Kannst du dich an sich noch erinnern, was deine Erwartungshaltung damals war in den jungen Jahren? Hast du es gemacht, um zu sagen, ich will mein eigener Chef sein oder ich will mal viel, viel Geld verdienen? Also gab es da irgendwie den Grund, warum du das gestartet hast?

Michael Bleicher

Ja, auf der einen Seite hat grundsätzlich hat er einfach Bock darauf. Also es hat einfach Riesenspaß gemacht. Ich sagte, das ist fast so wie so Wild Wild West-Story irgendwie. Man konnte sich halt unheimlich in vielen Bereichen ausprobieren einfach und hat da positives Feedback bekommen. Aber weil du fragst, ich war mal, Gott, das war glaube ich mit 16 oder 17 Jahren dann beim Regionalsender TV1. Den kennt, glaube ich, keiner mehr. Also ich kenne nicht. War ein unheimlich cooler Sender, hat sich damals auch schon mit Startups und dem Computer Hacker Club irgendwie auseinandergesetzt und so. Ja, und da war ich da eben auch zu so einem Interview eingeladen. Damals gab es ja den Begriff Startup, das war dann eher der Jungunternehmer, Herr Bleicher, hier bei uns im Studio. Und da wurde ich auch gefragt und da war meine Antwort halt gewesen, na klar, ich will Millionär werden und wisst ihr was, Freunde, die erste Million, die machen wir mit 20 schon mal. Die packen wir schon mal in den Sack mit ein. War vielleicht ein bisschen übermotiviert gewesen.

Nico Hildmann

Ja, aber ey, man hat Ziele, Vision, absolut, ne? Aber weil du es schon sagst, ich finde nämlich, es gibt ja unglaublich viele Gründe, warum man diese Reise beginnt. Das Bild von außen auf einen Gründer oder einen Startup, nehme ich aber häufig wahr, das war auch schon zu Karlsruhe-Zeiten so. Ah, du bist Startup-Gründer, du bist Millionär, oder? Weil im ersten Moment natürlich denkt man sich, was? Also wenn man sich mit dem, wenn man sich damit auskennt, ne? Aber klar, woher kommt es? Man liest, wenn dann in der Presse von Rieseninvestments Millionen gehen in Startup X oder Alleinhülle der Löwen hat es ja irgendwie ein bisschen zugänglicher gemacht, solche Summen, ne? Aber man muss man natürlich verstehen, das geht ja nicht einfach in die Tasche von dem Gründer. Also das ist ja leider nicht der Fall, wenn man so will. Aber nichtsdestotrotz, unabhängig von dem Bild ist ja doch so, dass einige auch dieser Reise angehen, Gründer sein, um finanziell frei zu sein. Wie siehst du das, wenn jemand zu dir sagt, ja, Gründer sein ist gleich finanzielle Freiheit? Was würdest du dazu sagen?

Michael Bleicher

Ja, wie du es, wie du es anfänglich gesagt hast, es wird natürlich stark auch durch diese Medien gepusht letztendlich. Also da werden ja, man will ja, sag ich mal, diese blumigen, diese schönen Geschichten, die will man ja lesen, die will man sehen, die will man einfach erfahren letztendlich. Und dann wird das natürlich auch sehr, sehr romantisch und einfach dargestellt. Was ein Stück weit auch dazukommt, ist die ganzen Influenza. Also da gibt es natürlich schon ganz schön viel Fake letztendlich, was da einem dargestellt wird oder auch so komische Coaches und Gurus, ne? So, hey, und jeder kann zum Millionär werden und so weiter. Also das wird schon sehr, sehr blumig dargestellt. Weil, na klar, ich meine, es ist doch viel langweiliger, eigentlich mal den Vorhang hinter der Bühne aufzumachen und zu sehen, was da abgeht. Also das ist ja, das entsteht ja nicht von, sag ich mal, in ein paar Tagen, das ist ja ein ultra langer Weg, letztendlich das aufzubauen, wenn man es, sag ich mal, mit Strukturen und fundiert letztendlich auf einem ordentlichen Fundament setzen will. Und auch diese ganzen Themen, die da so passieren, die Probleme, die Selbstzweifel, die da irgendwie kommen, Liquiditätsengpässe, du verlierst einen Auftrag und so weiter. Das ist ja eine ultra lange Reise, um zu dieser, ich sag mal, vermeintlichen finanziellen Freiheit letztendlich hinzukommen.

Der Unterschied zwischen Arbeitnehmer und Unternehmer

Nico Hildmann

Aber es ist ja eigentlich schon die wahrscheinlichere Reise, jetzt zum Beispiel im Vergleich zu einem, in Anführungszeichen, standardnormalen Anstellungsverhältnis. Da ist ja schon die Wahrscheinlichkeit viel größer, als Unternehmer diese Millionen zu knacken oder halt der Millionär zu werden als anders.

Michael Bleicher

Auf jeden Fall. Also ich sage nicht nur, dass es die Wahrscheinlichkeit höher ist, sondern da wird mich vielleicht der eine oder andere jetzt ein bisschen komisch ansehen. Vergleich mal den Arbeitnehmer mit dem Unternehmer. Und ich glaube, da gibt so einen krassen, großen Unterschied. Der Arbeitnehmer, wenn der dort angestellt ist, der hat halt nur leider eine einzige Währung, die er einsetzen kann. Das ist, er tauscht letztendlich seine Zeit, Klammer Lebenszeit gegen Geld. So, jetzt sagen wir mal gute Ausbildung, guter Job, der kann vielleicht auch reich werden. Das heißt also, guten Lebensstandard kann das auch verkonsumieren. Und jetzt kommt aber der Unterschied zum Unternehmer. Der Unternehmer, der tauscht nicht Zeit gegen Geld, sondern der baut sich Assets auf. Und diese Assets, diese Werte, das kann ja ganz unterschiedlich sein. Das kann ein Softwareprodukt sein, das können die Mitarbeiter sein. Also alles, was irgendwie einen Wert hat. Und den versucht er natürlich in seiner Zeit zu hebeln. Das heißt, jeder Wert hebelt sich wieder. Und dadurch ist er überhaupt in der Lage, ein Vermögen aufzubauen. Und das ist so ein bisschen der Unterschied zwischen Reich und Vermögen letztendlich. Und das zeigen auch Statistiken und Studien, der Arbeitnehmer wird es leider in seinem Leben nie dazu schaffen, Vermögen zu werden.

Die mentale Realität des Unternehmertums

Nico Hildmann

Genau, und es gibt so Statistiken, genau, richtig. Ja, also finde ich super, wie du das auch skizzierst. Neben all dem, neben dem vielen Mehrpotenzial, was dann sozusagen in der Unternehmertätigkeit liegt, würdest du aber sagen, welche Themen gehen damit einher, die vielleicht jetzt erstmal auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind, wo du aber sagst, die belasten brutal, die man im Vorfeld vielleicht noch gar nicht hat vor der Gründung oder während im Gründungsprozess, wo man noch nicht nachdenkt, wo du aber sagst, boah krass, das ist schon, das muss man abkönnen.

Michael Bleicher

Ja, zum einen ist es, glaube ich, die mentale Seite. Also nehmen wir mal. Überwiegend, oder? Ja, nehmen wir wieder den Angestellten. Und sagen wir mal, vielleicht einen etwas einfacheren Job, ja, wo du da hingehst, machst mal 9 to 5, danach gehst du heim und hast Freizeit. So, alles duft die Hirn ausschalten, irgendwas anderes tun. Als Unternehmer bist du ja nie wirklich so frei. Also, das heißt, du hast keinen Feierabend im Kopf. Dir schwirren ja ständig Ideen, Entscheidungen, Dinge da durch den Kopf und die schaltest du einfach auch nicht aus. Und ich glaube, du kannst es ganz gut vergleichen. Du weißt es ja jetzt mittlerweile auch, wie mit einem Kind. Also das ist dann da. Und das tust du nicht einfach mal ausschalten oder sagen, ja, jetzt quarkt es, jetzt kümmere ich mich mal nicht darum. Nein, das quarkt jetzt. Das will was essen, was trinken, was weiß ich, es hatte irgendein Thema und da musst du einfach da sein. Ich glaube nicht, dass es das Arbeitspensum ist. Also wenn du so, ich glaube, so Vollblutunternehmer und da drinnen bist, da kannst du wirklich arbeiten und abliefern und machen und tun, das ist der wenigste belastende Teil eigentlich. Also es ist tatsächlich dieses Überlegen, diese Zweifel letztendlich auch auszuräumen, eine Entscheidung zu treffen, was bedeutet die, welche Konsequenzen kommen damit. Ich glaube, das ist schon das, was beim Unternehmer stark läuft.

Nico Hildmann

Aber auch, also die Verantwortung und die damit einhergehende Ungewissheit. Wir können alle in die Zukunft gucken. Man kann sich vielleicht auf Erfahrungswerte beziehen, aber wenn man die auch noch nicht gemacht hat, dann ist sie bis halt bei null. Ich finde nämlich, wenn man es sagt, in diesem Unternehmerprozess, klar kommt irgendwann, hoffentlich auch mit dem Erfolg, mehr Verantwortung für Geld, Mitarbeiter, aber dann bist du gleichzeitig auch für die Familien verantwortlich irgendwo, Entscheidungen zu treffen und so weiter. Also es ist ja dann doch ein permanenter Druck aus unterschiedlichster Art und Weise da. Was, wie geht man damit um? Hast du zum Beispiel jemanden mit an Bord gehabt? Also wie wichtig war ein Geschäftspartner beispielsweise oder hattest du einen Mentor beispielsweise auch?

Warum Mentoren für Gründer so wichtig sind

Michael Bleicher

Ja, ich gehe erstmal auf die, ich sag mal, auf die erste Nebenfrage ein, wie geht man damit um? Ich habe da gelernt, und jetzt kommt was Positives, das ist ja nicht alles nur negativ im Unternehmen. Ja, aber es ist halt erstmal die Realität und darum geht es ja. Aber wenn du einfach das annimmst und sagst, hey, da kommt mehr Verantwortung, da kommen einfach, es werden größere Entscheidungen, die einfach ein größeres Ausmaß auch haben, du lernst ja auch. Also es ist ja auch ein Teil der Reise des Unternehmens, dieses Wachsen, dieses Lernen. Und wenn du das tust, dann habe ich für mich eigentlich so in meinem Kopf so eine kleine Garage gebaut. Und wenn ich da mal ein Problem habe, dann gehe ich da oder weißt vielleicht nicht mehr weiter, da gehe ich da zurück in meine Garage, hole mir die richtigen Werkzeuge, die ich da jetzt habe, mir schon so angesammelt haben. Und die habe ich natürlich dann auch verbessert und mir auch mal ein paar neue gekauft und zugelegt. Also dieses Mindset des Unternehmers, das erweitert sich unheimlich. Und du wächst damit, dein Mindset wächst und du lachst auf einmal über Entscheidungen, die vorher mal, sag ich mal, so schwierig waren, wo du sagst, ehrlich, das war jetzt ein Thema oder was? Ja, klar, aber die nächste große Entscheidung kommt dann. Und dann gehst du da in deine Garage zurück, holst dein Toolset und arbeitest damit und verbesserst es. Weil du sagst, mit Mentor oder Coach, ich finde das unheimlich wichtig. Also die Schwierigkeit ist aber, den richtigen zu finden. Also, zum einen, der vielleicht nicht erst in seine eigene Geldtasche, sag ich mal, guckt, ob die größer wird, sondern der einfach so ein ernsthaftes Interesse irgendwo an dir hat und der dich wirklich weiterbringen will. Da muss auch die Chemie, da muss einfach alles passen. Und wenn du so jemanden findest, dann bitte festketten und nicht mehr loslassen und am besten auf deiner ganzen Reise irgendwo mitnehmen. Weil das Problem ist doch, schau mal, ich meine, das kennst du wahrscheinlich auch von den Start-up-Veranstaltungen, von den Wettbewerben und so weiter. Da sind dann viele Gönner da. Und die sagen, hey, cool, dass du mit deiner Idee anfängst und das ist alles sehr ermutigend irgendwo. Und da wirst du ja wenig Kritik erfahren.

Nico Hildmann

Ja.

Michael Bleicher

Und die Familie und die Freunde sagen vielleicht auch, Mensch, toll, mach das weiter, finden wir Schulterklopfer, Schulterklopfe. Das brauchst du halt nicht. Also das bringt dich halt um keinen Meter weiter. Also ich habe da auch tatsächlich einen Mentor oder Unternehmensberater, hieß es da, den habe ich dann auch so, ich glaube, so mit 20 mir angelacht, beziehungsweise er hat sich mir angelacht. Also war auch eine echt skurrile Situation.

Nico Hildmann

Das wollte ich dich nämlich ganz fragen, wann hast du vielleicht im Kopf gehabt, ich brauche da jemanden oder hat sich das halt, wie du gerade schon an Teaser, einfach so ergeben?

Michael Bleicher

Ja, nicht nur ergeben. Also ich war ja da so in Schwebheim ja auch so ein bisschen in den Unternehmerkreisen unterwegs, überall halt die PCs etc. gemacht. Und ein Unternehmer hatte eben diesen Unternehmensberater. Und ich war so vor ein paar Entscheidungen gestanden. Er so, du, ich schick dir den mal vorbei. So, jetzt stell dir das mal vor, so ein Raum, wie wir hier jetzt sitzen, das war mein Office gewesen am Computer. Also ein wunderschöner Raum. Ja, ein wunderschöner Raum, total cool. So ein dicker Röhrenmonitor, immer warm im Sommer und so weiter. So, und dann parkt auf einmal auf dem Parkplatz vor dir jemand so in einem VW-Phäton. Und steigt im Marsanzug aus und steht in deiner Butze. Und erklärt dir, Wer er ist, sagt, dass er wahrscheinlich mir helfen kann und dass ich nur jetzt entscheiden kann, ob ich mit ihm das mache oder nicht. Und das kostet er. Da ist mir die Spucke weggeblieben. Also das auf der einen Seite imponiert, auf der anderen Seite, das war ja schon fast Überforderung. So nach dem Motto, okay, wo ist die Tür? Ich muss hier raus irgendwie. Aber irgendwas hat mich dazu getrieben, dann einfach zu sagen, okay, das ist so wahnsinnig viel Geld, also in dem Moment gewesen. Aber irgendwas muss der Typ ja auch richtig gemacht haben. Sonst wäre er mit seinem VW-Vähton vorgefahren. Und dann habe ich gesagt, okay, wir machen das. Und ganz ehrlich, das war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben gewesen. Warum? Der ist unheimlich kritisch mit mir umgegangen. Also ich hatte ja schon teilweise Angst, wenn wir uns wieder getroffen haben, weil über dir ist ja in der Regel niemand. Du bist ja Chef. Du musst niemand Rechenschaft ablegen. Aber er hat das Spiel so gespielt, als ob ich ihm Rechenschaft ablegen muss. Das heißt, ich musste meine Entscheidungen auch, sag ich mal, tatsächlich ordentlich begründen können. Genau, also er hat es gechallengedt. Er hat alles gechallenged. Er hat, auch wenn es größere Themen gab, er hat mir natürlich auch das Zahlenlesen tatsächlich beigebracht. Er hat mir beigebracht, unterschiedliche Sichtweisen zum gleichen Moment einzunehmen, um die beste Entscheidung auch zu treffen. Und natürlich, ey, da gab es so viele Downs auch in dieser Unternehmerzeit von mir. Da hat er natürlich auch mal wieder aufgepöppelt. Also das muss auch sein. Nicht nur draufhauen. Oder bei Banktterminen die ersten. Ja, da hat er, da war er dabei, da hat er Händchen gehalten. Und das war auch gut so gewesen. Und dafür bin ich unheimlich dankbar. Und heute ist es so, dass wir uns auch sehen. Beibringen ist schwieriger geworden. Da tun wir eher diskutieren. Und wenn ich dann doch mal recht habe, dann kann ich natürlich auch mit dem Spruch kommen, du erntest, was du selbst. Sehr gut. Also, und du kannst dir das wirklich vorstellen, es ist ziemlich cool. Wir treffen uns so alle Vierteljahre an seinem Kamin. Tatsächlich, so mit einer Zigarre, ne? Schüsse hoch. Cooles Bild. Und philosophieren eher. So über Leben, über Unternehmertum, über ja, vielleicht auch mal politische Themen. Ja, ist super spannend einfach. Also das kann ich nur jeden raten, wenn ihr da so jemand findet, wo das einfach matcht, ne? Festhalten, anketten und auf die Reise mitnehmen.

Vom Mentor zum Investor und Sparringspartner

Nico Hildmann

Ich weiß nicht, ich überlege mir gerade, es muss ja für INAH eigentlich unglaublich stolz sein zu sehen, da hat dich ja so lange mit begleitet, ne, wo man dann sagt, jetzt sind wir eigentlich auf so einem Diskussionslevel. Also das ist ja Wahnsinn, so eine persönliche Entwicklung dann einfach auch den Grundstein vielleicht gelegt zu haben oder weiter geführt zu haben. Ist ja Hammer, ne? Und du hast ja daraus brutal viel gelernt, was du selber jetzt ja auch weitergibst. Du bist auch Mentor, du bist ein strategischer Investor, heißt, du gibst ja nicht nur Geld als Investor, sondern bringst dich ja auch mit ein, Challenge, stellst ein Netzwerk und was zur Verfügung. Ich glaube, das hat dir wahrscheinlich auch wahnsinnig geholfen, zu wissen, wie er das vielleicht so angegangen ist. Oder hast du, bist du nicht ganz so kritisch oder doch auch in den Gesprächen mit den Startups? Ich bin schon sehr kritisch.

Michael Bleicher

Ich glaube, manchmal will man mich auch nicht unbedingt im Raum haben.

Nico Hildmann

Aber ja, wie du schon sagst, es bringt nichts, Honig, um es mal zu schmieren. Das bringt keinen weiter. Nee.

Michael Bleicher

Man muss halt auch die jungen Gründer, die vielleicht dann mal in so einer Bubble unterwegs sind und sicherlich, Mensch, jetzt haben sie einen Startup-Preis gewonnen und waren auch verschiedene Veranstaltungen, wo sie halt eben getächelt wurden. Und so. Und dann musst du die einfach mal abholen. Musst die aus der Bubble mal kurz rausziehen, mal auf den Boden der Tatsachen bringen und mal die richtigen Fragen stellen, weil nur dann entwickeln die sich ja auch weiter. Weil die sind ja nicht in irgendeinem Blue Ocean, wo sie ein bisschen rumpaddeln, sag ich mal, und wo alles gut ist, sondern die befinden sich ja zwangsweise auch in so einem Red Ocean, wo du immer wieder die anderen Wettbewerber ja um dich herum hast. Und die dann einzufangen und zu sagen, okay, jetzt challenge wir das und jetzt bringen wir das Business einfach weiter.

Nico Hildmann

Finde ich wichtig, dass du es sagst, weil klar, auch das Ziel der Podcast-Staffel allein, ne, ist ja erstmal, Wege auch ins Unternehmertum zu zeigen. Und ich finde, jetzt bei unseren Aktivitäten vom Krips und der Startbahn ist es für mich auch immer wichtig, den Leuten diesen Zugang, Unternehmertum, wie könnte man starten, einfach sich selber ausprobieren. Das finde ich sehr, sehr wichtig anzuschieben. Aber wie du schon sagst, ist es natürlich gut oder wichtig, dann nicht in so einem Stadium zu bleiben, wo man sagt, ey, hast du super gemacht, du hast vielleicht Flight gewonnen, du hast vielleicht zweimal 1000 Euro irgendwie bei einem Startup-Wettbewerb gewonnen. Sehr, sehr viel Zuspruch, alles wunderbar hast du ja anscheinend dann auch verdient. Aber dann muss auch der nächste Step irgendwann kommen. Und wirklich auch Traction, also Umsetzung, weil Ideen haben ja viele, aber die Umsetzung, die daran arbeitest dann, ne? Und dann finde ich es auch wichtig, jemanden dabei zu haben, der auch mal einen Finger in die Wunde legt, der einfach auch irgendwo Kritik übt, aber natürlich auf einem guten Level. Weil das ist ja dann das Ergo, wenn du es ohne Mentor oder ohne Partner oder irgendjemanden machst, dann dauert das viel zu lang oder du kommst gar nicht zu diesem Punkt, wenn du es alleine versuchst wahrscheinlich. Ja, du baugst diesen Sparring-Partner.

Michael Bleicher

Also, weil sonst bist du ja nur in deiner eigenen Welt. Also du magst es ja nur mit dir selbst irgendwo im Kopf dann aus. Und das führt zwangsweise dann auch wahrscheinlich zu Fehlentscheidungen, weil du aus deiner eigenen Bubble, also diese Glocke, in der du dich da ja dann irgendwann befindest, so betriebsblind nennt man das gern auch mal, ne, da kommst du ja dann auch gar nichts mehr raus irgendwann. Und der andere, der guckt da rein und sagt, am besten ist, vielleicht kommt der gar nicht aus deiner Branche, vielleicht versteht er noch nicht mal so ganz richtig, was da im Detail stattfindet.

Nico Hildmann

Das finde ich auch immer wichtig bei unseren Mentoring-Sessions, weil am Anfang haben manche erstmal so den Zweifel, oh, aber ich kenne ja die Idee von dem Team gar nicht oder das ist gar nicht meinem Bereich, das ist doch eigentlich der Vorteil. Dann stellst du die richtigen Fragen. Ganz easy Fragen und wenn die die nicht beantworten können, in einer einfachen Sprache, dann müssen sie wohl noch ein paar Runden drehen, bis sie es einfach erklären können. Und allein das ist ja auch eine Realität, zu sagen, ich muss es ja eigentlich jedem einfach erklären können, jedem Laien, jeden dritten, so habe ich es auch gelernt damals. Und das finde ich ein ganz wichtiger Punkt. Was dazu gerade noch gekommen ist, mir im Kopf, du hast ja gerade so gesagt, das muss man viel im Kopf mit sich ausmachen. Ach, Entscheidung der, also es sind ja sehr viele Themen, die auf einen einprasseln. Ich habe mich gerade gefragt, wann fühlt man sich denn als Unternehmer vielleicht am wenigsten frei?

Michael Bleicher

Also du merkst schon, so richtig frei ist man nie. Für mich war es immer, wenn wahnsinnig viele Anforderungen kommen. Das heißt also, sowohl extern als auch intern. Das können Mitarbeiterthemen sein, das können vielleicht Prozestthemen sein oder das kann halt auch was von außen sein, irgendein Auftrag, irgendein Projekt läuft und so weiter. Und meistens ist es ja so, dass das ja nicht seriell hintereinabläuft, sondern am besten alles parallel zusammen. Also wenn Scheiße kommt, dann richtig. Ja, und für mich war es immer so, ich habe so einen unheimlich hohen Anspruch an mich selbst und auch an das Ergebnis, was daraus entsteht. Also kniest du dich natürlich überall rein, weil du willst es ja gut machen. Und wenn das dauerhaft ist, dann ermüdet es. Dann wirst du einfach, ja, du fängst eigentlich an, nur noch zu funktionieren. Also du tauscht eigentlich diese menschliche Person, Michi Bleicher, gegen eine Maschine ein. Und diese Maschine, die funktioniert jetzt einfach und die liefert einfach nur noch ab. Und das ist, glaube ich, so das, wo ich mich am wenigsten dann frei gefühlt habe, weil ich einfach wie so fangesteuert bin. Weil die Diktion kommt ja dann von außen, was ich jetzt zu tun habe.

Das Bild "Der Chef im Elfenbeinturm"

Nico Hildmann

Ja, genau. Aber es muss gemacht werden. Absolut, ne? Ja, okay, das ist ein absolut valider Punkt. Da kommt mir, hast du mir das mal gezeichnet, das Bild, der Chef im Elfenbeinturm? Ja, ne? Ich glaube, das hast du mir mal gesagt, oder? Ja, ja, wir hatten es mal drüber. Magst du vielleicht nochmal kurz erzählen, was das Bild für dich bedeutet und welche Problematik dahinter steckt auch?

Michael Bleicher

Ja, also es gibt ja, also für mich gibt es so zwei Elfenbeintürme. Der eine Elfenbeinturm, der ist ja so, ja, die Jungs da unten, die sollen mal arbeiten und ich da oben habe mal meine Freiheit, meinen Spaß. Den gibt es aus meiner Sicht überhaupt nicht in der Realität. Warum? Ich sehe das Unternehmertum so in vier Stadien. Du bist erstmal der Selbstständige, dann wirst du zum Profi, nenne es mal zum Facharbeiter, dann kommt irgendwo der Manager und dann kommt der Unternehmer. Und mal ganz ehrlich, also in den ersten drei Stadien, na klar, am Anfang 100 Prozent, dann immer etwas weniger, aber du bist ja immer operativ da drinnen. Du arbeitest immer im Kern. Wenn du dann so ins fette Stadium kommst, Unternehmer, da stimmt das auch. Du arbeitest dann am Unternehmen und nicht mehr im Unternehmen. Du verlierst natürlich auch ein Stück weiter den Kontakt zur Basis. Muss man auch erstmal mit umgehen können. Man kann nichts mehr sich mit 50 Leuten gleichzeitig unterhalten. Man hat dann vielleicht so eine Handvoll, mit denen man sich eben dann noch austauscht, also eine Teamleiter oder wie auch immer. Aber so richtig, sag ich mal, diese Freiheit, die wirst du da in dem Elfenbeinturm nicht haben. Für mich ist sinnbildlich dieser Elfenbeinturm noch was anderes, nämlich das Chefbüro. Und um das mal so ein bisschen bildlich zu zeichnen, du bist da draußen, sag ich mal, gerade in der Produktion unterwegs, bist auf Terminen, unterhältst dich mit deinen Mitarbeitern, bist immer, sag ich mal, unter Stress, sag ich mal, oder ja, unter Energie. Ja, genau. Und dann tust du sicherlich auch mit dem einen oder anderen noch ein Problem durchgehen oder eine Fragestellung. Vielleicht hast du auch ein Problem mit einem Mitarbeiter oder es läuft mal nicht so gut und du musst dich vielleicht von jemandem trennen. Da draußen ist noch alles gut. Und jetzt magst du diese Tür zu in deinem Chefzimmer. Und jetzt sitzt du in deinem Elfenbeinturm und da ist es ganz still. Die Hektik ist weg und du bist mit dir selber, sag ich mal, dich am beschäftigen. Und du musst über diese ganzen Probleme oder Entscheidungen, dir deine Gedanken machen. Und das fühlt sich unheimlich komisch an. Also, weil über dir ist niemand ist und du bist dort ganz allein. Und du musst letztendlich diese Entscheidungen treffen, du musst die Verantwortung auch dafür übernehmen. Und ja, da fühlt man sich schon doch sehr, sehr einsam in diesem hohen Elfenbeinturm auf einmal. Ohne abgehoben zu klingen. Klar.

Nico Hildmann

Du bist einfach dieses Sinnverbindliche. Es ist der Prozess auch irgendwo, also ich frage mich dann, das, was du so skizzierst, diese Reise, dass du dich eigentlich immer mehr von dem operativen Zweck, für den du eigentlich ja die Unternehmung wahrscheinlich gestattet hast, ne, entfernst, weil neue Aufgaben dazukommen, neue Verantwortungsbereiche. Das ist doch zwangsläufig so, oder?

Michael Bleicher

Das ist definitiv zwangsläufig so, weil nur dann kann dieses Unternehmen auch wachsen. Du musst dann die Strukturen, du baust Prozesse aus. Teilweise war es für mich nicht schön gewesen, also diese neuen Rollen letztendlich anzunehmen und da reinzuwachsen, weil schau mal jetzt, bist du Unternehmer und wir haben gesagt, okay, du baust jetzt am Unternehmen, ne? Und baust ja eher ganz andere, du baust die Strukturen, du baust die Prozesse, du legst sie Nährboden für irgendwas, ne? Du bist in der Regel vielleicht gar nichts mehr so im Vertrieb tätig oder so. Aber da gibst du doch das aktive Feedback. Das hat dir doch Spaß gemacht. Oder du warst in der Produktion, das so wie jetzt bei mir, und wir haben dann irgendwas Neues gebaut, was dann funktioniert. Da krickst du ja ein aktives Feedback. Gut, schlecht, ne? Da kannst du heimgehen, kannst dir ein Bierchen mal ausmachen, sagst du, ey geil, heute einen fetten Deal abgeschlossen. Ja, und das hast du alles nichts mehr. Das heißt, du kriegst ja, wenn du. Also es passiert, ne, aber du kriegst es nicht mehr live, ne? Nicht mit und du hast es ja nicht getan. Du baust ja nur noch dieses außenrum eben. Und da musst du dir echt so deine neuen Energiequellen suchen, wo du die irgendwie eine Bestätigung abholst. Weil in der Regel bist du ja da oben dann wie so ein Trichter, aber da kommt ja nicht das Gute rein. Da kommt ja der ganze Mist, kommt in den Trichter rein, du filterst den einmal durch und tust ihn dann, sag ich mal, wieder filtriert wieder ausspucken.

Wer wirklich zum Unternehmer geeignet ist

Nico Hildmann

Ja, ja. Also, weißt du, genau so ist es ja. Ich habe gerade auch noch überlegt, man muss natürlich sagen, wir überlegen jetzt gerade so, oder wir diskutieren hier auf einer recht hohen Ebene, wo man wirklich auch mal realistisch sagen kann, dahin kommen viele gar nicht. Also in diesem Bereich sowieso. Jetzt habe ich mich natürlich auch gefragt, weil ich es auch schon des Öfteren gehört habe, klar, auch jetzt, ich bin zwar kein Selbstständiger in dem Sinne, angestellter Geschäftsführer, aber ich merke ja auch, ja klar, nur die Startbahn zu sieben zu machen, das war natürlich irgendwie, macht natürlich mehr Spaß, als dann jetzt sozusagen noch die Bürokratie hinten dran zu managen, Richtung Grips und so weiter. Aber da wächst man ja auch rein. Und dann ist ja auch cool, wenn man merkt, oh, es läuft ja doch, also super, habe ich wohl auch die richtige Entscheidung getroffen. Es gibt aber Leute, die dann vielleicht sagen, ja, aber das möchte ich ehrlicherweise gerade gar nicht. Jetzt habe ich mich gefragt, du hast ja mit vielen gründungsinteressierten Startups auch zu tun. Würdest du, kannst du einschätzen, wenn jemand vor dir sitzt, ja, du bist Unternehmer oder dafür geeignet oder nicht? Ich glaube, zum Großteil, ja. Was würde dir ein Gefühl geben, dass du sagst, ja oder nee?

Michael Bleicher

Also das erste ist so, sie erzählen sie dann von deiner Idee. Und du merkst dann, dass sie dir natürlich noch einen Plan B und einen Plan C auch erzählen. Naja, wenn das nicht klappt, dann mache ich mein Studium weiter oder wenn nicht, dann. Ich hab noch eine andere Idee. Ich hab da noch so einen Kollegen auch, der wird mich vielleicht bei dem einen Laden auch irgendwie als Angestellten reinbringen. Also ich meine einfach zu sagen, dass wenn du dieser Vollblutunternehmer bist, dann gibt es keinen Plan B oder C. Dann verschreibst du dich dem und das ist auch irgendwie für mich gar keine Jobfrage, sondern das ist tatsächlich so eine Einstellung, wie du möglicherweise dein Leben führen wirst. Weil das hat ja eben nicht nur auf deinen Job, den du da tust, jetzt hat Einfluss, sondern das hat ja auch darauf Einfluss, was passiert denn irgendwann mal, wenn du sesshaft wirst, wenn Familie kommt und so weiter, die müssen dich ja auch aushalten können. Also da musst du dir auch den richtigen Partner dann suchen. Und da wird weniger Zeit da sein und so weiter. Aber ich glaube, das ist schon so der erste Effekt, wenn da jemand kommt und sagt, okay, ich habe da irgendwie einen Plan B in der Tasche, dann sage ich, bitte lasse es. Oder natürlich, wenn die so mit einem romantischen Bild ankommen. Ja, ich habe da jetzt eine Idee, ich baue da jetzt ein VC-Case und ich habe schon mal, das ist auch so ein Punkt, ich habe schon mal mein LinkedIn-Profil angelegt, weil ich habe jetzt einen Gewerbeschein. Wieso, was steht denn auf deinem LinkedIn-Profil? CEO. Klar. Ich so, ah, CEO, okay. Ab dem Punkt wird es dann schon wieder ein bisschen lächerlich auf gut Deutsch. Ja, warum? Ich meine, wenn die Gründer hinschreiben und Co-Founder, sage ich, ey, ja, das ist die Realität, ne? Aber mal ganz ehrlich, du musst nirgendwo CEO oder irgendwas hinschreiben, wenn du Chef bist und das auch tatsächlich lebst, das wissen alle anderen dann, mit denen du dich unterhältst. Also auch so ein Thema. Also dieses, ich versuche eher Business zu spielen letztendlich.

Nico Hildmann

Ich finde auch noch ein zusätzlicher Punkt, wo ich dann auch sage, die Leute, die bei uns in der Beratung sind, wenn man, ich stelle ja immer viele Fragen, da kommt man auf den Kern. Und wenn immer ein Gegenargument kommt, für, hast du da schon nachgefragt? Wenn immer ein Gegenargument kommt, dann denke ich mir, weiß ich jetzt nicht, ob das überhaupt zielführend ist. Erstmal das Gespräch, in dem wir uns vielleicht befinden, aber auch dein Vorhaben. Weil du lässt ja gar nichts zu, ne, von außen im Endeffekt und dann kommen wir wieder in den Strudel. Huh, ich weiß nicht, ob du das dann allein so hinbekommst, diese Reise. Je nachdem natürlich, was man macht. Aber das ist, finde ich, ein guter Punkt. Ich finde auch, man kriegt so ein Gefühl dann mit der Zeit, ne, für dich ist natürlich auch wahnsinnig wichtig als Investor, das zu erkennen bei den Persönlichkeiten. Man sagt ja eh immer, ich investiere in die Menschen an, anstatt in die Idee, weil sollte die Idee nicht klappen, wenn die Menschen aber die Treiber sind, dann ist das ja auch eine wichtige Basis einfach für so ein Vorhaben letzten Endes. Jetzt haben wir darüber gerne gesprochen, ne? Wenn man sagt, gründen ist vielleicht jetzt ja nicht der einfache Traumjob. Ich finde, da haben wir jetzt viel auch drüber gesprochen, was sind da coole Sachen, echt richtig geile Seiten, aber natürlich auch die negativen Dinge, die man da auch bewältigen muss. Du sagst ja aber trotzdem, das ist ja trotzdem aber das Beste. Also sprich, nichts in so einem Arbeitsumfeld ist ja eigentlich erfüllender als eine Selbstständigkeit. Welche Art von Erfolg, sag ich mal, neben dem Umsatz macht dich denn persönlich am glücklichsten als Unternehmer?

Michael Bleicher

Manchmal ist so ein kleiner Erfolg auch gewesen, tatsächlich einen richtig guten Tag oder vielleicht sogar eine richtig gute Woche gehabt zu haben. Und du hast bewusst mal Zeit für dich. Also, wo du es tatsächlich schaffst, abzuschalten. Und ich habe zu meinen Jungs gesagt dann immer, ich sehe das da wie Harald Juncke. Also leicht einen Sitzen, keine Termine, ist die beste Zeit im Leben. Ich finde, die ist gar nicht so schlecht, die Definition.

Warum das Ziel erreichen oft nicht erfüllt

Nico Hildmann

Aber ja, wie soll ich sagen? Wo kann man sich. Es sind wahrscheinlich, wie du schon so angedeutest hast, weil so einfach jetzt gerade mal so das Bauchgefühl deiner Antwort. Auch mal die kleinen Dinge. Nicht nur Zahlen getrieben, sondern zu sehen, wahrscheinlich auch, die Leute sind zufrieden, du bist gerade irgendwie zufrieden. Also, dass man auch einfach diese Positivität spürt letzten Endes in dem ganzen Alltag, oder?

Michael Bleicher

Das auf jeden Fall. Und gut, dass du sagst, mit dem Alltag. Was war, oder wo fühle ich mich glücklich? Das muss ja auch für alle gelten. Aber schau mal, als Unternehmer, du setzt dir ja ständig irgendwelche Ziele. Keine Ahnung. Nehmen wir als Beispiel, hey, wir machen jetzt in dem Jahr die erste Million Umsatz und dann machen wir die 10 Millionen Umsatz. Oder vielleicht auch einen Exit. Nehmen wir es mal als Beispiel oder irgendein großes Projekt. Und was meine Erfahrung war, und die muss man, glaube ich, wirklich mal den Gründern auch mitgeben, ist diese kleinen Steps, diese kleinen Treppchen, die du da erklimmst, auf dem Weg dorthin, um dein Ziel zu erreichen. Das muss man wirklich festhalten und da diese kleinen Erfolge sehen. Das war für mich immer dieses Aha-Moment, da habe ich mich drüber gefreut. Weißt du, du hast wieder ein kleines Problem gelöst, du bist ein Stückchen weitergekommen, du hast eine Idee auf einmal und hast diese nächste Stufe erklummen. Und weil, und das ist meine persönliche Erfahrung, wenn du das Ziel erreicht hast, sagen wir mal die Million Umsatz, da steht eine Zahl auf dem Papier. Die spricht aber nicht, die hat keine Emotionen, da ist nichts. Also, das war für mich immer so, wenn das Ziel erreicht war, war ich da oben irgendwo auf so einem Gipfel gestanden, da war es irgendwie ein bisschen dunkler, ein bisschen Wind ist um mich herum gepfiffen, aber da war keine Party, da waren keine Lichter, da war nichts, wo irgendwelche Emotionen in mir ausgelöst hätte. Also, und das ist ja auch ganz natürlich eigentlich, weil das Dahinarbeiten, das ist doch das Geile. Und wenn du das Ziel erreicht hast, dann ist ja das Problem, was ist denn jetzt? Also vergleich das mal, keine Ahnung, mit Fußballspielern. So, wir haben ja auch schon mal die Weltmeisterschaft geschafft, wieder zu holen. Das ist ein paar Jahre her. So, jetzt haben die die Weltmeisterschaft gewonnen. Was soll denn danach noch kommen? Da kannst du ja nur, wenn du dieses Ziel erreicht hast, nur noch bergab gehen. Eigentlich. Also, was ist denn die Folge daraus? Also, um nicht, dass es bergab auf einmal geht, bist du ja als Unternehmer in so einer Zwangssituation das nächste Ziel zu setzen. Weil wenn du das nicht tust, du wirst ja irgendwann depressiv, weil dann geht es ja nur in die andere Richtung. Und das ist natürlich so ein bisschen in diesem Strudel, in dem man sich dann befindet, immer wieder neue Ziele, immer höher, immer schneller, immer weiter, sag ich mal, um letztendlich sich vor dieser Lehre, die möglicherweise da am Gipfel ist, wenn du das Ziel erreicht hast, sich auch zu schützen. Also das ist für einen Unternehmer so ein richtiger Schutzmechanismus eigentlich.

Nico Hildmann

Weißt du, und ich finde einen ganz wichtigen Zusatz zu dem, was du gesagt hast, wenn man das Ziel auch erreicht hat, mal innezuhalten und ein bisschen zu realisieren. Feiern muss nicht unbedingt sein, aber wirklich mal realisieren, das habe ich vorher gerade geschafft. Weil ich glaube, das habe ich in irgendeiner Podcast-Folge auch schon mal gesagt, oder vielleicht auch schon in mehreren. Es gibt ja Leute, die setzen sich Ziele und haben sie das erreicht, zum Beispiel erster Kundegewinn und die sagen dir das in so einem Nebensatz. Dahin kommen viele gar nicht. nicht. Wo man dann sagt, Leute, wir habt ihn gefeiert. Das war meine erste Reaktion da. Also gar nicht. Ja, wir haben halt das Groß und Ganze im Blick. Ja, das ist schön, aber ihr habt frag Mitarbeiter, die haben das frei auch geschafft. Das muss doch irgendwie wenigstens ein Schulterklopfer und nicht einfach nur ein Nebensatz. Und das ist, glaube ich, auch das Wichtige, dieses Realisieren, krass, das ist durch mich entstanden, dieser Erfolg beispielsweise. Und das hält einen ja krass nach oben und ich glaube genau auch das, dieses Gefühl, das entsteht, das macht es zum coolsten Job der Welt im Endeffekt.

Michael Bleicher

Definitiv. Also so ein Eigenstolz, den darf man schon mitbringen. Nicht überheblich, nicht abheben und dann sagen, okay, jetzt haben wir irgendwie alles schon geschafft. Aber so mal Schulter klopfen zu sagen, ey, haben wir echt gut gemacht. Aber jetzt, wieder an den Tisch, weiter geht's.

Warum Unternehmertum kein Traumjob ist – und trotzdem der beste

Nico Hildmann

Also ey, super tolle Inhalte einfach, über die wir jetzt daher auch gesprochen haben. Ich finde, wenn ich jetzt gerade mal so überlege, genau das, was ich auch wollte in der Staffel, heißt der Mut zum Gründen. Und ich finde, es hat jetzt vor allem gezeigt auch die Folge, Mut zum Gründen heißt jetzt nicht einfach nur zu starten, sondern eigentlich sich immer wieder für diesen Weg zu entscheiden. Egal was da kommt, positiv wie negativ. Das ist für mich der Mut zum Gründen eigentlich.

Michael Bleicher

Auf jeden Fall. Also und eben dieses Durchhalten auch. Also da wirklich dran zu bleiben, nicht unbedingt aufzugeben. Also nicht diesen Plan B zu haben oder ja, da werden wahnsinnig viele Downs kommen. Also ey, aber das ist wie in einer guten Ehe. Also das ist doch genauso. Man bleibt da, versucht da zusammenzubleiben, man versucht durch dick und dünn zu gehen, die Probleme letztendlich zu lösen. Und ich glaube, wenn du, wenn du das so mitbringst, also in dir selber, dass du sagst, hey, ich will das mir beweisen, da gibt es dieses Scheitern nicht. Und ach, vielleicht beweise ich es jetzt auch noch der ganzen Welt. Dann hältst du das auch durch. Dann gehst du diesen Weg einfach.

Nico Hildmann

Finde ich ein mega tolles Schlusswort, Michael. Ich hoffe, es hat dir gefallen, deine erste Podcast-Folge. Mir hat es echt richtig viel Spaß gemacht. Na, aber hallo, war mega gewesen. Ja, krass, wie du die Zeit auch rumgeht, oder? Das ist ja echt Wahnsinn. Also vielen, vielen Dank für deine Insights, super tolle Bilder, die du auch gezeichnet hast, durch deinen Input einfach. Natürlich auch ein großes Dankeschön an der Stelle, wie immer, an unseren Staffelpartner, die VR-Bank Main Rhön, die die Staffel unterstützt und so möglich macht. Und ja, du, Michael, jetzt gegen Ende der Podcast-Folge vielleicht noch, wenn du magst, einen Satz von dir, wenn du noch irgendeinen Wunsch für die Region hast, einen Tipp für die Gründer oder irgendwas mitgeben möchtest, darfst du das sehr gerne jetzt noch tun.

Michael Bleicher

Ja, also ich kann letztendlich alle nur ermutigen, wenn sie das richtige Package mitbringen, wirklich in diese Selbstständigkeit zu gehen. Es ist der geilste Job auf gutdeutsch der Welt. Du bist nicht frei, aber du bist unabhängig. Und vielleicht noch zum Schluss, wenn du wirklich, sag ich mal, gerne Levels durchspielst, immer wieder gerne neue Endgegner vor dir haben möchtest, also wie in einem klassischen Videospiel, dann ist Selbstständigkeit genau dein Ding. Mega. Danke dir fürs Mitfliegen, Michael.

Nico Hildmann

Bis ganz bald. Alles klar, mach's gut.